Kriegsschauplatz Pazifik: Grausige Front - DER SPIEGEL
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Kriegsschauplatz Pazifik Grausige Front

Im Pazifikkrieg sammelten US-Soldaten Schädel, Zähne und Knochen als Kriegstrophäen. Militärs rügten, Politiker protestierten, die Öffentlichkeit staunte - doch die Verrohung war nicht auszumerzen. Anthropologen sehen sie als Produkt von Kriegspropaganda in einer Jagd- und Machogesellschaft.
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US-Marines in Guadalcanal (August 1942): Mit aufgepflanzten Bajonetten sind die Soldaten auf der Suche nach japanischen Scharfschützen. Viele Namen pazifischer Kriegsschauplätze stehen für erbitterte, verlustreiche Kämpfe im Zweiten Weltkrieg - etwa Guadalcanal, Iwo Jima oder Okinawa. Eine Minderheit US-amerikanischer Soldaten schickten von solchen Schlachtfeldern makabre Souvenirs nach Hause

Foto: AP
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Kopfjäger (in Neuguinea): Köpfe, Zähne und Knochen getöteter Feinde als Trophäen zu präparieren - das kennen Anthropologen von einigen eingeborenen Völkern. Dort sind diese Handlungen kulturell akzeptiert, es gibt einen selbstverständlichen Umgang mit den Beutestücken. Im Fall kopfjagender US-Soldaten war das anders. Nach Kriegsende verschwanden die makabren Souvernirs meist in Schränken, Kisten und Kellern

Foto: AP
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Pearl Harbor (07.12.1941): Nach dem Überraschungsangriff der Japaner auf den US-Flottenstützpunkt auf Hawaii entstand aus einem Gefühl von Demütigung und Ohnmacht sowie Kriegspropaganda ein latent rassistisches Bild des Feindes. Japaner wurden Kakerlaken, Ratten oder Ungeziefer bezeichnet. US-Rekrutierungsbüros warben mit "uneingeschränkten Lizenzen zur Jagd auf Japaner"

Foto: AFP
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US-Marinesoldaten im Pazifikkrieg: Kulturanthropologe Simon Harrison von der University of Ulster in Coleraine glaubt, dass eine Kombination aus Rassismus in der Kriegspropaganda und kulturell bedingter Betonung der Jagd als Ausdruck von Männlichkeit bei einigen US-Soldaten zu Grenzübertretungen geführt hat

Foto: SPIEGEL TV
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"The Deer Hunter" (Filmszene, 1978): Auch in den Kriegen in Korea und Vietnam präparierten US-Soldaten Köpfe toter Feinde als Souvenirs, wenngleich die Bericht darüber seltener sind als im Zweiten Weltkrieg. Der Oscar-gekrönte Spielfilm "The Deer Hunter" ("Die durch die Hölle gehen") konterkariert am Beispiel dreier Freunde aus einer US-Kleinstadt die kulturellen Faktoren Jagdbegeisterung und Männlichkeitrituale mit dem Schrecken des Kriegseinsatzes

Foto: United Artists
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