Kriegsverbrechen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kriegsverbrechen Männer mit Vergangenheit

Er war ein Säufer, Betrüger, Kinderschänder - und Chef einer SS-Sondereinheit. Aus einer Horde von Wilddieben formte der Kaufmannssohn Oskar Dirlewanger eine Mörderbande, die in Warschau 1944 in wenigen Tagen Zehntausende Menschen umbrachte. Jetzt sind Hinweise auf noch lebende Täter der Truppe aufgetaucht.
1 / 12

SS-Offizier Dirlewanger: Der deutsche Offizier schlug mit der SS-Sonderformation Dirlewanger den Warschauer Aufstand 1944 brutal nieder. Die polnische Heimatarmee kämpfte seit dem 1. August 1944 darum, die Hauptstadt noch vor dem Einmarsch der Roten Armee von den deutschen Besatzern zu befreien. Wehrmacht, Schutzstaffel und Polizei gingen brutal gegen die Aufständischen und die Zivilbevölkerung vor. Dirlewanger erhielt für den Einsatz in Warschau das Ritterkreuz und eine Einladung des NS-Generalgouverneurs Hans Frank zu einem Festessen auf der Krakauer Burg.

Foto:

DER SPIEGEL

2 / 12

Der Warschauer Aufstand: Polnische Widerstandskämpfer beim Barrikadenbau in der Nähe der Sienna-Straße im August 1944.

3 / 12

Gottlob Berger: Als Kamerad Oskar Dirlewangers aus dem Ersten Weltkrieg sorgte Gottlob Berger dafür, dass sich dieser im Spanischen Bürgerkrieg in der "Legion Condor" im Sinne der SS bewähren konnte. Das Foto zeigt Berger, der im nationalsozialistischen Deutschen Reich Chef des SS-Hauptamtes, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS war, bei seiner Verurteilung zu 25 Jahren Haft am 13. April 1949 im Wilhelmstraßen-Prozess in Nürnberg.

Foto: AP
4 / 12

Dirlewangers Erkennungsmarke: Die Metallmarke mit der eingeprägten Personenkennziffer wird von Soldaten an einer Kette um den Hals getragen und dient im Todesfall zur Identifizierung der sterblichen Überreste. Um Gerüchte, dass Oskar Dirlewanger den Zweiten Weltkrieg überlebt habe und in Diensten arabischer Staaten tätig sei, zu widerlegen, wurde dieser in den sechziger Jahren exhumiert. Die gerichtsärztliche Untersuchung ergab eindeutig, dass es sich bei dem Bestatteten um Dirlewanger handelte. Der deutsche Offizier war von Polen in einem Racheakt zu Tode gefoltert worden. Während des Warschauer Aufstandes 1944 hatte Dirlewanger mit seiner SS-Sonderformation mehrere Zehntausende Menschen getötet.

5 / 12

Erich von dem Bach-Zelewski: Als kommandierender General befehligte Erich von dem Bach-Zelewski im August 1944 die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes. Die Gewaltexzesse und Plünderungen durch die SS-Sonderformation Dirlewanger unterband er schließlich, da sie die Disziplin in der Truppen bedrohten. Hier ist der SS-Obergruppenführer und General der Polizei in einer Aufnahme aus dem Jahre 1944 zu sehen.

6 / 12

Suche nach Angehörigen: Ein Auffanglager für Flüchtlinge bei Warschau im September 1944 - an den Zäunen hängen Hunderte von Zetteln mit Suchtexten während des Warschauer Aufstands getrennter Angehöriger.

7 / 12

Hermann Fegelein: Der SS-Standartenführer und Ritterkreuzträger Hermann Fegelein in einer Aufnahme aus dem Jahre 1942. Fegelein, einer der größten NS-Verbrecher, bezeichnete laut Generalstabschef Heinz Guderian gegenüber Hitler die Männer Dirlewangers als "wirkliche Strolche".

8 / 12

Widerstand auf den Straßen: Polnische Widerstandskämpfer mit der Unterstützung durch Einwohner beim Barrikadenbau im August 1944 in der Nähe der Senatorski-Straße in Warschau.

9 / 12

"Panzeradmiral": General der Panzertruppe Heinz Wilhelm Guderian in seinem Kommandowagen auf dem Vormarsch in Frankreich im Juni 1940.

10 / 12

Hans Frank: Während des Zweiten Weltkrieges war Dr. Hans Frank Generalgouverneur des besetzten Polen. Zum Dank für den Einsatz Oskar Dirlewangers bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes ab 1. August 1944 lud er diesen zu einem Festessen auf der Krakauer Burg ein. Die Aufnahme zeigt ein Treffen von SA-Formationen in Krakau, dem Sitz der Zentralen Verwaltung des Generalgouvernements am 15. August 1943 und die Fahnenweihe durch den Generalgouverneur Hans Frank.

11 / 12

Heinz Reinefarth: Mehrere Versuche, den SS-Gruppenführer sowie Generalleutnant der Waffen-SS und Polizei wegen der Massaker in Wola und Ochota während des Warschauer Aufstandes 1944 anzuklagen, scheiterten in den sechziger Jahren. In den Vernehmungen schob Reinefarth die Schuld für die Gewaltexzesse Oskar Dirlewanger und anderen verstorbenen Kommandeuren zu.

12 / 12

Widerstand gegen Besatzer: Polnische Widerstandskämpfer haben während des Warschauer Aufstandes im Sommer 1944 einige deutsche Soldaten gefangengenommen.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?