Kriegsverbrechen - DER SPIEGEL
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Kriegsverbrechen Hitlers willfährige Truppe

"Absondern, erschießen": Erstmals sind alle Akten deutscher Kampfverbände an der Ostfront ausgewertet worden - sie beweisen, dass Hitlers Generäle dessen Mordbefehle ohne Skrupel durchführen ließen. Der Mythos von der sauberen Wehrmacht ist endgültig am Ende.
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Vorrückende Wehrmacht: Deutsche Soldaten greifen im Winter 1941/42 ein russisches Dorf an. Die Verbissenheit, mit der sich die die Rote Armee verteidigte, wurde durch die Praxis der Gefangenenerschießung auf deutscher Seite noch gesteigert.

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Russische Kriegsgefangene: Dass die Deutschen gefangene Politkommissare sofort liquidierten, sprach sich bei den sowjetischen Truppen schell herum. Viele Politoffiziere kämpften deshalb bis zum Letzten, begingen Selbstmord oder entledigten sich ihrer Rangabzeichen. Bald meldete die Wehrmacht immer häufiger, dass "keine Kommissare gefangen genommen" werden konnten.

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Flammendes Inferno: Wehrmachtsoldaten vor einem in Brand geschossenen sowjetischen Fahrzeug, kurz nach beginn des Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Im Vordergrund ein deutscher Panzerkampfwagen III.

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Mittag im Feld: Deutsche Soldaten in einer Kampfpause an der Ostfront im Sommer 1941. Unter dem Decknamen "Unternehmen Barbarossa" hatte Hitler am 22. Juni 1941 den Angriff auf die Sowjetunion begonnen. Bereits gut zwei Wochen zuvor, am 6. Juni, hatte der Diktator die "Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare" erlassen, die völkerrechtswidrig die sofortige Erschießung gefangengenommener sowjetischer Politoffiziere anordnete.

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Gefangene: Drei sowjetische Soldaten, die offenbar gerade auf einer Lichtung gefangen genommen wurden. Das Bild fand sich ohne nähere Angaben nach dem Krieg im Nachlasse eines ehemaligen Wehrmachtssoldaten. Das Schicksal der Männer ist ungewiss. Mindestens 3,3 Millionen der insgesamt rund 5,7 Millionen der von der Wehrmacht gefangenen Angehörigen der Roten Armee starben in deutschen Lagern. Politoffiziere wurden bis Juni 1942 in der Regel gleich nach der Gefangennahme völkerrechtswidrig erschossen.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
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Russische Kriegsgefangene: Bewacht von deutschen Panzern warten sowjetische Kriegsgefangene Ende November 1942 auf ihren Abtransport. Der Kommissarbefehl war zu diesem Zeitpunkt schon außer Kraft, weil sich die Erschießung gefangener Politoffiziere als kontraproduktiv erwiesen hatten - statt die Moral der Sowjets zu lähmen, kämpften diese nun besonders verbissen. Doch auch so lag ihre Überlebenschance bei rund 50 Prozent - nur jeder zweite sowjetische Kriegsgefangene überlebte die deutschen Lager.

Foto: dpa
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Face Of Defeat: Ein russischer Soldat ergibt sich im August 1941 einer Wehrmachtseinheit. "Der Feind ist niedergerungen, die Säuberung des Schachtfelds hat begonnen" lautet die Originalunterschrift unter diesem deutschen Propagandafoto. Für Politoffiziere der Roten Armee bedeutete die Gefangennahme in der Regel die sofortige Erschießung - Hitler hatte es im "Kommissarbefehl" so angeordnet, und die Wehrmacht fühtr diesen verbrecherischen Befehl im allgemeinen zuverlässig aus.

Foto: Getty Images
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Erich Hoepner: Der spätere Generalleutnant und Ritterkreuzträger im Jahr 1938. Hoepner ordnete beim Angriff auf die Sowjetunion 1941 als Kommandeur des XXXXI. Armeekorps und des LVI. Armeekorps an nicht nur die "Erschießung russischer Kommissare in Uniform" an, sondern auch "die gleiche Behandlung von Zivilkommissaren". Das ging noch über den sogenannten Kommissarbefehl hinaus, der die unterschiedslose Tötung der sowjetischen Partei- und Verwaltungsfunktionäre gar nicht verlangte. Weil er einen Durchhaltebefehl ignoriert hatte, wurde Hoepner Anfang Januar 1942 von Hitler wegen "Feigheit und Ungehorsam" aus der Wehrmacht verstoßen. Der entlassene General schloss sich später dem Widerstand an, wurde am 20. Juli 1944 im Bendlerblock verhaftet und am 8. August auf Befehl Hitlers gehenkt.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Atelier Bieber/Nather
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Hitler mit General von Schwedler: Hitler mit General Viktor von Schwedler (r.) 1940 an der Westfront. Unmittelbar vor dem Angriff auf die UdSSR gab auch von Schwedler den verbrecherischen "Führererlass" zur Ermordung der sowjetischen Politkommissare ohne Einschränkung an seine Einheiten weiter. "Tragen Uniform, werden aber als Soldaten nicht anerkannt.", heißt es in einem Besprechungsprotokoll von Schwedlers mit seinen Divisonskommandeuren vom 19. Juni 1941. "Absondern von den übrigen Gefangenen. An Ort und Stelle auf Befehl eines Offiziers erschiessen."

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek
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