Krupp-Austellung - DER SPIEGEL
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Krupp-Austellung Kanonenkönige mit Kamera

Der Name Krupp steht in Deutschland als Synonym für Stahl - und die Millionen, die der Clan mit Waffen verdiente. Dass die Industriellen-Sippe die Fotografie liebte, zwei Millionen Bilder sammelte und vor allem selber schoss, war bislang kaum bekannt. Jetzt wird ein Teil der Fotos erstmals veröffentlicht.
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Profiteure des Krieges: Die Familie Krupp von Bohlen und Halbach auf einer Aufnahme von 1930. Das Unternehmen war in dieser Zeit angeschlagen, die Folgen der Weltwirtschaftskrise hatten Krupp hart getroffen. Ab 1933 später sollte der Konzern jedoch florieren - dank der Aufrüstung durch die nationalsozialistischen Machthaber und dank des Zweiten Weltkriegs. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Mitte) war beliebt bei Adolf Hitler, dieser verlieh ihm 1940 das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP. Sein Sohn Alfried (2.v.r.) wurde zum ersten Fotokünstler der Familie, der mit seiner Leica vorwiegend Landschaften ablichtete: Südamerika, Asien, Australien, Neuseeland, Marokko, die Türkei.

Foto: Historisches Archiv Krupp/Klaus Pollmeier
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Alleinerbin: Die ältere Tochter von Friedrich Alfred Krupp, hier eine Aufnahme von 1910, ist nach dessen Tod die Erbin des Krupp-Konzerns und heiratet auf Vermittlung des deutschen Kaisers Wilhelm II. 1906 den Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach.

Foto: Historisches Archiv Krupp/Klaus Pollmeier
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Diplomat und Hitler-Freund: Gustav und Bertha Krupp von Bohlen und Halbach mit ihrem Sohn Alfried, 1910. Von Bohlen und Halbach war kaiserlicher Diplomat, bevor er die Krupp-Erbin Bertha heiratete und zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Konzerns aufstieg. Im "Dritten Reich" machte das Unternehmen dank der Rüstungspolitik der Nazis gigantische Gewinne - Krupp von Bohlen und Halbach selbst wurde 1937 zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. In den Nürnberger Prozessen sollte er zunächst angeklagt werden, wurde dann aber für prozessunfähig erklärt.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Der Ursprung von allem: Das Gelände der Gussstahlfabrik Fried. Krupp in Essen, aufgenommen 1864, aus der das spätere Krupp-Großunternehmen hervorging. Schon hier wurde fleißig fotografiert und dokumentiert. 1854 hatte Alfred Krupp den technischen Zeichner Hugo van Werden in Hannover zu seinem ersten Haus- und Hoffotografen ausbilden lassen.

Foto: Historisches Archiv Krupp/Klaus Pollmeier
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Runde Sache: Arbeiter mit einem Radreifen in der Essener Krupp-Fabrik, aufgenommen 1899 vom Werksfotografen. Der Radreifen, Mitte des 19. Jahrhunderts patentiert, machte die von Friedrich Krupp gegründete Firma reich. Krupp verkaufte den Reifen in die USA - Abnehmer waren die dortigen Eisenbahnlinien.

Foto: Historisches Archiv Krupp/Klaus Pollmeier
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Der Hammer: Alfred Krupp konstruierte Mitte des 19. Jahrhunderts einen Dampfhammer von einer noch nie da gewesenen Größe. Das mehrere Meter hohe Gerüst hatte ein Fallgewicht, die sogenannte Bärmasse, von 50 Tonnen. Im September 1861 wurde "Fritz", wie Krupp das Eisen-Monstrum nannte, in Betrieb genommen. Das Foto zeigt seine letzte Schicht am 4. März 1911.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Der letzte Krupp: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach mit seinem Sohn Arndt, 1940. Alfried wird heute "der letzte Krupp" genannt. Sein Sohn verzichtete auf sein Erbe und machte so die Gründung der "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach"-Stiftung möglich.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Tod eines Namens: Krupp starb 1967 an Lungenkrebs - und mit ihm auch der Namensbestandteil der Familie Krupp von Bohlen und Halbach. Kaiser Wilhelm II. hatte verfügt, dass nur die Personen den Namen Krupp tragen dürften, die auch am Unternehmen beteiligt sind beziehungsweise dieses führen. Doch Krupps Vermögen ging nach dessen Tod nicht an den Sohn Arndt, sondern an die neu gegründete Stiftung. Das Bild zeigt Krupp mit Lehrlingen im Essener Werk, 1961.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Angeklagt und amnestiert: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach mit Lehrlingen in der Radsatzwerkstatt in Essen, 1961. Zehn Jahre zuvor war der Konzernlenker aus der Haft im Landsberger Kriegsverbrechergefängnis entlassen worden. Ursprünglich wurde Krupp in den Nürnberger Prozessen unter anderem wegen der Beschäftigung von Zwangsarbeitern zu zwölf Jahren Haft verurteilt - der Hohe Kommissar für Deutschland, John McCloy, begnadigte ihn jedoch 1951.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Rüstungsgigant: Arbeiter im Krupp-Werk in Essen, aufgenommen 1899. Um die Jahrhundertwende produzierte Krupp vor allem für die Rüstung. Unter Friedrich Alfred Krupp stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 45.000. Friedrich Krupps Tochter Bertha sollte nach seinem Tod die Alleinerbin der Firma werden.

Foto: Historisches Archiv Krupp/Klaus Pollmeier
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Rostfrei: Versuchsanlage zur Stahlherstellung, aufgenommen 1962 im Essener Krupp-Werk. Krupp hatte 1912 seinen "Nirosta" patentieren lassen. Der "Nichtrostende Stahl" wurde zum Verkaufsschlager.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Bitte nicht fotografieren! Ein Maßprüfer des Essener Krupp-Werks, aufgenommen 1961. Etwa zwei Millionen Bilder sind aus der Firmengeschichte erhalten, 400 davon werden in der Villa Hügel anlässlich des 200-jährigen Firmenjubiläums gezeigt. Fotografieren durften auf dem Werksgelände lange Zeit nur die Werksfotografen und die Krupps selbst - den Mitarbeitern war die Dokumentation ihrer Arbeit nicht erlaubt.

Foto: Historisches Archiv Krupp/Klaus Pollmeier
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Fusion: Ein 28,8-Tonnen-Dampfturbinenläufer im Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation, aufgenommen 1961. 1965 fusionierte der Bochumer Konzern mit der Fried. Krupp Hüttenwerke AG. Ein interessanter Vorgang - schließlich hätten die Hüttenbetriebe Krupps eigentlich abgetrennt und verkauft werden müssen. So sah es jedenfalls der sogenannte "Mehlemer Vertrag" vor, den Krupp mit den Alliierten in den fünfziger Jahren ausgehandelt hatte und in dessen Folge er sein nach dem Zweiten Weltkrieg konfisziertes Vermögen rückerstattet bekommen hatte. Krupps Hüttenwerke wurden zwar abgetrennt, aber nie verkauft.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Prunk in Essen: Die Villa Hügel in Essen war 1873 von Alfred Krupp gebaut und zum repräsentativen Sitz der Familie ausgebaut worden. Der Prunkbau hat unglaubliche 8000 Quadratmeter Wohnfläche, hier fanden in den ersten Jahrzehnten regelmäßig Bälle und große Feste statt. Auch Kaiser Wilhelm II. soll fast ein Dutzend Mal in der Villa zu Gast gewesen sein. Für den letzten der Krupps, Alfried, wurde der Palast nie wirklich zum Zuhause. Das Bild zeigt den Patriarchen bei einer Tagung der Krupp-Auslandsvertreter am 25. April 1961 vor der Villa Hügel.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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Alles entwickelt sich: Die Kruppsche Abteilung für Reprografie in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Fast zwei Millionen Bilder schossen oder sammelten die Krupps seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und schufen so eine gigantische Selbstporträt der Firmen- und Familiengeschichte.

Foto: Historisches Archiv Krupp
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