Kuba: Castros Comeback - DER SPIEGEL
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Kuba Castros Comeback

Vier Jahre sah man ihn allenfalls sporadisch - seit kurzem zeigt er sich wieder ausgiebig in der Öffentlichkeit: Kubas Fidel Castro scheint seine Krankheit überwunden zu haben. Schon wird über seine künftige Rolle im kommunistischen Land spekuliert.
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Comeback des "Maximo Lider": Erstmals seit vier Jahren nahm Kubas Fidel Castro Anfang August wieder an einer Parlamentsitzung teil. Der Auftritt nährte sogleich die Spekulationen, ob Castro wieder stärker die Politik des kommunistischen Landes bestimmen wird. Am Freitag, dem 13. August 2010, wurde er 84 Jahre alt.

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In den vergangenen Jahren hatte sich Castro selten in der Öffentlichkeit gezeigt. Von seiner Krankheit gezeichnet gab er nur sporadisch Lebenzeichen. Die Macht hatte er an seinen Bruder Raúl abgegeben.

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Fast 50 Jahre lenkte Castro autoritär die Geschicke des Landes, nachdem seine Guerilla 1959 Diktator Batista aus dem Land vertrieben hatte. Umstritten vom ersten Tag, gefällt er sich bis heute in der Rolle des letzten wirklichen Rebellen. Eine Rolle, die er auch vor den Vereinten Nationen im September 1960 zu spielen wusste.

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Der Kalte Krieg hielt seine Idee am Leben - und seine Idee den Kalten Krieg. Mit der Sowjetunion und deren langjährigem Regierungschef Chruschtschow verband Kuba zu Zeiten des Block-Konflikts aber ein angespanntes Verhältnis.

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Stets setzte sich Castro als Mann des Volkes in Szene...

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...tatsächlich regierte er das Land mit harter Hand, blockierte Wandel und wirtschaftliche Entwicklung.

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Im Westen weitgehend geächtet, nutzte er Auftritte mit "Freunden", um den Ruf seines Landes aufzupolieren. Zum Jahrestag der Revolution 1991 begrüßte er Südafrikas Nelson Mandela auf Kuba.

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Besonders die Unterdrückung seiner Gegner brachte Castro den Ruf eines diktatorhaften Herrschers ein. Bei einem Treffen mit Castro setzte sich Papst Johannes Paul II. im Januar 1998 für die Freilassung politischer Gefangener auf Kuba ein.

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Berühmt und berüchtigt waren seine öffentlichen Auftritte. Teils stundenlang philosophierte Castro über die Revolution, die Weltpolitik und Feinde, die es zu bekämpfen galt.

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Ex-US-Präsident Jimmy Carter war nur einer von jenen, die Castro immer wieder drängten, das Land demokratisch zu öffnen. Im Mai 2002 flog Carter eigens nach Havanna - und eröffnete mit dem Staatschef ein Baseballspiel.

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So verhasst Castro im Westen während seiner Amtszeit war, so beliebt war er in weiten Teilen Südamerikas. Bei Auslandsauftritten, wie hier im Juli 2006 im argentinischen Cordoba, wurde er von Massen gefeiert.

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Wenig später schien seine Macht am Ende: Im August 2006 gab er aufgrund einer schweren Erkrankung seine Posten als Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Präsident von Staatsrat und Regierung an seinen jüngeren Bruder Raúl ab.

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Nur sporadisch zeigte er sich noch der Öffentlichkeit - in der Klinik, beim Lesen - und mit ausländischen Staatschefs, wie hier mit Venezuelas Hugo Chávez im Juni 2008.

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Auch Brasiliens Präsident Lula stattete dem "Maximo Lider" im Februar 2010 einen Besuch in Havanna ab. Nach Castros unerwartetem Comeback scheint klar: Lula dürfte nicht der letzte hochrangige Gast gewesen sein.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?