Kuba: Tod eines Dissidenten - DER SPIEGEL
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Kuba Tod eines Dissidenten

Kubas Opposition begehrt auf. Nach dem Hungertod eines Gefangenen verweigern weitere Dissidenten Nahrung - notfalls bis sie sterben, sagen sie. Der Fall verhärtet die Fronten. Die Führung in Havanna ist uneinsichtig, die Annäherung von EU und USA stockt.
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"Hasta la victoria siempre!" So lautet das Motto der kubanischen Revolution. Doch 50 Jahre nach dem Sturz der Diktatur sind viele Kubaner unzufrieden - über den Mangel an Reformen und Freiheiten.

Foto: DESMOND BOYLAN/ REUTERS
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Der Tod des Dissidenten Orlando Zapata Tamayo im Februar 2010 erschütterte Kuba und die Welt. Zapata starb im Gefängnis - nach 85 Tagen Hungerstreik. Oppositionelle versammelten sich zur Trauer und warfen der Regierung "Mord in juristischer Verkleidung" vor.

Foto: Alejandro Ernesto/ dpa
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Zapata war im März 2003 festgenommen und wegen Delikten wie Störung der öffentlichen Ordnung und Respektlosigkeit zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Zu seiner Beerdigung wollten Oppositionelle aus dem ganzen Land kommen - doch viele wurden festgenommen.

Foto: Handout/ dpa
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Weltweit protestierten Menschen gegen den Tod des Dissidenten - hier ein Mann vor der kubanischen Botschaft in Madrid.

Foto: PEDRO ARMESTRE/ AFP
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Andere Dissidenten traten ebenfalls in den Hungerstreik. Guillermo Fariñas ist Psychologe und Mitglied des Netzes der "Unabhängigen Journalisten". Er wurde bereits nach sieben Tagen ohne Nahrung in ein Krankenhaus eingeliefert, weil er ohnmächtig und nicht ansprechbar war.

Foto: Alejandro Ernesto/ dpa
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Doch Fariñas hielt 135 Tage durch, erst am 8. Juli beendete er den Hungerstreik. "Es gibt Momente, in denen wir Märtyrer brauchen", sagte Fariñas in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El País".

Foto: ENRIQUE DE LA OSA/ REUTERS
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Die Hoffnung auf einen Wandel auf Kuba haben sich nicht bestätigt. Auf dem Bild ist eine Straße in Santiago de Cuba zu sehen. "Kubaner, die es wagen, Kritik an der Regierung zu üben, leben in ständiger Angst", schreibt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Foto: RODRIGO ARANGUA/ AFP
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Vor vier Jahren übernahm Raúl Castro die Amtsgeschäfte von seinem Bruder Fidel. Doch Raúl habe den Unterdrückungsapparat aufrechterhalten, statt ihn aufzulösen, sagen Bürgerrechtler.

Foto: Alejandro Ernesto/ dpa
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Im Hintergrund zieht noch Fidel Castro die Fäden, vermuten Beobachter. Auf dem Bild ist er mit Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zu sehen. Dieser besuchte Kuba im Februar, wenige Stunden nach dem Hungertod des Dissidenten Zapata - und sagte kein Wort dazu.

Foto: Est. Revolución/ dpa
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Doch selbst bei härterer Kritik der internationalen Gemeinschaft glauben Experte nicht an einen schnellen Wandel auf Kuba. "Je mehr Druck aufgebaut wird, desto mehr führt das bei der kubanischen Führung zum genauen Gegenteil", sagt Bernd Wulffen, früherer deutscher Botschafter in Havanna. "Nach außen wird dann Stärke und Geschlossenheit demonstriert."

Foto: Javier Galeano/ AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?