Künstliche Sprachen - DER SPIEGEL
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Künstliche Sprachen "nuqDaq 'oH puchpa''e' ?"

Sprechen Sie Volapük? Oder Loglan? Seit mehr als hundert Jahren tüfteln Wissenschaftler und Visionäre an einer Sprache für alle. Einigen konnten sie sich bislang nicht, doch ein Zungenschlag ist stark im Kommen - Zehntausende sprechen klingonisch.
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Verkehrte Welt: "Ua za'e jbivistci" - "Aha! Es ist ein Nahglas!", sagt das linke Fantasiewesen auf Lojban und hält das Teleskop verkehrt herum. Den Cartoon hat Chris Done gezeichnet.

Foto: Chris Done
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Sprachprobleme: Auch Kunstsprachen sind nicht frei von Ungereimtheiten. Timo Paulssen entwarf einen Cartoon, der ein Problem der "logischen Sprache" illustriert. Die Bildgeschichte in der Kunstsprache Lojban ist "kaum zu übersetzen, und genau das sagt auch schon alles über das Problem aus", so der Vizepräsident der Logical Language Group (LLG) Arnt Richard Johansen. Es illustriert die Frage, wie sich ein Befehl und eine Frage in einem Lojban-Satz vereinen lassen.

Lojban, das seit den fünfziger Jahren (zunächst unter dem Namen Loglan) entwickelt wurde, ist so logisch aufgebaut, dass es in Zukunft zwar auch zur Kommunikation zwischen Menschen und Computern dienen könnte. Da menschliche Gespräche aber nicht immer logisch sind und Gefühle ohnehin keiner Logik folgen, stößt die Sprache im Alltag an Grenzen.

Foto: Timo Paulssen
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Weißes Kaninchen: Die logische Sprache Lojban funktioniert auch bei literarischen Übersetzungen. Jorge Llambías übersetzte diese Seite des Buches "Alice im Wunderland".

Foto: Jorge Llambías
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Zeitschrift Progreso: Die Ido-Zeitschrift "Progreso" ist die älteste Publikation dieser Kunstsprache. Ido war Anfang des 20. Jahrhunderts kreiert worden, nachdem eine fünfköpfige Delegation von 1900 bis 1907 nach einer internationalen Sprache gesucht hatte. Weil sie keines der bereits existierenden Projekte für erfolgversprechend hielt, entstand Ido auf Basis von Esperanto neu. Progreso ist das Hauptmagazin der "Union für die Internationale Sprache" (ULI).

(Quelle: www.ido.li )

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Adavane!: Die Titelseite des in Spanien herausgegebenen Ido-Magazins "Adavane!" vom Oktober 2007.

(Quelle: www.ido.li )

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Tolkiensprache: Das Elbische ist eine Erfindung von J.R.R. Tolkien. Elben sprechen Sindarin - und zahlreiche Fans, die es heute wie eine neue Fremdsprache erlernen.

Das Vaterunser auf Sindarin hört sich so  an (Quelle: ellamath.de) und liest sich wie folgt:

Ae Adar nín i vi Menel
no aer i eneth lín
tolo i arnad lín
caro den i innas lín
bo Ceven sui vi Menel.
Anno ammen sír i mbas ilaurui vín
ar díheno ammen i úgerth vín
sui mín i gohenam di ai gerir úgerth ammen.
Ar avdogo ven nan úthaes, dan togo ven uin um.
Lín i arnad, ar i vâl, ar i aglar, nan-uir.

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Asterix auf Esperanto: Esperanto ist die am weitesten verbreitete internationale Kunstsprache. Die Anfänge der Sprachentwicklung basieren auf Überlegungen des Polen Ludwik Lejzer Zamenhof aus dem Jahr 1887. Heute gibt es auch die Abenteuer von Asterix und Obelix auf Esperanto zu lesen.

Foto: dpa
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Esperantoschöpfer: Ludwik Lejzer Zamenhof (1859-1917) entwickelte die Kunstsprache Esperanto, die bis heute die am weitesten verbreitete der Welt ist. Zamenhof war eigentlich Augenarzt, gab aber unter dem Pseudonym Dr. Esperanto 1887 erstmals eine Broschüre heraus, die die Grundlagen der Sprache vermittelte.

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Sprachführer: Klingonisch ist eine im Auftrag von Paramount Pictures für die Fernsehserie "Star Trek - das nächste Jahrhundert" entwickelte Kunstsprache. Mittlerweile gibt es das Klingon Language Institute (KLI), das Neu-Klingonen beim Erlernen der Sprache hilft. Das KLI hat auch den Klang einiger Sätze auf Klingonisch aufgenommen:

"nuqDaq 'oH puchpa''e' " (Wo ist das Klo?) klingt so .

Und "Heghlu'meH QaQ jajvam" (Heute ist ein guter Tag zu sterben) so .

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Weltsprache Volapük: Diese internationale Kunstsprache war eine Erfindung des katholischen Priesters Johann Martin Schleyer. 1880 erschien das Buch "Volapük - Die Weltsprache".

Das Vaterunser liest sich in der ersten erfolgreichen Weltsprache wie folgt:

O Fat obas, kel binol in süls,
paisaludomöz nem ola!
Kömomöd monargän ola!
Jenomöz vil olik,
äs in sül, i su tal.
Bodi obsik vädeliki givolös obes adelo.
E pardolös obes debis obsik,
äs id obs aipardobs debeles obas.
E no obis nindukolös in tentadi,
sod aidalivolös obis de bad.

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Loglan-Klingonisch: "Professor Brown, da ist jemand der die Whorf-Hypothese bewiesen haben möchte." Der Cartoon von Rex May bezieht sich auf die Entstehung der logischen Sprache Loglan und ist zugleich ein Wortspiel. Der Klingone aus der Fernsehserie Star Trek mit Namen Worf erkundigt sich nach der Sapir-Whorf-These. Sie besagt, dass Sprache das Denken beeinflusst. Die logische Sprache Loglan wurde entworfen, um das zu testen. Die Sprache der Klingonen erfand der Linguist Mark Okrand im Auftrag von Paramount Pictures.

(Quelle: www.loglan.org )

Foto: Rex May/baloocartoons.com
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Sprachchaos: "Was sollen wir mit diesem Gentleman machen, Dr. Brown? -- Er spricht Loglan mit Esperanto-Akzent!", fragt das Cartoon-Mädchen auf Loglan.

Die internationale Sprache Esperanto wurde 1887 erstmals vorgestellt. Vor allem in Frankreich fand sie anfangs Beachtung. Heute ist sie mit geschätzten 500.000 bis 10 Millionen Sprechern laut dem Verein "Deutsche Esperanto-Jugend" weltweit die erfolgreichste Kunstsprache.

Loglan ist eine logische Sprache, die der Soziologe Dr. James Cooke Brown in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts kreierte.

(Quelle: loglan.org )

Foto: Rex May/baloocartoons.com
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Logiker: Der Erfinder der logischen Sprache "Loglan", James Cooke Brown. Das Foto entstand 1994 während einer Reise Browns nach Beijing.

(Quelle: loglan.org )

Foto: Evy Anderson
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