Harlem Globetrotters Ball-Clowns mit Vision
Akrobaten mit dem Schalk im Nacken: Die Spiele der Harlem Globetrotters kombinieren stets eine einzigartige Mischung aus Sportveranstaltung, Zirkusrevue und Comedy-Show. Die Gegner, meist die fiktiven Washington Generals, reisen mit dem Team und werden bezahlt. Ein Sieg der Globetrotters ist damit vorausgesetzt, auch wenn alle Spiele offiziell als Wettkampf gelten. Wichtig ist jedoch nicht dass die 'Trotters gewinnen, sondern wie. Der vorgeschriebene Spielausgang macht den Weg frei für Trick und Showeinlagen. Michael "Wild Thing" Wilson, der sich hier am Korb austobt, hält den Rekord für den höchsten Slam Dunk (3,65 Meter).
Eine Institution: Keine Globetrotters-Show wäre komplett, ohne die Konfetti-Einlage. Der Schnipsel-Regen geht auf die Zuschauer nieder, die eigentlich einen Eimer voll Wasser erwarten. Doch manchmal ist eben doch...
Wasser im Eimer: Dann sind die Schiedsrichter bevorzugtes Ziel der Attacke.
Großer Name, großer Spieler: Wilt ("The Stilt") Chamberlain stand in der Saison 1958/59 im Team der Globetrotters. Eigentlich wäre der 2,16-Mann viel lieber direkt vom College in die NBA gewechselt, dieser Sprung verwehrten ihm jedoch die Liga-Regularien. Also verbrachte er ein "Wartejahr" im Trikot der 'Trotters, das für damalige Verhältnisse fürstliche Gehalt von 65.000 US-Dollar dürfte ihm die Geduldsprobe versüßt haben. In der NBA sollte Chamberlain eine absolute Legende werden und zwei Meistertitel holen. Sein Rekord von 100 Punkten in einer einzigen Partie steht noch heute.
Überragend: Nicht nur körperlich war der Riese Wilt Chamerlain eine Attraktion. Seine überschäumende Persönlichkeit und ein angeborenes Talent als Entertainer prädestinierten ihn geradezu für eine Karriere als Globetrotter. Auch zu NBA-Zeiten kehrte Chamberlain immer noch während der Sommerpause zum Team zurück und ging mit auf Tournee.
Botschafter des Sports: Neben ihren zahllosen Shows in aller Welt widmen sich die Globetrotters auch karitativen und sozialen Aufgaben. Hier initiiert das Team während der Eröffnung einer Fitnesskampagne im August 2008 einen besonderen Rekordversuch: Mehr Menschen als jemals zuvor dribbelten in Harlem, New York gleichzeitig einen Basketball.
Fleißiges Maskottchen: Wer austeilt muss auch einstecken - normalerweise sind die Globetrotters bekannt für die Streiche, die sie Zuschauern, Gegenspielern und Schiedsrichtern spielen. Hier kehrte sich das Bild ausnahmsweise einmal um und 'Trotterslegende Curly Neal musste sich diesem NBA-Maskottchen geschlagen geben.
Trickreiche Ballkünstler: Die Globetrotters genießen einen legendären Ruf für ihre exzellenten Fähigkeiten als Entertainer und Basketball-Akrobaten. In dieser Szene zeigt Herb "Flight Time" Lang, dass er mit nur einem Ball allein kaum ausgelastet ist. Besonders die Aufwärmroutine des Teams, bei der sich die Athleten das Spielgerät möglichst trickreich zupassen, bildet einen elementaren Teil einer jeden Show.
Seit 80 Jahren um die Welt: Weit über 100 Länder haben die Harlem Globetrotters bereits besucht, vor Königen, Fürsten und Alleinherrschern gespielt. Hier hat Howard Gaffney während der Asien-Tour des Teams 2004 an der chinesischen Mauer ein spezielles Transportmittel gewählt. Bis zu drei Mannschaften sind parallel unterwegs, so bringt es das Team auf viele hundert Spiele pro Jahr.
Botschafter des guten Willens: Der Slap-Stick-Humor und die komödiantischen Qualitäten der Globetrotters funktionieren international, auch, wie hier, in China.
Krankenbesuch: Neben ihren Auftritten gehören Stipvisiten in den Krankenhäusern der Spielorte zum Pflichtprogramm der Globetrotters. Dort weihen sie, so wie "Sweet" Lou Dunbar, oft die kleinsten Patienten in die Künste des Ballbalancierens ein.
Legendäre Anfänge: Ermer Robinson; Reece "Goose" Tatum; Bill Brown; Bill "Pop" Gates; and Marques Haynes (v.l.n.r.) gehörten zu einem der ersten Globetrotters-Teams, die auch im Ausland ihre Basketball-Künste präsentierten. Vor mehr als 75.000 Zuschauern trat die Mannschaft 1951 in der Berliner Max-Schmeling-Halle auf. Die Show war Teil eine Propaganda-Aktion der US-Verwaltung gegen die zunehmenden kommunistischen Tendenzen in Teilen der Stadt.
Erinnerungen: Marques Haynes, einer der bekanntesten Globetrotter überhaupt, präsentiert ein Bild aus seinen aktiven Tagen. Der Aufbauspieler...
Ballzauberer: ... galt selbst nach Globetrotters-Maßstäben als besonders talentierter Ballzauberer. Viele seiner Bewegungen und Kniffe finden sich noch heute in der Trickkiste eines jeden Basketballers. Hier beweist der Guard seine Fähigkeiten gegen die Boston Celtics.
Wilder Ritt: Freddie Neal (l.) und Meadowlark Lemon während der Globetrotters-Saison 1965. In einer typischen Spielzeit wie dieser absolvierte das Team 180 Spiele in 87 Ländern. Lemon galt über zwei Jahrzehnte als Leitfigur der Mannschaft und fungierte zeitweise auch als Coach. Besonders...
Publikumsliebling: ...sein Talent als Clown und Alleinunterhalter machten ihn beim Publikum beliebt. Der Fokus von Fans und Medien richtete sich zeitweise derart auf Lemon, dass die Team-Harmonie in Gefahr geriet.
Meilenstein: Als erste Frau streifte Lynette Woodard ab 1985 das Trikot der Globetrotters über. Als Spielführerin hatte sie im Jahr zuvor die US-Damen-Mannschaft zur Goldmedaille im Olympischen Basketballturnier von Los Angeles geführt.
George Mikan: Zweimal hintereinander (1948 und 1949) siegten die Harlem Globetrotters gegen die scheinbar übermächtigen Minneapolis Lakers um Star-Center George Mikan. Die Partien galten damals als wichtiges Signal, da die professionellen Ligen keine afro-amerikanischen Spieler zuließen. Auch sportlich waren die Siege bemerkenswert, immerhin holten die Lakers von 1949 bis 1954 fünf von sechs möglichen Titeln in der Profi-Liga.
Ein Fan in Amt und Würden: Ihre Touren rund um den Erdball führten die Globetrotters immer wieder auch in den Vatikan. Zahlreiche Partien absolvierten sie vor verschiedenen Päpsten, hier posieren sie mit Johannes Paul II, der...
Basketball-Papst: ...natürlich auch einen der klassisch rot-weiß-blauen Globetrotters-Bälle überreicht bekam.
Leitfigur: Gründer, Manager und hin und wieder sogar Auswechselspieler Abe Saperstein (l.) gilt unbestritten als wichtigster Mann in der Geschichte des Teams. Mit einem rostigen Ford Model T kutschierte der findige Geschäftsmann die Mannschaft in den späten 1920er Jahren durch die USA. Gespielt wurde gegen jeden Gegner der zu finden war. Unter Saperstein entwickelten die Spieler ihre Comedy-Nummern, er organisierte auch die ersten Touren nach Übersee. Für seine Verdienste wurde Saperstein, der 1966 verstarb, posthum in die Basketball-Ruhmeshalle aufgenommen.
Stars mit Stern: Auch auf dem Walk of Fame in Hollywood sind die Globetrotters zu finden. Zahlreiche Auftritte in Late-Night-Shows, der "Sesamstraße" und schließlich sogar einer eingenen Zeichentrickserie machten aus den Sportlern in den 70er Jahren echte Medienstars.
Kein Respekt für den Schiri: Mit einem gewaltigen Satz schraubt sich "Hi Lite" Brown in die Höhe und segelt über den Kopf des Schiedsrichters. In der Szene verbinden sich die beiden wichtigsten Elemente im Erfolgsrezept der Harlem Globetrotters: Überragende sportliche Fähigkeiten und einstudierte Comedy-Nummer.
Showman: Reese "Goose" Tatum war nicht nur ein exzellenter Basketballer. Viele der Scherze und Slapstick-Einlagen, die noch heute einen wichtigen Teil des Programms der Globetrotters ausmachen, werden ihm zugeschrieben. Die Nummer 50 wird aus Respekt für seine Verdienste nicht mehr vergeben.
Der erste "Clown Prince": Goose Tatum startete seine Karriere mit den Globetrotters 1941 und blieb dem Team über zwölf Spielzeiten treu. Neben seinem komödiantischen Talent gilt Tatum auch als einer der Erfinder des "Skyhook", einer Wurfbewegung die noch heute zum Repertoire der besten NBA-Center gehört.
Globetrotters in Hamburg: Im August 1955 machten die Harlem Globetrotters in Hamburg Station und spielten in der Ernst-Merck-Halle gegen die Honululu Surfriders. Erhaltene Programmhefte der Tournee sind inzwischen begehrte Sammlerobjekte.
Harlem Globetrotters in Berlin: Das Foto wurde aufgenommen rund um den Auftritt der Harlem Globetrotters am 22. August 1951 im Berliner Olympiastadion vor 75.000 Zuschauern.