Kult-Trainer Neururer Peter der Große
Große Titel hat Peter Neururer bislang nicht gewonnen, die Herzen der Fans aber schon. Der große Schalke-Fan ist noch immer ein Kulttrainer, hat immer einen lockeren Spruch parat - selbst wenn es bei seiner Mannschaft nicht lief. Doch zuletzt lief es bei ihm selbst nicht rund, dreieinhalb Jahre wartete der 57-Jährige nach seiner Entlassung beim MSV Duisburg auf einen neuen Job.
Nun hat es geklappt - ausgerechnet bei einem Club, bei dem er schon einmal unter Vertrag stand: Zweitligist VfL Bochum hat Karsten Neitzel entlassen und Neururer eingestellt.
Seine ersten Erfahrungen im Profibereich sammelte Neururer bei Rot-Weiss Essen (1987) und Alemannia Aachen (1987 bis 1989). Ende April 1987 heuerte er dann bei Schalke an (Bild).
Obwohl es zunächst gut lief, wurde Neururer im November 1990 überraschend entlassen.
Danach begann für Neururer seine Zeit als sogenannter Feuerwehrmann, der Clubs noch vor dem Abstieg bewahren sollte. So betreute er Hertha, Saarbrücken, Hannover, Köln (Bild), Düsseldorf, Offenbach und Ahlen - bei keinem Verein blieb er länger als zwei Jahre.
Am 4. Dezember 2001 übernahm Neururer den VfL Bochum, mit dem er seine erfolgreichste Zeit haben sollte. Zunächst führte er den VfL zurück in die erste Bundesliga.
2004 beendete das Team die Saison sogar auf Rang fünf. Neururer war bis dahin schon eine Kultfigur im deutschen Fußball geworden. Auch dank Sprüchen wie diesem: "Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten."
In der folgenden Saison lief es im Uefa-Pokal aber nicht gut, Bochum verpasste die Gruppenphase. In der Liga stürzte der Club ebenfalls ab - in die zweite Liga: Neururer musste gehen.
Doch er fand schnell einen neuen Arbeitgeber: Hannover. Bei seinem zweiten Engagement bei 96 lief es zu Beginn gut, doch in der Rückrunde der Saison 2005/2006 wurden die Ergebnisse schlechter und das Saisonziel - ein einstelliger Tabellenplatz - verfehlt. Nach drei Spieltagen in der folgenden Saison gaben Neururer und Hannover die einvernehmliche Trennung bekannt.
Seine letzte Trainerstation war dann der MSV Duisburg, wo Neururer von November 2008 bis Oktober 2009 im Amt war. Neururer unterschrieb danach bei keinem anderen Club mehr, wohl auch, weil gute Angebote ausblieben. Stattdessen arbeitete er als TV-Experte und hielt sich mit Golfspielen fit.