Kultauto Trabant: Späte Karriere - DER SPIEGEL
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Kultauto Trabant Späte Karriere

Kein anderes Auto symbolisiert den Mauerfall derart wie der Trabant. Lange überlebt hat der Minimal-Zweitakter im gemeinsamen Deutschland nicht: Vor genau 20 Jahren lief in Zwickau der letzte Trabi vom Band. Heute ist der Zweitakter ein rares Kultauto -in Ost und West.
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Trabant 601: Dieses Auto hat Geschichte geschrieben. Weniger wegen seiner technischen Besonderheiten, sondern weil es als Symbolfahrzeug der deutschen Wiedervereinigung ins kollektive Geschichtsbewusstsein tuckerte.

Foto: Tom Grünweg
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Plötzlich Kult: Als die Mauer fiel, wurde wenig später auch die Trabant-Produktion gestoppt. Doch inzwischen ist das Auto ein regelrechter Kultwagen, dessen Erbe allein in Deutschland von mehr als 120 Clubs gepflegt wird.

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Reng-teng-teng: Das charakteristische Geknatter des Zweitakters kündigt jeden Trabi schon von weitem an.

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Große Offenheit: Im Trabant geht es leger zu, der Fußraum ist ebenso durchgehend geöffnet wie die Ablage unterhalb des Armaturenbretts.

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Extratouren: Dieser Trabant 601 ist technisch bestens in Schuss und wird häufig genutzt. Deshalb baute sein Besitzer auch eine Musikanlage ein und installierte eine Lautsprecherbox gleich links neben der Lenksäule.

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Tacho 120: Wenn der Anlauf lang genug ist und die äußeren Bedingungen passen, schafft der Trabi sogar heute noch 110 km/h - wobei man sich darauf verlassen muss, dass der Tacho die Geschwindigkeit auch korrekt anzeigt.

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Ohne Schnörkel: Die Karosserie aus Duroplast wirkt heute natürlich unfassbar veraltet und unmodern. Anfang der sechziger Jahre jedoch, als das Modell 601 debütierte, war das Auto durchaus ein Hingucker.

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Alles Nötige: Vier Sitzplätze und ein Gewicht von lediglich 615 Kilogramm - im Grunde wäre der Trabant ein ideales Fahrzeug für das kommende Zeitalter des Elektroantriebs.

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Motorblick: Unter der Haube ist ein 600-Kubik-Zweizylinder-Zweitakter eingebaut, der mit einem Öl-Benzin-Gemisch von 1:50 gefahren werden muss. Die Maschine entwickelt 26 PS und leistet damit einen Beitrag zur Entschleunigung der Trabi-Besatzung.

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Reichweitenbestimmung: Eine Tankuhr gibt es nicht im Trabant des Baujahrs 1986. Stattdessen kann man einen Peilstab in den Tank stecken und dann aufgrund des Füllstandes ungefähr ermitteln, wie weit man mit dem Restsprit wohl noch kommt.

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Angedeutete Heckflossen: In den USA war Anfang der sechziger Jahre die Zeit der Heckflossen zwar schon wieder vorbei, doch die Designer des Trabant 601 fanden diese Besonderheit der westlichen Pkw-Gestaltung wohl immer noch attraktiv und nachahmenswert.

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Treuer Begleiter: Der Trabant ist nicht schnell, nicht komfortabel und auch nicht besonders schön. Aber das Auto ist ein treuer und verlässlicher Begleiter, sofern man keine großen Ansprüche stellt.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?