Heinz Rühmann "Pfeiffer mit drei f"
Studi-Kult: "Die Feuerzangenbowle" wurde nach dem Krieg, nicht zuletzt auch aufgrund der regelmäßigen Fernsehausstrahlungen in West- und Ostdeutschland, zu einem Kultfilm. Bis heute sind die jährlichen Vorführungen in der Vorweihnachtszeit an Universitäten für viele Studenten ein Pflichttermin, der mit Accessoires wie Wunderkerzen, Weckern und Brombeerschnaps standesgemäß zelebriert wird.
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Ablenkung: Der Film "Die Feuerzangenbowle" war, als er im Januar 1944 in die deutschen Kinos kam, die perfekte Ablenkung vom Kriegsalltag. Während amerikanische und englische Bomber fast täglich Angriffe auf Berlin flogen, ließen sich die Deutschen im Phantasie-Städtchen Babenberg von den frechen Schülerstreichen des Primaners Pfeiffer "mit drei f" berieseln.
Pfeiffers Eva: Der berühmte Berliner Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer (Heinz Rühmann) hat als Privatschüler in seiner Jugend die Freuden des Schulbesuchs versäumt. Diese verpasste Zeit holt er nach, indem er sich als Oberprimaner verkleidet ein Gymnasium besucht. Aus dem Erwachsenen wird so wieder ein Schüler, inklusive einer unschuldigen Liebelei mit seiner Eva (Karin Himboldt).
Zweite Version: Schon 1934 spielte Heinz Rühmann in einer Verfilmung des Romans "Die Feuerzangenbowle" von Heinrich Spoerl den Pfeiffer. Der Film hieß "So ein Flegel". Doch der Stoff reizte Rühmann so sehr, dass er ihn ein weiteres Mal verfilmte. Zu seinem Glück - "Die Feuerzangenbowle" ist bis heute seine bekannteste Komödie, an die erste Verfilmung erinnert sich kaum noch einer.
Lächerlicher Lehrkörper: Als das Pennäler-Spektakel 1943 fertig gestellt ist, versucht Reichserziehungsminister Bernhard Rust, die Aufführung zu verhindern. Durch den Krieg, so Rust, würde es an Lehrkräften fehlen. Damit sei die ordnungsgemäße Schulerziehung ohnehin schon erschwert. Ein solcher Film aber "würde die Autorität der Schule und der Lehrer geradezu gefährden."
Betrunken vom Heidelbeerwein: Zu den witzigsten Streichen in "Die Feuerzangenbowle" zählt die Szene, in der alle Schüler betrunken spielen, nachdem der Lehrer Crey ein Reagenzglas voll selbstgepanschtem Heidelbeerwein hat herumgehen lassen.
Die Feuerzangenbowle: Die Dreharbeiten für die "Feuerzangenbowle" wurden immer weiter hinausgezögert, um die Darsteller vor ihrem Einzug zum Kriegsdienst zu bewahren. Trotzdem erlebten viele von ihnen die Uraufführung am 28. Januar 1944 nicht mehr mit - sie waren an der Front gefallen.
"Aber jähder nohr einen wähnzigen Schlock": Eine der liebenswertesten Gestalten im Film ist der Professor Crey, genannt Schnauz (Erich Ponto). Der Lehrer sorgt für einen unvergesslichen Lacher, als er ein Reagenzglas mit selbstgepanschtem Heidelbeerwein in der Klasse herumgehen lässt.
"So ein Flegel": Bereits 1934 wurde der Roman "Die Feuerzangenbowle" zum ersten Mal mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt. Doch diese Fassung ist ebenso wie die Verfilmung von 1970 mit Walter Giller fast vergessen. Wer heute an den "Pfeiffer mit drei F" denkt, erinnert sich an Rühmann 1944.
Heinrich Spoerl: Der Schriftsteller mit seinem erfolgreichsten Werk, "Die Feuerzangenbowle". Der 1933 erschienene Roman ist bis heute mehr als eine Million mal verkauft und gleich drei Mal verfilmt worden.
Film und Propaganda: Propagandaminister Josef Goebbels begrüßt Heinz Rühmann bei einem Empfang. Im "Dritten Reich" war Rühmann einer der beliebtesten Schauspieler - auch in der Führungsriege der Nationalsozialisten. Am 18. Dezember 1937 notierte Goebbels in seinem Tagebuch der Schauspieler sei ein "netter, witziger und charmanter Junge".
Studentenspaß: Die legendäre Szene mit den Wunderkerzen - Vorführung der "Feuerzangenbowle" in einem Hörsaal der Uni Göttingen im Dezember 1992.