Kultmarke Borgward - DER SPIEGEL
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Kultmarke Borgward In Schönheit an die Wand gefahren

Sie waren einmal das Maß der Dinge: Die Wagen aus den Bremer Borgward-Werken gehörten in den fünfziger Jahren zu den begehrtesten Autos auf deutschen Straßen. Dann ging die Marke spektakulär pleite. Wiederentdeckte Fotos zeigen Borgwards frühe Liebe zur Eleganz - aber auch zum hemmungslosen Experiment. Von Helmut Dachale
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Borgward Isabella: Damals wie heute ein beliebtes Motiv - Frau mit Auto. Die Darstellung subtiler Erotik gehörte zu den Stärken von Walter Richleske. Doch die Borgward-Werbeabteilung war häufig nicht so offen und publizierte eher sachlichere Fotos.

Foto: Peter Kurze
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Borgward 2400: Immer wieder versuchte Carl Borgward mit seinen Fahrzeugen in die automobile Oberklasse vorzudringen, die seinerzeit vom Opel Kapitän und Mercedes 220 beherrscht wurde. Aus diesem Antrieb entstand der Hansa 2400 (in der Werbesprache als Vierundzwanzighundert bezeichnet), den es in einer Fließheck- und einer Stufenheck-Version gab, und der von 1952 bis 1958 gefertigt wurde - wenn auch nur in kleinen Stückzahlen: Weniger als 1.400 Exemplare verließen die Fertigungshallen in Bremen-Sebaldsbrück.

Foto: Peter Kurze
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Borgward Rometsch: Borgwards erstes Auto nach dem Krieg war ein Mittelklassewagen (Hansa 1500, 4 Zylinder, 1,5 Liter Hubraum, 48 PS), der als erster Wagen deutscher Fabrikation die "Ponton"-Form aufgriff. Bei dieser Karosserieform sind die Räder in das Blechkleid integriert, man verzichtete auf angesetzte Kotflügel, wie sie bei den Wettbewerbern (Mercedes, Opel, Ford) mit ihren Vorkriegskonstruktionen noch üblich waren. Um die Modellpalette abzurunden, ließ Borgward in Berlin bei der Karosseriefabrik Rometsch zwei wunderschöne Coupés auf der Basis der Limousine herstellen. Die Coupés gingen nie in Serie - vermutlich, weil sie aufgrund hoher Kosten kaum zu verkaufen gewesen wären.

Foto: Peter Kurze
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Borgward H1800: So wie Carl F. W. Borgward gerne bei seinen Autos experimentierte, tat es auch Fotograf Walter Richleske bei seinen Fotomotiven. Ein für heutige Maßstäbe züchtig bekleidetes Model auf der Motorhaube eines Borgward 1800.

Foto: Peter Kurze
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Borgward B 1500: Carl F.W. Borgward bot eine große Palette von Automobilen an. ´Sie begann mit dem Kleinwagen Lloyd LP 400 (später 600, Alexander) und führte über den Goliath-PKW GP 700/900 (2-Takt-Motor, auch mit Benzineinspritzung!), die Isabella, dem Hansa 2400 bis zu Lastkraftwagen mit einer Nutzlast von 4,5 Tonnen. Im Bild der B 1500 von 1954 vor dem Park-Hotel im Bremer Bürgerpark.

Foto: Peter Kurze
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Borgward Isabella: Fotograf Richleske fuhr wie seine Kollegen jedes Jahr im Spätwinter mit den neuen Fahrzeugmodellen nach Italien, um dort die Werbeaufnahmen zu machen. Das hatte den Vorteil, dass auf den Bildern schon Sonne, belaubte Bäume und Blüten zu sehen waren, während in der Bundesrepublik noch Schnee und Kälte herrschten. Diese Fotos erschienen dann im Frühjahr in den Verkaufsprospekten und Anzeigen.

Foto: Peter Kurze
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Borgward Isabella: Nachtaufnahme einer Borgward Isabella in der Bremer Sögestraße. Die Borgward-Leuchtwerbung wurde 1961 demontiert - die von der Witterung entstandenen Umrisse der Reklame blieben auf der Wand erhalten. In den sechziger Jahren wurden sie durch den Bau des DEFAKA-Kaufhauses verdeckt, der Abriss des Kaufhauses in den neunziger Jahren ließ sie wieder erscheinen. Das sorgte für Gesprächsstoff und Diskussionen unter den Bremern, die bis heute nicht verstehen können, wie ein blühendes Automobilwerk mit mehr als 20.000 Mitarbeitern quasi von einem Tag auf den anderen die Tore dicht machen musste.

Foto: Peter Kurze
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Borgward H1800: Für Richleske, seine Helfer und die Models war es ein Traumjob. Auf den Fotoreisen für die Werbeaufnahmen der Borgward-Modelle kamen sie nach Italien, Afrika, Belgien, Holland, in die Schweiz sowie nach Frankreich.

Foto: Peter Kurze
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Borgward H1800: Jahrelang galt die Sammlung von Fotograf Richleske als verschollen. Erst 2008 wurden seine Aufnahmen für Borgward nach über zehnjähriger Suche in Südafrika aufgespürt.

Foto: Peter Kurze
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Fotoshooting mit dem Borgward H1800: So macht man Werbeaufnahmen - einfach den Hansa 1800 (Bauzeit 1952 bis 1954) auf den Strand stellen und warten bis genügend Neugierige gekommen sind, die freiwillig als Models fungieren.

Foto: Peter Kurze
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Borgward H1800: Das Selbstverständnis von Borgward - Spitzenautos für die ganze Welt. Das zumindest suggerierten die Werbeaufnahmen für die verschiedenen Modelle, die gerne vor internationaler Kulisse abgelichtet wurden.

Foto: Peter Kurze
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Borgward Isabella TS: Die Isabella, hier als TS-Modell 1959, galt als eines der schönsten Fahrzeuge der fünfziger Jahre.

Foto: Peter Kurze
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Borgward Isabella und Leichtlastwagen B 1500: 1954 präsentierten die Borgward-Werke ihre sportliche neue Mittelklassen-Limousine, die Isabella (1,5 Liter Hubraum, 4 Zylinder, 60 PS bzw. in der TS-Ausführung 75 PS). Im Hintergrund der an amerikanische Linienführung angelehnte Leichtlastwagen B 1500, den es wahlweise mit der 60 PS-Isabella-Maschine oder einem 42 PS leistenden Diesel-Motor gab.

Foto: Peter Kurze
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Borgward Isabella Coupé: Das Karosseriewerk Deutsch in Köln bot dem Chef der Bremer Automobilindustrie, Carl F.W. Borgward, 1954 ein Coupé auf Basis der Isabella an. Tatsächlich übernahmen die Bremer den Wagen in ihr Angebot - der Verkaufserfolg war allerdings bescheiden.

Foto: Peter Kurze
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Walter Richleske (1913 - 1969): Richleske fotografierte während des Zweiten Weltkriegs als Soldat einer Propaganda-Kompanie Einsätze der Marine. Hier lernte er auch das Handwerkzeug als Filmemacher. Zwischen 1950 und bis deren Konkurs 1961 arbeitete Richleske für die Bremer Automobilhersteller Carl F.W. Borgward GmbH und die Goliath-Werk GmbH. Für beide Firmen schuf er die Werbefotos und auch die Werksfilme, die in den Kinos vor dem Hauptfilm liefen.

Foto: Peter Kurze
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Borgward Isabella, Bj. 1957: an der Küste der Camargue in Südfrankreich.

Foto: Christian Korbanka
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