Kulturgut Plastiktüte Die Abschlepphilfe
Plastiktragetasche mit Pop-Art-Aufdruck der Firma Gin Tonic. Hier vereinen sich zwei Massenphänomene.
Plastiktüte des "Verbandes Linker Buchläden" (VLB), wohl ca. 1974/75
Quelle: Archiv Hamburger Institut für Sozialforschung
Nicht immer ist auch das in der Tüte, was draufsteht. Wohl kaum jemand hat je soviel Kaubonbons gekauft, dass diese Plastiktüte ganz gefüllt hätte. Als Werbeträger wurde sie von der Firma Maoam trotzdem geschätzt.
Plastiktragetasche aus PE mit angeschweißtem, stabilen Plastikgriffen. Gestaltet wurde die Tüte von Joseph Beuys. In einer seiner politischen Kunstaktionen vergleicht Beuys auf dieser Tüte die zwei Gesellschaftsformen "Demokratie" und "Parteienstaat". Die Polyethylentragetaschen wurden in einer Auflage von 10.000 Stück hegestellt.
Vorgänger der Plastiktüte und ewiger moralischer Konkurrent - Papiertragetasche mit Kordelgriff.
Plastikbeutel der Marke "Olympia". Henkel- und Griffloser Vorläufer der Plastiktüte aus den Fünfziger Jahren
Doppel-Kraft-Tasche (DKT) der Firma Aldi Nord, aus 2007. der Plastiktütengriff ist in die Tasche integriert. Die Polyethylen-Folie ist um den Griffbereich extra verstärkt.
Plastiktragetasche mit angeschweißtem Griff der Firma Aldi Nord von 2008. Die Griffe bestehen, wie die gesamte Plastiktüte, aus Polyethylen (PE).
PE-Plastiktragetasche mit integriertem Griff. Passend geformt für die Firma Hoppenstedt Milchprodukte.
Die "Hemdchen"-Tragetasche ist das Ur-Modell der Plastiktüte. Heute vor allem noch in südlichen Ländern, Asien und Afrika gebräuchlich, bekommt man sie in Deutschland meist auf Märkten zum Einkauf hinzu. Das Hemdchen ist extrem günstig herzustellen. Die Wanddicke beträgt meist nur noch um die 5 Mükrometer.
Image-Plastiktüte der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in der DDR.
DDR-Plastetüte aus dem Jahr 1970. Aufgelegt zu einem großen Manöver namens "Waffenbrüderschaft". Teil nahmen 41.000 Soldaten der NVA und 73.500 Soldaten der Vereinten Streitkräfte der Staaten des Warschauer Vertrages. Krieg gespielt wurde auf Grund und Boden der DDR.
Plastiktragetaschen haben für Marken im Ausland oft einen höheren Stellenwert, als in Deutschland. In dieses Exemplar der Firma Issey Miyake wird in Paris Mode und Parfüm gepackt.
Welchen Werbeeffekt dieser Aufdruck haben sollte, wusste wahrscheinlich nur die Firma Kalle-Folien, einer der Hersteller von Polyethlyen-Produkten.
Eine einfach Gestaltung zeichnet die bundesdeutsche Plastiktüte aus - so wie auch diese Variante von Karstadt aus den 1980er Jahren.
Was in der BRD nicht gelang, wurde in der DDR zumindest teilweise durchgesetzt: Kunst auf der Plastiktüte. Von welchem Künstler diese Tüte gestaltet wurde, ist nicht bekannt.
Künstlerisch wertvoll?! Zumindest nicht extravagant! Für einen Kunstvereinen vielleicht doch?
Den Deutschen in Sachen Kreativität etwas voraus - von Künstlern gestaltete Plastiktüte der Basler Galerie Littmann.
Ein chinesischer Fahrradkurier transportiert im Juli 1997 eine Ladung Plastiktüten auf seinem Fahrrad über eine Straße bei Peking. Recycling ist in China bereits sehr etabliert ist und viele Menschen verdienen Geld, indem sie Plastikflaschen und -tüten bis hin zu alten Zeitungen sammeln und verkaufen.
Eine Frau trägt jeweils eine Plastiktüte der Lebensmittel-Discounter Lidl und Aldi im November 2003 durch Köln. Plastiktüten zeigen auch immer den sozialen Status - kauft jemand beim Discounter oder im Feinkostladen?
Dabei hat Mama uns immer verboten eine Plastiktüte über den Kopf zu ziehen. Diesen Eisfischer in St. Petersburg scheint das nicht zu stören, während er im Februar 2000 im Schutz der Plastiktüte in der zugefrorenen Neva fischt.
Drei Tage vor dem offiziellen Verkaufststart am 17. Dezember 2001 wurde dieses "Euro-Starter-Kit" fotografiert. Wer sich die ersten deutschen Euromünzen damals abholte, durfte endlich mal nach dem fragen, was sonst nur Bankräuber wollen - Geld in einer Plastiktüte.
Fluggäste am Londoner Flughafen Gatewick warten im August 2006 an einem Gepäckschalter. Aus Angst vor Terrorismus war Handgepäck in Flugzeugen gerade verboten worden. Nur das nötigste durfte mitgenommen werden - in durchsichtigen Plastiktüten.
Plastiktüten sind wasserdicht, verknotbar und können mit allem Möglichen gefüllt werden. Hier zieht ein Bewohner der Meißener Innenstadt beim Hochwasser im August 2002 eine Plastiktüte mit Lebensmitteln an einem Seil hoch. Einsatzkräfte versuchten unermüdlich, die noch in ihren Häusern ausharrenden Menschen in dem gesamten überfluteten Stadtkern zu evakuieren. Doch zahlreiche Menschen wollen trotz der Flut ihre Häuser in der an der Elbe gelegenen Stadt nicht verlassen.
Dass man aus Plastiktüten auch Kunst machen kann, beweisen diese Hühner aus Afrika. Sie werden von der Düsseldorfer Firma "Mama Afrika" nach Deutschland importiert und verkauft. "Mama Afrika" sichert damit inzwischen Hunderten Afrikanerinnen und deren Familien die Existenz.
Ein ostdeutscher Soldat umarmt nach der Militärparade zum 40. Geburtstag der DDR am 10. Juli 1989 seine Freundin. Ihre Plastiktüte sagt die Ereignisse der nächsten Monate schon vorher. Nur vier Monate später fiel die Mauer und Tausende - bis dahin DDR-Bürger - machten sich auf in den Westen.
Warum nicht. Der Müllsack als Designerstück - vorgestellt von Dodi & Flori Reifenberg am 22. Juli 2000 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Spiel-Räume" der Berliner Festspiele.
Ein Frau trocknet im April 2007 Plastiktüten am Ufer des Buriganga-Flusses in Bagladesh.
Plastiktüten sind nicht nur eine Gefahr für Seehunde und Fische, sondern auch für Schafe. Diese grasen mit ihren Lämmern im November 2004 auf ihrer Weide im französischen Entressen. Diese Müllbeutel wurden von einer nahegelegenen Deponie herübergeweht und machen den friedlichen Wolllieferanten das Leben schwer.
Frauen kaufen im Januar 2008 auf einem Markt in Peking Gemüse - verpackt in Plastiktüten.
Menschen in Chinatown, San Francisco bringen in bunten Plastiktüten ihre Einkäufe nach Hause. Das hier vorherrschende Rosa erfreut sich auch in anderen Teilen der Millionenstadt großer Beliebtheit.
Ein optimistischer Brite hält am 19. März 1968 eine Plastiktüte in die Luft auf die seine Überzeugung gedruckt steht, während die Menge darauf wartet, dass der britische Schatzkanzler Roy Jenkins Downing Street 11 verlässt.
Dieser Plastiktütenspender, fotografiert am 28. März 2007, steht am Strand von San Francisco für Hundehalter bereit und beschert damit auch Hundehassern einen schönen Tag.
Zeig mir deine Tüte und ich sage dir wer du bist. Plastiktüten sagen immer auch etwas über ihre Träger aus. Dieses Mädchen, im April 2007 in München fotografiert, hat offensichtlich gerade beim Sportartikelhersteller Puma eingekauft.
Im Februar 2006 in Aserbaidschan wurden an der Vogelgrippe erkrankte Wasservögel in Plastiktüten entsorgt.
Beglückte Käufer stehen an der Kasse an, nachdem sie noch eine der begehrten "I'm not a Plastic Bag"-Taschen der Designerin Anya Hindmarch ergattern konnten. Das stoffgewordene Umweltbewusstsein wurde im Juli 2007 in einem New Yorker Biomarkt für 15 US-Dollar verkauft. Nachdem einige Starlets mit der Tasche gesehen worden waren, dauerte es nicht lange, bis sie restlos ausverkauft waren.
Eine Schlange wie zu besten Zeiten des Sozialismus vor dem Londoner Kaufhaus Sainsbury's im April 2007. Doch die Menge wollte keine Lebensmittel, sondern die heißbegehrte "I'm not a Plastic Bag"-Tasche der Designerin Anya Hindmarch erstehen, die an diesem Tag für fünf Britische Pfund verkauft wurde. Nachdem einige Schauspielerinnen mit der Tasche gesehen worden waren, war sie innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.
Diese Plastiktüte gibt es bei "Flying A" in Kopenhagen - gerade bei Regen ein praktischer Handtaschenersatz.
Dies ist eine ehemalige Aldi-Tüte, die von der Künstlerin Regina Lustig zu einer gehäkelten Kulturtasche verarbeitet wurde. Lustiger kann Recycling wohl nicht sein.