Kulturschock Saudi-Arabien - DER SPIEGEL
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Kulturschock in Saudi-Arabien Bio-Mangos in der Wüste

Frauen dürfen das Büro nicht betreten, und in Restaurants müssen sie hinter Sichtschutzwänden essen: Marco Hartmann vermisst in Saudi-Arabien seine Kolleginnen. Er zeigt saudi-arabischen Bauern, wie man Ökogemüse anbaut. Die Nachfrage ist riesig - nur bei Umfragen rennen alle davon.
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Königlicher Auftrag: Marco Hartmann arbeitet seit zwei Jahren in Saudi-Arabien und berät die saudi-arabische Regierung im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit beim Aufbau eines Bio-Agrarsektors. Hier besucht er zusammen mit seinem Kollegen Saad Khalil vom saudi-arabischen Agrarministerium eine Farm der Prinzessin Al Anood. Zwei Farmen der Königsfamilie hat Hartmann schon auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Insgesamt gibt es mittlerweile 65 Biobauern im Land. 

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Knoblauch in der Wüste: Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Bohnen - in Saudi-Arabien gedeihen so ziemlich alle Gemüsearten, die es auch in Deutschland gibt, sagt Marco Hartmann. Auf dem Bild ist ein Knoblauchfeld zu sehen: "Die Blütenanlagen kann man auf dem langen Stengel gut erkennen."

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Grundwasserbrunnen: Auch mit Früchten sind die Saudi-Araber gut versorgt, im Land wachsen zum Beispiel Tafeltrauben, Aprikosen oder Datteln. Hier ist Marco Hartmann auf einer Mangofarm zu Besuch. Das Wasser holen die saudi-arabischen Landwirte mit eigenen Brunnen aus der Erde. Vorschriften oder Abgaben gibt es keine, viele Bauern gehen deshalb verschwenderisch mit ihrem Wasser um.

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Überholverbot: Marco Hartmann berät die Landwirte vor Ort und reist deshalb viel durchs Land. Unterwegs begegnen ihm oft mehr Kamele als Menschen.

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Umschwung im Gewächshaus: Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen, die nach ökologischen Prinzipien bewirtschaftet werden, liegt in Saudi-Arabien bei weniger als 0,5 Prozent. Bis 2017 soll der Anteil mit der Hilfe von Hartmann und seinem Team auf fünf Prozent gesteigert werden.

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Größte Sandwüste der Welt: Marco Hartmann ist von der Rub al-Chali fasziniert. Gern würde er die Schönheit der Wüste auch seiner Familie und Freunden aus Deutschland zeigen, doch Touristenvisa sind in Saudi-Arabien schwer zu bekommen. Seit zwei Jahren hat Hartmann deshalb keinen Besuch bekommen.

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Interesse am Korn: Die Arbeit mit den saudi-arabischen Bauern macht Hartmann Spaß, weil sie sehr motiviert sind und sich aus Überzeugung für den Bio-Anbau entscheiden. Staatliche Subventionen für Ökobetriebe gibt es in Saudi-Arabien noch nicht, doch die Nachfrage nach Biogemüse ist riesig: Bei der ersten Präsentation auf dem Wochenmarkt in Riad hatten die Bauern innerhalb von 15 Minuten alles verkauft.

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Bio-Gütesiegel auf Arabisch: "Viel hilft viel, ist leider die Devise vieler saudi-arabischer Bauern, was Pestizide und Dünger angeht", sagt Marco Hartmann. Und der Begriff "healthy" stehe immer auf der Verpackung, egal, was drin sei. Der Agrarökonom und sein Team haben deshalb ein saudi-arabisches Bio-Siegel entwickelt, das in etwa dem Standard des EU-Biosiegels entspricht. Dazu gab es eine große Werbekampagne im ganzen Land.

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Bitte mal testen: Auf der "Al Khalediah"-Ökofarm werden Cocktailtomaten gezüchtet. Sie dürfen nur in Saudi-Arabien verkauft werden: Für Gemüse hat die Regierung einen Exportstopp verhängt. So soll der Schwund des Grundwassers aufgehalten werden.

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Auberginenfeld: Biobauer Al Fawaz hat seine Farm in der Al Kharj Oase, rund 80 Kilometer südlich von Riad. Er gehört zu den Pionieren der Ökobewegung in Saudi-Arabien.

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Messestand: Marco Hartmann und sein Kollege Faisal Al Murshed von der Abteilung Ökolandbau im saudi-arabischen Agrarministerium präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit auf dem Jenadriyah Festival in Riad. In der Stadt gibt es mittlerweile mehrere Biosupermärkte und eine Biokiste zum Abonnieren nach deutschem Vorbild.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?