Kunst-Geschichten - DER SPIEGEL
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Kunst-Geschichten Munch und die Nackten

Fluchtpunkt Warnemünde. In einem alten Fischerhaus an der Ostsee suchte der Maler Edvard Munch Anfang des 20. Jahrhunderts Erholung von Depression und Alkohol. Dann zerstörte er selbst die Ruhe - Fotos aus seinem Nachlass zeugen vom kalkulierten Tabubruch.
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Nackt am Strand: Der Maler Edvard Munch auf einem Selbstporträt aus dem Jahr 1907 am Strand von Warnemünde. Er fotografierte nicht nur sich selbst ohne Kleider, sondern malte auch nackte, männliche Körper. Aktfotografien dienten ihm dazu, verschiedene Posen zu studieren.

Foto:

Edvard Munch/Munch Museum

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Künstlerporträt: Edvard Munch 1907 auf der Veranda seiner Urlaubsherberge in Warnemünde. Die Kameraaufnahme machte er selbst. Das Gemälde rechts neben Munch zeigt seinen Vermieter, den Lotsen Carl Nielsen, der ihm im Hof neben einem Birnbaum Modell stand.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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Birnbaum: Munch hat diesen Baum 1907 auf einem Gemälde zusammen mit einem Porträt seines Vermieters Carl Nielsen verewigt. 1996, als diese Aufnahme entstand, stand der Birnbaum noch immer auf dem Grundstück des Hauses Am Strom 53 in Warnemünde.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Männerakt: Der Maler 1907 auf einem Selbstporträt am Strand von Warnemünde. Seine gemalten Männerakte galten als anstößig und fanden zunächst keine Käufer - für Munch völlig unverständlich.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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Strenge Haushälterin: Edvard Munch fotografierte 1907 seine Warnemünder Haushälterin in der Veranda des Feriendomizils. Sie soll über die Frauen, die dem Maler unbekleidet Modell standen, entsetzt gewesen sein.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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Verlassen: 1996 war die Haustür zur Veranda zugewuchert, nachdem das Haus sechs Jahre leer stand.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Künstler und Muse: Edvard Munch mit seinem Modell Rosa Meissner im Jahre 1907 in Warnemünde. Das Foto machte Munch selbst. Er platzierte dazu die Kamera auf einem stabilen Untergrund, ließ den Verschluss der Blende geöffnet, posierte für einige Sekunden und ging dann zurück zur Kamera, um die Blende zu schließen.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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Arbeitsplatz: Im hinteren Teil des Hauses befand sich die Werkstatt. Traditionell diente dieser Teil des langgestreckten Gebäudes in den Warnemünder Fischerhäusern als Altenteil. Aufnahme von 1996.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Ausblick auf den Strom: Ein fotografisches Selbstporträt des Malers Edvard Munch in der Veranda seines Feriendomizils in Warnemünde, entstanden 1907. Von diesem Platz aus beobachtete der Künstler das Leben in dem Fischerort und aufstrebenden Seebad.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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Fenster zur Veranda: Blick aus dem Wohnzimmer von Edvard Munchs Sommerdomizil in Warnemünde. Foto von 1996.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Munch mit Haushälterin: Der norwegische Maler 1907 in Warnemünde - fotografiert vom Künstler selbst in der Veranda des Lotsenhauses, in dem er Quartier bezogen hatte.

Foto: Edvard Munch
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Heruntergekommen: Kurz nachdem diese Aufnahme 1996 entstand, wurde das vom Einsturz bedrohte Gebäude komplett saniert. Nach dem Umbau wurde das Edvard-Munch-Haus zu einer Begegnungsstätte für deutsche und norwegische Künstler.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Original: Im Wohnzimmer des Hauses Am Strom 53 in Warnemünde stand dieser Kachelofen. Das Foto von 1996 zeigt den Zustand kurz vor Beginn der Renovierungsarbeiten.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Lieblingsplatz: In dieser Veranda des Lotsenhauses in Warnemünde, die in den Sommermonaten für Badegäste vor dem Haus aufgestellt wurde, verbrachte der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch mehrere Sommer zu seiner seelischen und körperlichen Regeneration.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Überdauert: Ein verziertes Innenfenster des Hauses Am Strom 53 in Warnemünde, aufgenommen 1996.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Verstaubt: Ein alter Werkstattofen in dem Warnemünder Fischerhaus am Alten Strom 53, gesehen 1996.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Stillleben: Der Tisch im Garten des Hauses war vermutlich schon vorhanden, als Edvard Munch hier Anfang des 20. Jahrhunderts als Sommergast weilte. Foto von 1996.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Rückzugsort: Edvard Munch suchte in Warnemünde Erholung und Entspannung. Über seine Aufenthalte schrieb er: "Ich denke jetzt hier lange in Ruhe zu bleiben.. Ich habe hier jetzt ein reizende kleine Wohnung – lebe ganz regelmäßig und arbeite überhaupt wenn es mir einfällt... Jetzt werde ich sehen, was ich in diesem neuen friedlichen Seelenzustand leisten kann...!" Die Aufnahme von 1996 zeigt eine Sitzecke im Garten des Hauses, in dem der Maler mehrfach zu Gast war.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Im Hinterhof: Seit Munch dieses Haus in Warnemünde bewohnt hatte, war es bis 1996 kaum verändert worden. Der Mast für die Fersehantenne datierte allerdings aus jüngerer Zeit.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Stehengeblieben: Als würde der Besitzer jeden Augenblick nach den Gerätschaften greifen - Blick in den Wirtschaftsraum des verlassenen Hauses, fotografiert 1996.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Im Garten: 1990 war die letzte Bewohnerin des Hauses Am Strom 53 in Warnemünde gestorben - bis zum Umbau 1996/97 stand das Gebäude leer.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Glücksbringer: Die Innentür des 1991 unter Denkmalschutz gestellten Hauses zierte ein Hufeisen. Die Aufnahme entstand 1996, kurz vor dem Umbau.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Altes Fischerhaus: In dem Wohnhaus des Lotsen Carl Nielsen in Warnemünde lebte der Maler Edvard Munch mit Unterbrechungen 18 Monate lang. Die Aufnahme machte er 1907 selbst.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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Munch-Haus: Das Haus mit der Adresse "Am Strom 53" in Warnemünde, hier eine Aufnahme von 1996, war ab 1905 mehrfach Erholungsdomizil für den norwegischen Maler Edvard Munch. Die Holzveranda wurde im Frühjahr für Sommergäste aufgestellt und nach Saisonende wieder abgebaut. An die Stadt Rostock musste dafür eine Pacht gezahlt werden. Aus den ehemals saisonal genutzten Veranden der Häuser hat sich inzwischen eine feste Bebauung ergeben.

Foto: Siegfried Wittenburg
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Maler als Fotograf: Das Selbstporträt von Edvard Munch entstand 1907 am Strand von Warnemünde. Die Kamera, die der Künstler zwischen 1902 und 1910 benutzte, war ein kleines Modell von Kodak, das heute jedoch nicht mehr existiert.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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In Pose: Der Maler, links nur schwach zu erkennen, und sein Modell Rosa Meissner 1907 in seinem Feriendomizil in Warnemünde. Munch fotografierte selbst und experimentierte dabei mit Langzeitbelichtungen. So schaffte er es, sich zusammen mit dem Modell abzubilden.

Foto: Edvard Munch/Munch Museum
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