Auschwitz-Überlebende Schmerzhaftes Wiedersehen
Zinaida ist drei Jahre alt, als sie nach Auschwitz ins KZ kommt, als die Ärzte ihre Experimente beginnen. Ihre Eltern geben die Tochter verloren, sie suchen nicht nach ihr. Doch Zinaida überlebt, trotz allem. Zum Jahrestag der Auschwitz-Befreiung erzählt Zinaida Grynewitsch ihre Geschichte.
Das kleine Bündel Mensch, das die Krankenschwester links im Bild im Arm hält, ist vermutlich Zinaida Grynewitsch. Das Foto entstand nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 23. Januar 1945.
Nach dem Krieg wächst Zinaida Grynewitsch in Lemberg auf. Sie ist zu jung, um sich an ihre Heimat zu erinnern. Nur die eintätowierte Nummer auf dem Unterarm erzählt die wahre Geschichte. Als erwachsene Frau, sie hat längst eigene Kinder, beginnt sie die Suche nach ihren Eltern.
Sie schreibt Bezirke in Russland an, wo sie die Eltern vermutet. Und dann steht irgendwann der Postbote mit einem Telegramm vor der Tür - die verschollene Familie kündigt sich an. Das Foto entstand am Tag darauf beim ersten Treffen nach 30 Jahren: (v. l.) Bruder Alexander, Schwester Taisja, Zinaida Grynewitsch, Bruder Georgej, Mutter Julia Passynkowa und Bruder Nikolaj.
Die Verschollenen sind wieder vereint - aber die Gesichter sprechen von einer großen Traurigkeit. Zinaida Grynewitsch (2. Reihe, 2. v. l., auf einem Foto aus den späten Siebzigern) bekommt nie eine Antwort auf die Frage, warum ihre Eltern nicht intensiver nach ihr gesucht haben. Zum Vater wird sie nie wieder Kontakt haben.
Zinaida Grynewitsch hat ihre Vergangenheit zu Hause im ukrainischen Lemberg sorgfältig geordnet - die alten Schwarzweißfotos, Zeitungsausrisse, die Dokumente des Suchdienstes vom Roten Kreuz.