KZ-Überlebender Jack Terry "Flossenbürg hat mich nie verlassen"
Gestohlene Jugend: Jack Terry überlebte als Jugendlicher das Konzentrationslager Flossenbürg. Nachdem US-Truppen das Lager befreit hatten, nahm ihn ein Colonel mit in die USA. Zehn Jahre später kehrte Terry in seine ehemalige Heimat zurück - als junger Leutnant in den US-Streitkräften.
Der Steinbruch von Flossenbürg: Im Alter von 14 Jahren wurde Jack Terry 1944 in das KZ Flossenbürg verschleppt. Er glaubte, die Arbeit im Steinbruch nicht lange zu überleben, da er dafür zu klein und schwach war.
Baracken und Stacheldraht: Im Mai 1938 entstand in dem kleinen Ort Flossenbürg im Oberpfälzer Wald ein Konzentrationslager als Teil einer Funktionserweiterung des KZ-Systems. In den Lagern sollten nun nicht mehr nur Menschen gequält und terrorisiert werden, die SS wollte auch Profit aus der Zwangsarbeit der Häftlinge ziehen. Die Entscheidung für den Stadtort Flossenbürg fiel aufgrund des angrenzenden Steinbruchs mit seinen großen Granitvorkommen.
Überleben im Tunnel: Jack Terry zeigt im Juni 1999 der bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier den Versorgungsgang, in dem er sich als 15-Jähriger zwei Tage lang versteckt hielt, um dem Todesmarsch aus dem KZ Flossenbürg zu entkommen. Der Psychologe, der heute in New York lebt, war bei der Befreiung des KZ 1945 der einzige jüdischer Häftling. Anderen konnten auf dem Todesmarsch gerettet werden. Mindestens 30.000 jüdische Insassen überlebten den Terror nicht.
Todesmarsch: Frauen aus dem Helmbrecht, einer Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg am 4. Mai 1945, dem letzten Tag ihres Marsches in das 800 Kilometer entfernte Volary im Sudetenland. Die Frauen wurden gezwungen, 15 bis 20 Kilometer am Tag zurückzulegen. Wer nicht mithalten konnte, wurde erschossen. Etwa 150 Jüdinnen und 25 politische Gefangene überlebten die 102 Tage andauernde Tortour.
Gedenken an die Opfer: Eine Frau legt während einer Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg Rosen auf einen russischen Gedenkstein. Die Inschrift besagt: "Ewiges Erinnern den Gefallenen".
Der Ort des Grauens: Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg wurde im Juli 2007 eine Dauerausstellung eröffnet. Das Modell zeigt das Lagergelände.
Vor Gericht: John Demjanjuk werden am 14. Mai 1990 im israelischen Gericht die Handschellen abgenommen. Er war am 25. April 1988 zum Tode verurteilt worden - 1993 hob das Oberste Israelische Gericht das Todesurteil allerdings wegen "begründeter Zweifel an der Identität" des Angeklagten auf.
Neue Ermittlungen: John Demjanjuk am 28. Februar 2005 in Cleveland. Mittlerweile hat die deutsche Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Demjanjuk soll für seine Tätigkeit als SS-Gehilfe, als sogenannter Trawniki, im Vernichtungslager Sobibór angeklagt werden. Gedient haben soll er außerdem in den Lagern Majdanek und Flossenbürg.
Baracken von Flossenbürg: Übersicht über das KZ Flossenbürg nach seiner Befreiung im April 1945.
KZ Flossenbürg: Die Kommandatur des KZ Flossenbürg lag außerhalb des Todeslagers. Der eigentliche Zugang lag 50 Meter hinter dem Verwaltungsgebäude, da der ursprüngliche geplante Endausbau des Lagers nicht erreicht wurde.
Eingereicht von einestages-Leser Matthias Süß.
Verbrennungsofen: Der Verbrennungsofen im Krematorium des KZ Flossenbürg ist noch im Originalzustand erhalten. Im Februar 1945 starben pro Tag meist mehr als 60 Menschen - eine Anzahl, die die Einäscherungsanlage nicht mehr bewältigen konnte.
Eingereicht von einestages-Leser Matthias Süß.