Ladensterben in New York Showdown für die schönsten aller Shops
M&G Diner: In dem Imbiss in der West 125th Street, Ecke Morningside Avenue gibt es Soul Food - traditionelle afroamerikanische Küche.
Cheyenne Diner: 1940 öffnete der Imbiss an der Ecke 9th Avenue und West 33rd Street - 2008 musste er zumachen. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert, weil an dieser Stelle ein neunstöckiges Appartementhaus entstehen soll. Besitzer Spiros Kasimis verkaufte die Fassade - angeblich soll der Laden in Brooklyn neu eröffnet werden.
D. D'Auria and Sons: In dieser Schlachterei in der East 187th Street dreht sich seit 1938 alles um Salami. "Alle Würste werden nach einem alten Familienrezept von Hand gemacht", erzählt Mike D'Auria, in zweiter Generation Besitzer des Familienbetriebs. "Mein Vater hat es mir und meinem Bruder vererbt. Die Würste sind entweder süß, oder scharf, mit oder ohne Fenchelsamen, manchmal auch mit Paprika, dann werden sie besonders rot. Was unsere Würste von anderen unterscheidet, ist die Liebe, mit der wir sie machen. Immer nur kleine Mengen, damit wir keine Konservierungsstoffe oder andere Zusätze verwenden müssen und alles schön frisch ist."
Ideal Dinettes: Der von Barbara Mann in zweiter Generation geführte Imbiss in der Knickerbocker Avenue existiert seit 1953. "Mein Schwiegervater eröffnete den Laden und brachte kurz darauf das Neonschild an, das noch heute über dem Laden hängt", erzählt sie. "Glücklicherweise gehört uns das ganze Haus, insofern müssen wir uns keine Sorgen um steigende Mieten machen. Viele Läden hier in der Umgebung müssen schließen, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen können."
Ideal Hosiery: Dieser Strumpfwarenladen an der Grant Street, Ecke Ludlow Street befindet sich seit 1950 in Familienbesitz.
Katy's Candy Store: Katy's Candy Store in der Tompkins Avenue wird seit 1969 von Katherine Keyzer geführt. "Mein Laden ist der letzte Penny-Candy-Store in ganz New York", erzählt sie stolz. "Ich bin schon so lange hier, dass mich die Leute den 'Dinosaurier von Tompkins' nennen. Ich habe das Viertel erlebt, als es jüdisch war und danach italienisch, spanisch und schließlich schwarz wurde. Ich habe das Gras überlebt, das Crack und alles andere, womit mich dieses Viertel herausgefordert hat. Ich spreche drei Sprachen: Englisch, Spanisch und Motherfucker. Ich bin schon unzählige Male überfallen, aber nie verletzt worden. Ich habe mir immer geschworen, hier nie wegzugehen. Jetzt geht es nicht anders. ich kann die Miete nicht mehr bezahlen, sie steigt und steigt, weil hier ein Luxus-Appartementhaus nach dem anderen gebaut wird."
Paints M. Schames & Son: Der Farbenladen in der Essex Street ist seit vier Generationen im Familienbesitz. Mendel und Leo Schames emigrierten im frühen 20. Jahrhundert aus Russland in die USA und eröffneten ein Geschäft für Malereibedarf in der Lower East Side. Seit 1945 besteht der Laden in der Essex Street. "Wir sind bekannt für unseren Service", erklärt Brian Schames, heutiger Besitzer, stolz. "Bei uns gibt es kein 'Nein', wir tun alles, um die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen und in New York sind die manchmal sehr außergewöhnlich. Einmal wollte ein Kunde unbedingt seine Farbe am St. Patricks Day geliefert haben. Aber damit nicht genug - das Gebäude, in dem er streichen wollte, befand sich auch noch mitten auf der Route der großen St.-Patricks-Day-Parade! Wir haben uns trotzdem nicht schrecken lassen und dem guten Mann seinen Farbeimer irgendwie in den 43. Stock gebracht."
Public Fish Market: Der Fischladen am Malcolm-X-Boulevard ist laut eigener Aussage der älteste seiner Art in ganz Harlem.
Richard's Barber Shop: Der Friseur in der Nostrand Avenue in Brooklyn, Aufnahme aus dem Jahr 2004.
Russ & Daughters Appetizers: Der von Joshua Russ Tupper in der vierten Generation geführte Delikatessenladen liegt in der East Houston Street und existiert seit 1914. Er ist berühmt für seinen geräucherten Lachs und verschiedene Kaviarsorten, aber auch andere Delikatessen werden hier angeboten. "Mein Urgroßvater startete das Geschäft mit einem Einkaufswagen. Damit zog er um die Häuser und verkaufte seine Waren", erzählt Joshua Russ Tupper. "Irgendwann entschied er sich, dass er mit einem richtigen Ladengeschäft mehr Umsatz machen könnte. 1940 haben wir die Verkaufsfläche noch einmal vergrößert und 1950 das Neonschild angebracht. Inzwischen ist es sehr schwer, es in Betrieb zu halten, weil es kaum noch Ersatzteile dafür gibt, aber wir können uns einfach nicht davon trennen."
Zig Zag Records: Neu, gebraucht oder einfach zum Tausch - der Plattenladen in der Avenue U, Ecke East 23rd Street im Stadtteil Bensonhurst, Brooklyn, macht Musikfreunde glücklich.
Dan's Chelsea Guitars: Der Gitarrenladen in der West 23rd Street wurde 1989 von Dan Courtenay eröffnet. "Vorher befand sich hier aber auch schon ein Plattenladen", erzählt Courtenay, "der Besitzer war ziemlich bekannt in der Musikszene von New York. Vor allem, weil er seine Platten nicht einfach so verkaufte. Er fragte die Leute über die Band oder den Komponisten aus. Hatten sie keine Ahnung, bekamen sie die Platte nicht. Viele berühmte Musiker haben sich hier mit Musik eingedeckt. Die Allman Brothers haben eine Zeitlang in einem Van direkt vor dem Laden gewohnt und tagsüber hier abgehangen."
Pommes Frites neben Deli & Grocery: Die Frittenbude in der 2nd Avenue bietet beste belgische Pommes - und lässt die Kunden sogar kostenlos probieren.
Alles muss raus: Immer mehr kleine Geschäfte fallen der Wirtschaftskrise zum Opfer.
Werbewand statt DVD-Shop: Das "Nimbal DVD Paradise" war ein Schnäppchenparadies für Importfilme.
"Prime retail space": Wie viele andere kleine Geschäfte, wird wohl auch dieses Lädchen in bester Lage kaum einen neuen Mieter finden.