Lampedusa: Ein Besuch auf der Insel - DER SPIEGEL
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Flüchtlingspolitik Was wurde aus Lampedusa?

Insel der Rettung oder Insel des Todes? Auf Lampedusa ist jede Veränderung europäischer Flüchtlingspolitik sofort spürbar. Jetzt kommen immer weniger Flüchtlinge an.
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Geflüchtete am Stadtstrand von Lampedusa: Auf der Insel ist jede Veränderung europäischer Flüchtlingspolitik sofort spürbar.

Foto: Maria Feck/ SPIEGEL ONLINE
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Die Insel, die 140 Kilometer vor dem afrikanischen Festland und 250 Kilometer vor Sizilien liegt, ist ein beliebtes Touristenziel unter Italienern - und wurde in den vergangenen Jahren zum Symbol europäischer Flüchtlingspolitik.

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Das, was hier geschah, prägte die Weltpolitik: Als am 3. Oktober 2013 vor Lampedusa 368 Menschen ertranken, nur 800 Meter vom Hafen entfernt, gingen die Bilder von den aufgebahrten Toten um die Welt.

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Heute kommen immer weniger Geflüchtete auf Lampedusa an, denn Italien ist entschlossen, die Flüchtlingsroute über das Mittelmeer zu schließen.

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Fischerboote, mit denen Flüchtlinge die Fahrt über das Mittelmeer antraten: Weil sich die Rettung in den vergangenen Jahren weiter weg von den europäischen Küsten verlagerte, kamen auf dem inoffiziellen Schiffsfriedhof keine neuen Wracks mehr hinzu.

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Noch 80 bis 90 Geflüchtete leben im Moment in dem großen Auffanglager in der Nähe der Innenstadt, schätzt die NGO Mediterranean Hope.

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Die Militärzone am Hafen, wo die Geflüchteten ankommen: Vor einigen Wochen seien die letzten angekommen.

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Der Tourismus auf der Insel ist durch die Flüchtlingskrise nicht langfristig eingebrochen - das hatten viele Anwohner befürchtet.

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Die humanitären Angebote übernehmen bis heute vor allem die NGOs, Kirchen, Privatleute. Von der Kollekte beim Sonntagsgottesdienst kaufen die Nonnen für alle, die kommen, Croissants.

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Die Geflüchteten sollen offiziell nur maximal vier Tage auf der Insel bleiben, tatsächlich sind manche bis zu einem Monat hier.

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"Wir waren für die Welt immer nur gut oder schlecht," sagt Nino Taranto. Bei dem Stadtarchivar können Geflüchtete das Internet nutzen.

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Mit vielen hält Taranto auch weiter Kontakt: Aus Interesse, sagt er, aus Sorge, aus Freude.

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Er sorgt dafür, dass etwas bleibt: Lillo Maggiore hat die Vormundschaft für einen minderjährigen Flüchtling übernommen.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?