Lander "Philae" Elegante Drehung auf Kometen
Das war die Lage des Landers: Die Kombination aus Fotos der Panoramakamera des Landers und einer Zeichnung von "Philae" zeigt das schwierige Gelände, in dem der Apparat stand. In der Nacht zum Samstag haben die Wissenschaftler dem Mini-Labor den Befehl zum Drehen gegeben. Das Manöver war erfolgreich, der Lander drehte sich um 35 Grad.
Das erste Foto vom Landeplatz: Die Sonde "Philae" befindet sich auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Doch sie ist umgeben von großen Gesteinsblöcken. Wegen der großen Blöcke und einer benachbarten Felswand bekommt der Landeapparat nur an einem kleinen Solarpanel Sonne ab - ein Problem für die Stromversorgung mit Solarzellen. Durch die Drehung soll eine größere Fläche das Sonnenlicht einfangen.
Landeanflug: Dieses Foto machte "Philae" in 40 Metern Höhe über der vorgesehenen Landeregion Agilkia. Das Bild zeigt, dass die Kometenoberfläche mit Staub und Geröll bedeckt ist. Der große Block in der oberen rechten Ecke des Bildes hat einen Durchmesser von fünf Metern. Die Sonde prallte nach der ersten Berührung vom Kometen ab und schwebte weiter.
Die geplante Landeregion aus 30 Kilometern Höhe: Im roten Fadenkreuz ist gut der fünf Meter große Brocken zu erkennen, der im vorherigen Bild groß zu sehen war.
Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erläutert an einem Monitor Details zum vermutlichen Ladeplatz des Mini-Labors "Philae" auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Der rote Punkt markiert den Punkt der ersten Bodenberührung. Von dort prallte "Philae" ab und ging schließlich vermutlich in der blau gekennzeichneten Region zu Boden.
Möglicher Standort der Sonde: In dieser Region vermuten die Forscher den Lander "Philae". Gut an ihren dunklen Schatten zu erkennen sind die extrem steilen Bereiche. Neue Daten sollen bald die genaue Position bestimmbar machen.
Erst Jubel, dann Sorge: Kontrollzentrum der Esa in Darmstadt. Zwei von drei Landemechanismen haben offenbar nicht funktioniert wie geplant. Dadurch prallte die Sonde vom Boden in der ursprünglichen Landeregion wieder ab.
Größenverhältnisse: Der Komet Tschuri hat einen Durchmesser zwischen 3,5 und 4 Kilometern. Die Montage zeigt, wie groß Bauwerke aus der Sicht der Sonde "Rosetta" wären, stünden sie auf dem Kometen.
"Philae" auf Komet Tschuri (Zeichnung): Mit Bohrern und Harpunen sollte der Lander sich auf dem Kometen festkrallen. Das klappte nicht - nun sind die Experimente schwieriger. Erschütterungen könnten das Mini-Labor wieder abheben lassen.
Die Trennung verlief wie geplant (künstlerische Darstellung): Um 10.03 Uhr deutscher Zeit kam die Bestätigung, dass der Lander "Philae" die Raumsonde "Rosetta" verlassen hat. Gestartet wurde das Manöver um 9.35 Uhr unserer Zeit.
Bye-bye "Rosetta": Das "Philae"-Landegerät schoss dieses Porträt ihrer Muttersonde kurz nach dem Abkoppeln.
"Philae" schwebt davon: Dieses Foto hat die "Rosetta"-Sonde mit ihrer "Osiris"-Kamera aufgenommen. Die drei ausgefahrenen Landebeine sind gut zu erkennen.
Dieses Foto nahm "Philae" wenig später aus einer Höhe von drei Kilometern über der Oberfläche des Kometen auf.
Modell des Landers im DLR-Kontrollzentrum Köln: Mit Bohrern an den drei Beinen sollte "Philae" sich nach dem Bodenkontakt fest im Kometen verankern. Zusätzlich verfügt der Lander über Harpunen, die aber offenbar nicht funktioniert haben.
Kontrollraum in Köln: Von hier aus steuern die DLR-Mitarbeiter den Landeapparat "Philae".
Moment des Aufsetzens (Zeichnung): Wegen der geringen Schwerkraft prallte der Lander zunächst ab und landete schließlich zwischen großen Felsblöcken.
Größenvergleich: Der Komet Tschuri ist nur etwa vier Kilometer lang. Entsprechend gering ist seine Anziehungskraft, was die Landung erschwerte.
Unförmiger Trumm: Die Form des Kometen hat die Esa-Forscher überrascht. Und sie hat die Landung verkompliziert.