Neue Dokumente zur "Landshut"-Entführung Lügen unter Freunden
Pilot Jürgen Schumann: Während des Aufenthalts der entführten "Landshut" in Dubai wird Flugkapitän Jürgen Schumann von dem libanesischen Terroristen "Captain Mahmoud" mit der Pistole bedroht. Später töten ihn die Terroristen, quetschen seine Leiche in einen Schrank. "Es war eine Hinrichtung", berichtete Co-Pilot Vietor. Dokumente zeigten später, auf welche Widrigkeiten die Bundesregierung bei der Geiselbefreiung stieß - und wie viel Glück die Geiseln und Kanzler Helmut Schmidt am Ende hatten.
Krisensitzung in Bonn: Bundeskanzler Helmut Schmidt und Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski bei einer Krisensitzung im Bonner Kanzleramt am 30. September 1977. Auf dem Höhepunkt der Krise um den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der sich in der Gewalt der RAF befand, entführten palästinensische Terroristen die "Landshut". Sie wollten damit den Druck auf die Bundesregierung zur Freilassung der in Stuttgart-Stammheim einsitzenden RAF-Terroristen erhöhen. Wischnewski flog der "Landshut" hinterher und organisierte die Befreiung durch die GSG 9 im somalischen Mogadischu.
In Rom: Am 13. Oktober landete die "Landshut" auf dem Flughafen von Rom. Die Italiener ließen die Maschine jedoch gegen den Wunsch der Bundesregierung erneut starten.
Zwischenlandung in Dubai: Die "Landshut" steht am 15. Oktober in glühender Hitze auf dem Flughafen von Dubai am Persischen Golf. Das Foto zeigt den Chef der Terrortruppe, der sich "Captain Mahmoud" nannte, in der geöffneten Tür.
Wischnewski dankt Wegener: Nach der Befreiung der "Landshut" bedankt sich Hans-Jürgen Wischnewski, Staatsminister im Kanzleramt, bei dem GSG-9-Chef Ulrich Wegener. Legendär sind die Worte, mit denen der "Ben Wisch" genannte Wischnewski den glücklichen Ausgang der Geiselnahme nach Bonn meldete: "The work is done."
Die Passagiere der "Landshut": Ankunft der aus der "Landshut" befreiten Geiseln in Frankfurt/Main am 18. Oktober 1977.
Ankunft der Geiseln in Frankfurt: Co-Pilot Jürgen Vietor und die am Bein verletzte Stewardess Gabi Dillmann verlassen als Erste die am 18.10.1977 auf dem Frankfurter Rhein-Main Flughafen gelandete Lufthansa-Maschine "Köln". Sie waren durch das Verhandlungsgeschick des damaligen Staatsministers Hans-Jürgen Wischnewski und den Einsatz der GSG 9 befreit worden.
Transatlantiker im Zwiespalt: Mit einem Brief an den somalischen Diktator Siad Barre gab US-Präsident Jimmy Carter der Bundesregierung während der Krise um die "Landshut" wichtige diplomatische Schützenhilfe, die schließlich die Befreiung der Geiseln durch den Bundesgrenzschutz mit ermöglichte. Andere Staaten waren weniger hilfreich. Die Aufnahme zeigt Präsident und Kanzler am 15. Juli 1978 in Berlin.
Ende in Stammheim: Andreas Baaders Leichnam wurde am Morgen des 18. Oktober 1977 in seiner Zelle in Stuttgart-Stammheim gefunden. Nachdem die inhaftierten RAF-Terroristen vom Scheitern der "Landshut"-Entführung erfahren hatten, begingen Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin in ihren Zellen Selbstmord, Irmgard Möller überlebte ihren Suizidversuch.
Beerdigung der RAF-Führung: Mit geballter Faust nimmt am 27.10.1977 einer der zahlreichen Trauergäste von Grudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan Carl Raspe Abschied von den Toten. Links steht Pfarrer Helmut Ensslin, der Vater von Gudrun Ensslin. Die führenden Köpfe der RAF hatten nach dem Scheitern der "Landshut"-Entführung am 18. Oktober 1977 im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim Selbstmord verübt und wurden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf dem Stuttgarter Dornhalden-Friedhof beigesetzt.