Outdoor-Projekt Leben wie in der Steinzeit
Stammes-Geschwister: Drei Tage lang musste die Gruppe mit Steinzeit-Werkzeug Stämme fällen, bevor sie diesen Unterschlupf errichtet hatte. Das Ergebnis wird mit Gesang gefeiert.
Mindestens sechs Monate dauern die Vorbereitungen auf das Leben im Wald. "Das Ziel ist es, nicht nur zu überleben, sondern zu leben und etwas daraus zu lernen", sagt Lynx Vilden, die Anführerin der Steinzeit-Gruppe. Der Fotograf Kiliii Yüyan, selbst Teilnehmer, hat das Abenteuer mit seiner Kamera dokumentiert.
Zwischen Feuern: Als die Steinzeit-Gruppe 2014 im North-Cascades-Nationalpark unterwegs waren, tobten dort Waldbrände. Um nicht vom Feuer überrascht zu werden, kletterten die Jäger und Sammler jeden Abend auf einen nahe gelegenen Berg, um die Brände zu lokalisieren. Hier schießt Lynx Vilden, die Anführerin der Gruppe, einen Pfeil ins Tal ab, um ihre Dankbarkeit für ihre Sicherheit zum Ausdruck zu bringen.
Steinzeit-Expertin: Lynx Vilden ist Expertin für das Leben und die Fertigkeiten der Menschen, die vor der Nutzung von Metall und Ackerbau lebten. Sie ist die Leiterin und Initiatorin des "Stoneage Living Project".
Dass Steinzeit-Männer Kräuter sammeln, entspricht nicht ganz der Rollenverteilung unserer Vorfahren. Doch für die Jäger und Sammler besteht mindestens 60 Prozent der Ernährung aus Pflanzen - so heißt es, anpacken oder hungern.
Rund zwanzig Kilometer legen die Jäger auf der Suche nach Wild zurück. Oft kommt man trotzdem ohne Beute zurück zum Lager. Dafür mit müden Beinen und knurrendem Magen.
Die Gruppe würde zu großen Teilen aus jungen, gesunden Enthusiasten mit einer großen Liebe zur Natur bestehen, so Kiliii Yüyan. Für Leute, die nur eine extreme Erfahrung suchen würden, sei ein solches Camp zu hart. "Die gehen nach einer, spätestens zwei Wochen."
Fast-Food-Fans: Ob man nur über Steinzeit-Dinge spreche? Natürlich nicht. Wenn die Jäger und Sammler besonders hungrig sind, träumen sie auch schon mal gemeinsam von Burgern und Pizza.
Urzeit-Romantik: Nur selten hat die Gruppe Zeit, sich auszuruhen. Das Leben als Steinzeitmensch kostet viel Kraft und Zeit.
Einen großen Bogen machen: Auch gejagt wird nur mit Waffen, die es bereits in der Steinzeit gab.
Sommernächte in den Bergen: Auch das ist nicht so gemütlich, wie es sich anhört. Denn in den Nächten wird es auch in einem Schlafsack aus Büffelfell extrem kalt - und am Morgen wecken einen die Mücken.
Während des Projekts muss sich die Gruppe bei Temperaturen von mehr als 35 Grad einen Geröllabhang hochkämpfen. Jeder von ihnen trägt dabei 20 bis 45 Kilogramm Steinzeit-Gerätschaften mit sich.
Jäger und Fotograf: Kiliii Yüyan ist Nachfahre eine Volkes sibirischer Jäger und Sammler. Beim "Stoneage Living Project" engagiert er sich seit mehr als 15 Jahren. 2014 nahm der Fotograf statt eines Bogens seine Kamera mit.
Lynx Vilden sagt: "Es sieht alles sehr romantisch aus. Aber die Natur ist gleichzeitig sehr real, rau und verzeiht keine Fehler." Der Erde sei es scheißegal, ob man dort draußen sterbe.