Lebensbeichte eines Dynamo-Fans - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Meine Zeit mit dem BFC Dynamo In der falschen Fankurve

Immer nur Siege, ein fast leerer Fanblock, hasserfüllte Gegner: Nach der WM von 1974 wurde Marko Schubert Fußballfan - ausgerechnet vom BFC Dynamo. Als Kind Ostberlins ahnte er noch nichts vom zweifelhaften Ruf des ungeliebten Stasi-Clubs. Aber dann beendete er die brisante Beziehung genau im richtigen Moment.
1 / 19

Magisches Spieler-Dreieck: Nicht nur meine Fußball-Helden bildeten ein magisches Dreieck zwischen Abwehr und Mittelfeld, sondern auch mein Bruder Benny, Cousin Jörn und ich (mit Ball).

Foto: Marko Schubert/K. Schubert
2 / 19

Nicht so magisch: Ohne meiner Mutter zu nahe zu treten - aber zusammen mit ihr wurde leider nichts aus einem magischen Spieler-Dreieck, denn sie ist fußballerisch absolut unbegabt. Eine Aufnahme von 1989 in unserem Garten.

Foto: Marko Schubert/K. Schubert
3 / 19

Gol de Argentina: Im Lande von Diego Armando Maradona erlebte ich zum ersten Mal, wie es klingt, wenn ein südamerikanischer Reporter "Tor" brüllt. In etwa so: "Goooooooooooooooooooool de Argentina!"

Foto: Marko Schubert/N. Moussa
4 / 19

Gol de Paraguay: Obwohl ich Paraguay bei der WM 2006 vor Ort die Daumen drückte, schied die Mannschaft schon in der Vorrunde aus. Doch als ob ich es geahnt hätte, nehme ich "den kleinen Messi" tröstend in die Arme, denn die Argentinier wurden später von den Deutschen im Viertelfinale nach Hause geschickt.

Foto: Marko Schubert/N. Moussa
5 / 19

Gol do Brasil: Wo ist der Fehler auf diesem Bild? Richtig, nur die drei leuchtend gelben Shirts der Mädels sind Brasilien-Trikot. Ich trage auf diesem Bild während der Fußball-WM 2006 ein Jamaika-Shirt. Wirklich!

Foto: Marko Schubert/N. Moussa
6 / 19

Gol de Alemania: Die Übertragung der Fußball-WM von 2006 mit Klose, Ballack und Podolski erinnerte mich auf meiner Weltreise an den Zuckerhut an alte Zeiten, in denen wir aus dem Jubeln gar nicht mehr herausgekommen waren. Die Aufnahme entstand nach dem deutschen Achtelfinalsieg über Schweden.

Foto: Marko Schubert/N. Moussa
7 / 19

Treffsicher: Auch ich spiele Fußball - eigentlich mit sehr bescheidenem Erfolg, wobei dieses Foto suggeriert, dass ich es draufhabe (aber unser Keeper ist fast blind...). Hier beim Training zum 1.-Mai-Kneipenturnier 2005 in Vellahn/Mecklenburg.

Foto: Marko Schubert/N. Moussa
8 / 19

1. FC Dorfstadt: Dass unsere Gurkentruppe "Dorfstadt" beim 1.-Mai-Fußballturnier 2005 neun Feldspieler und zwei Torhüter hatte, verwandelte uns dennoch nicht in ein Abwehrbollwerk. Wir kassierten in drei Spielen elf Gegentreffer und schieden schon in der Vorrunde aus. Dafür hatten wir viel Spaß und mehr Zeit für die Feierlichkeiten.

Foto: Marko Schubert/N. Moussa
9 / 19

Kein Interesse: Noch heute spielt im Berliner Osten mitunter die Frage nach der persönlichen Herkunft und Vergangenheit eine wichtige Rolle: "BFC oder Union?" Nicht nur vor 1990 bestand die Gefahr, bei falscher Antwort eine auf die Fresse zu kriegen. Ich sage dann immer kleinlaut: "Ich interessiere mich nicht für Fußball."

Foto: Marko Schubert
10 / 19

Fußballfan Erich Mielke: Die Meisterschaftsfeier des BFC Dynamo Berlin im Jahr 1982. Der Verein war soeben zum vierten Mal in Folge Fußballmeister der DDR geworden. Vor einem Honecker-Porträt hielt der Vorsitzende der Sportvereinigung Dynamo, Staatssicherheitsminister Erich Mielke, eine Ansprache mit Wimpel und Pokal des Vereins.

Foto: OHNE
11 / 19

Andreas Thom: Der Berliner Stürmer Andreas Thom (l.) im Zweikampf mit Andreas Trautmann. Thom war der erste DDR-Spieler, den Leverkusens Manager Reiner Calmund nur wenige Tage nach dem Mauerfall 1989 für seinen Verein verpflichten konnte.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1988-0406-032

Foto: Das Bundesarchiv/Rainer Mittelstädt
12 / 19

Thom-Transfer: Ex-BFC-Dynamo-Stürmer Andreas Thom bei der Pressekonferenz anlässlich seines Vereinwechsels zum West-Club Bayer 04 Leverkusen. Bereits am 12 Dezember 1989 hatten beide Clubs den Vertrag unterzeichnet - vom 1. Februar 1990 an stürmte Thom für die Werks-Elf des Bayer-Konzerns.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-1216-015

Foto: Das Bundesarchiv/Peer Grimm
13 / 19

Mielke mit Schalck-Golodkowski: Alexander Schalck-Golodkowski (r.), Stasi-Offizier im besonderen Einsatz und Haupt-Devisenbeschaffer der SED, im Gespräch mit Stasi-Chef Erich Mielke aus Anlass der Meisterehrung für den Fußballclub BFC Dynamo im Ost-Berliner Palast Hotel am 13. Juni 1986. Fußballfan Mielke war erster Vorsitzender der Sportvereinigung Dynamo.

14 / 19

WM 1974: Direkt nach dem Anpfiff im Finale der WM 1974 startete der Holländer Johan Cruyff ein Solo in Richtung deutsches Tor und wurde von Uli Hoeneß an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, Neeskens traf zur Führung. Am Ende gewannen jedoch die Deutschen - und waren zum ersten Mal seit 1954 wieder Weltmeister.

Foto: Getty Images
15 / 19

Ortsderby im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark: Das Foto zeigt das Berliner Ortsderby am 5. Mai 1956 im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. In dem Fußballmeisterschaftsspiel standen sich die Mannschaften von Vorwärts Berlin und Dynamo Berlin gegenüber. Das Ortsderby endete 1:1-Unentschieden. Der Gastgeber Vorwärts hatte Pech, dass in der Drangperiode während der ersten Halbzeit der beste Stürmer Wirth, verletzt ausscheiden musste. Torwart Günther Klemm, links, klärt durch eine Fußabwehr. Er wird dabei von seinem Mittelverteidiger Schoen unterstützt. Rechts ist Vorwärts-Mittelstürmer Peter Kalinke zu sehen.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-37946-0002

16 / 19

Aufstiegsspiel: Der Verteidiger Dressel vom HFC Chemie kann in dieser Situation den Stoßstürmer Röpcke vom 1. FC Union Berlin nicht bremsen. Mit diesem Sieg schuf der HFC eine günstige Ausgangsposition für den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse. Das Spiel am 1. Juni 1974 im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark endete 1:2.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-N0601-0037

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Franke
17 / 19

FDGB-Pokalspiel: Der Berliner Tormann Creydt hatte am 13. Februar 1974 viele Angriffe der Dresdner zu halten. Dynamo Dresden machte auf eigenem Platz vor 34.000 Zuschauern gegen den BFC Dynamo mit 2:0 die beim FDGB-Pokal im Hinspiel erlittene 0:1-Niederlage wett. Kotte, zweiter von links, hat beide Tore geschossen.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-N0213-0044

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
18 / 19

BFC Dynamo: Das Foto zeigt das Fußball-Oberligakollektiv des BFC Dynamo am 17. August 1978. In der vorderen Reihe sind Michael Noack, Wolf-Rüdiger Netz, Torwart Bodo Rudwaleit, Reinhard Schwerdtner, Reinhard Lauck und Frank Terletzki zu sehen (von links). Mittlere Reihe von links: der verantwortliche Oberligatrainer Jürgen Bogs, Hans-Jürgen Riediger, Norbert Trieloff, Roland Jüngling, Artur Ullrich, Detlef Helms, Peter Rohde, Dietmar Labes und Trainerassistent Martin Skaba. Hintere Reihe von links: Lutz Eigendorf, Bernhard Jonelat, Bernd Brillat, Olaf Seier, Hartmut Pelka, Rainer Troppa und Ralf Sträßer.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-T0817-0032

Foto: Das Bundesarchiv/Rainer Mittelstädt
19 / 19

Meistermomente: Bei der WM 1974 im eigenen Land wurde Uli Hoeneß mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister. Gerd Müller erzielte das entscheidende 2:1 im Finale über die Niederlande.

Foto: AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?