Legendäre Achterbahnen - DER SPIEGEL
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Achterbahnen Immer wieder hoch und runter

Arme hoch und Aaaaaaahhh! 1908 kam die Achterbahn nach Deutschland. Beim Oktoberfest drehte sich die hölzerne "Auto-Luft-Bahn" noch in einer braven Acht, inzwischen sorgen gigantische Rollercoaster mit Loopings und Killerkurven für Kribbeln im Bauch - bis an die Grenzen der Physik. Von Moritz Miebach
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Der Absturz: 62 Meter rasen die Passagiere des "Stealth"-Rollercoaster im englischen Chertsey senkrecht in die Tiefe, im Tal werden sie dann mit bis zum sechsfachen der Erdbeschleunigung in den Sitz gedrückt.

Foto: Daniel Berehulak/ Getty Images
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Fahrt ins Guiness-Buch: Diese britischen Studenten trugen bei ihrem Guiness-Rekord nichts außer einem Lachen im Gesicht - und Turnschuhen. Der Eintrag in der Rekordbibel lautete dann: Größte gemeinsame Nackt-Achterbahn-Fahrt der Welt.

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"Lustvolle Schreie": Vor allem bei Mädchen und Frauen löst eine Achterbahnfahrt das Bedürfnis nach gellenden Schreien aus, meint der deutsche Achterbahnkonstrukteur Werner Stengel. Diese Teenagerin ist von ihrem Ritt auf einem Rollercoaster im Juli 1957 ganz offensichtlich stark emotionalisiert.

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Der Achterbahn-Promi: Der "Cyclone" auf Coney Island bei New York ist eine der bekanntesten Achterbahnen der Welt. Am 26. Juni 1927 öffnete die Attraktion ihre Pforten und schockte die Passagiere mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 90 Stundenkilometern - damals eine Sensation.

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High Roller: Schwindelfrei mussten die Passagiere des "High Roller" schon sein. Wie eine Würgeschlange wickelte sich die Achterbahn in 277 Metern Höhe um das Dach des Stratosphere Tower in Las Vegas. Dort drehte der Rollercoaster mit weniger als 50 km/h von 1996 bis Ende 2005 seine Runden. Die höchstgelegene Achterbahn der Welt garantierte eine legendäre Aussicht über die Spielermetropole. Dennoch wurde die Bahn mit den roten Schienen abgerissen, um Platz für neue Attraktionen zu machen.

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Fünffach-Looping auf der Wiesn: Die Achterbahn "Olympia Looping" gehört zum Münchner Oktoberfest wie Brezeln und Bier. Sie wurde 1989 eröffnet und war die weltweit erste transportable Achterbahn mit fünffachem Looping. Auf der diesjährigen Wiesn blieb ein Zug in mehr als 30 Metern Höhe stehen, weil ein Motor des Aufzugs heißgelaufen war. Daraufhin stoppte der Sicherheitsmechanismus den Zug. Rund 20 Fahrgäste konnten über eine Nottreppe nach unten geführt werden. Ein Wagen war jedoch vom Rettungsweg aus nicht mehr zu erreichen. Deshalb mussten die vier Insassen in den Korb einer Rettungsbühne der Feuerwehr steigen.

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Wasserbahn: Die Schienen führen kurz ins Wasser, beim Durchfahren des Bassins spritzt es gewaltig. Im Mai 1956 platscht ein Waggon in den Battersea Pleasure Gardens in London ins Wasser. Nass werden dabei höchstens die Passagiere, Schaulustige sind durch eine Scheibe geschützt.

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Echte Bahn vor falschem Panorama: Die Achterbahn des Hotels "New York - New York Hotel&Casino" steht nicht in Manhattan, sondern in der Wüste. Die Waggons rasen um die künstliche New Yorker Skyline des Hotels in Las Vegas. Sie sind wie die traditionellen Taxis im Big Apple bemalt. Mit bis zu 108 Stundenkilometern geht es über die 62 Meter hohe Bahn.

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Der Superlativ: Die schnellste und höchste Achterbahn der Welt ist derzeit der "Kingda Ka" im Freizeitpark Six Flags Great Adventure in New Jersey. Nur 50 Sekunden dauert die Fahrt, die es aber in sich hat: Passagiere traktiert das 140 Meter hohe Ungetüm mit einer Spitzengeschwindigkeit von knapp über zweihundert Stundenkilometern.

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Totale Beinfreiheit: Beim "Inverted Coaster" hängen die Züge unter den Schienen. Die Sitze sind direkt unter dem Fahrwerk befestigt - die Beine baumeln also im Freien. Der "Suspended Coaster" schwingt zusätzlich dazu noch seitwärts aus. Besonderes Bildmerkmal? Die Passagiere tragen, wenn überhaupt, nur Unterwäsche - und schafften es so im Mai 2004 ins Guinness-Buch der Rekorde.

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Kopfüber im Bett: Das Männermagazin "Penthouse" beschrieb die Fahrt in einer Achterbahn wenig überraschend so: "Es ist wie Sex. Man wartet Stunden und Stunden auf diese eine wunderbare Minute".

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Nervenkitzel pur: Eher verschreckt als vergnügt schauen diese drei Mädchen bei ihrem Ritt im Januar 1985 in Puyallup im Bundesstaat Washington. Bei einigen Menschen beginnt der Spaß am Achterbahn fahren erst dann, wenn sie es hinter sich haben - und auf die Selbstüberwindung stolz sein können.

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Stahl-Gigant: Der "Superman-Ride of Steel" wurde 2008 von der Fachzeitschrift "Amusement Today" zum besten Stahl-Rollercoaster der Welt gekürt. Und das, obwohl sich auf ihm bereits mehrfach Unfälle ereigneten. Im Jahr 2004 fiel ein schwergewichtiger Mann aus einem fahrenden Zug, weil der Sicherheitsbügel nicht passte - und starb. 2001 kollidierte eine einfahrende Achterbahn mit einem Zug, der bereits im Bahnhof stand. 22 Menschen wurden dabei verletzt. Nach den Unfällen wurde die Bahn überarbeitet und sicherer gemacht. Sie steht in einem Vergnügungspark der Kette "Six Flags" in New England.

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Gute Aussicht: Aufnahme aus einem Wagen vom höchsten Punkt der "Colossus" nahe Los Angeles im Januar 1979. Ein Jahr zuvor war die Holzachterbahn eröffnet worden.

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Glas und Stahl: Die "Euromir" im Europapark Rust. Die Trassen aus 2.000 Tonnen Stahl verlaufen um und durch das Eingangsgebäude der Achterbahn. Im Juni 1997 schritten zum ersten Mal Passagiere in die 28 Meter hohen verglasten Türme, den Eingang bildet eine Mir-Weltraumkapsel.

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Natürlich schön: Die "Colossos" im Heidepark Soltau ist Europas größte Holzachterbahn. Mit 120 Stundenkilometern rasten die ersten Besucher am 13. April 2001 über die Anlage. Der majestätische "Wooden Coaster" besteht aus 90.000 Kiefernholzteilen und gehört zu den größten Holzbauwerken der Welt. Der Bau der Bahn kostete damals 45 Millionen D-Mark.

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Auf dem Höhepunkt: Die Achterbahn "Stealth" steht in Chertsey, England. Die Waggons werden auf der Abschussgeraden in nur 2 Sekunden auf rund 128 km/h beschleunigt. Auf dem Gipfel, in einer Höhe von knapp 63 Metern, werden die Passagiere dann für Bruchteile von Sekunden leicht aus dem Sitz gehoben, bevor es wieder zackig gen Boden geht.

Foto: manager magazin online
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Hauptsache, die Melone sitzt: Im Juni 1908 fahren fein herausgeputzte Passagiere mit einer "Spiral Railway" auf der Franco-British Exhibition. Die internationale Messe fand vom 14. Mai bis 31. Oktober 1908 in London statt. Über acht Millionen Besucher flanierten damals über das Messegelände.

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Endlosfahrt in der Achterbahn: Gespannt warten diese Passagiere 1924 darauf, dass der Rollercoaster auf der Wembley Exhibition in London losfährt. Wer eine weitere Fahrt absolvieren wollte, konnte einfach im Wagen sitzen bleiben - vorausgesetzt er oder sie hatte das nötige Kleingeld parat.

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Zyklon im Schnee: Im Winter 2005 hüllte ein Schneesturm die ehemals schnellste Achterbahn der Welt, den "Cyclone" auf Coney Island in New York, in malerisches Weiß. Seit 1991 ist der Rollercoaster aus Holz ein "National Historic Landmark", also eine Nationale historische Sehenswürdigkeit, und steht unter Denkmalschutz.

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Arbeitsaufwendig: Die Holzachterbahnen erforderten ständige Wartung. Jeden Tag vor Fahrtbeginn mussten Zimmerleute und Hilfsarbeiter die gesamte Strecke kontrollieren, gegebenenfalls Bretter austauschen und diese dann, wie hier zu sehen, neu anstreichen. Der Hinweis "Hinsetzen" auf dem Schild gilt übrigens nur für Passagiere.

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Maifeuer in der Achterbahn: Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung am 1. Mai 2001 im Phantasialand in Brühl bei Köln. Ein technischer Defekt löste in der Grand-Canyon-Achterbahn ein Feuer aus. Es zerstörte auch die Gebirgsbahn nebenan und das Dach eines Theaters auf dem Gelände des Vergnügungsparks. 70 Personen wurden leicht verletzt, die meisten litten wegen des Qualms unter Atembeschwerden. Der Sachschaden betrug 38 Millionen Mark.

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Hände zum Himmel: Der im Jahr 1990 eröffnete "The Georgia Cyclone" in Atlanta ist eine exakte Nachbildung der historischen "Cyclone"-Achterbahn in New York. Zwar ist die Kopie drei Meter höher als das Original, die Fahrt gilt aber als weniger rau. Dennoch wird Menschen mit Rücken- und Herzproblemen von einer Fahrt abgeraten.

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Holz trifft Stahl: Im Vergnügungspark "Six Flags Magic Mountain" im kalifornischen Valencia standen eine Holz- und eine Stahl-Achterbahn direkt nebeneinander. Die hölzerne "Psyclone" wurde allerdings im Jahr 2006 abgerissen, eine neue Holz-Bahn wird 2009 an ihrer Stelle eröffnen. Die "Deja Vu" aus grünem und blauem Stahl lässt ihre Passagiere im wahrsten Sinne hängen: in der Luft.

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Tunnelpassage: Die "Viper"-Bahn im Vergnügungspark bei Houston in Texas im August 1989. Die Bahn wurde vom Deutschen Achterbahnhersteller Schwarzkopf GmbH gebaut. Das Unternehmen beherrschte zusammen mit der amerikanischen Firma Arrow den Markt für Achterbahnen. Heute baut auf dem ehemaligen Schwarzkopf-Firmengelände im bayerischen Münsterhausen die Gerstlauer Amusement Rides GmbH Achterbahnen.

Foto: AP
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Alt und attraktiv: Den 50. Geburtstag des "Cyclone" in New York feierten die Passagiere 1977 genauso begeistert wie die erste Fahrt am 26. Mai 1927. Damals kostete eine Fahrt auf der Holzachterbahn nur 25 Cent, heute muss man dagegen den stolzen Betrag von acht Dollar für die knapp zweiminütige Tour berappen.

Foto: AP
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Nagelneu und aus Holz: Im März 2008 eröffnete der T-Express, ein "Wooden Coaster", im Everland-Park nahe Seoul in Südkorea. Die Holzachterbahn ist auf neuestem technischen Stand, allerdings geht ihr auch das rappelige Fahrgefühl ihrer Ahnen ab.

Foto: dpa
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Eurostar: Der Eurostar ist der größte transportable Inverted Coaster der Welt. Seit 1995 zählte er neben dem Olympia Looping zu den Giganten auf deutschen Kirmesplätzen. Während der Saison 2008 wurde die Bahn an den Gorky Park in Moskau verkauft.

Foto: Jochen Peschel
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Holz-Koloss: Die höchste Holzachterbahn der Welt steht im Heide-Park Soltau in Niedersachsen und trägt den Namen "Colossos".

Foto: Per Ulrich/PerPi
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El Toro: Diese Achterbahn in Six Flags Great Adventure (New Jersey, USA) ist ein Vertreter der modernen Holzachterbahnen, deren Fahreigenschaften eher denen einer Stahlachterbahn entsprechen als denen eines klassischen Wooden Coasters. Aber nur so sind Werte wie 113 Stundenkilometer oder eine 76 Grad steile Abfahrt möglich. Im Hintergrund der sogenannte Top Hat von KingdaKa, der derzeit schnellsten Achterbahn der Welt.

Foto: Jochen Peschel/Coastersandmore
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8 BAHN: Eine Achterbahn des legendären Karussellbauers und Schaustellers Hugo Haase (1. Juni 1857, Winsen an der Luhe - 13. September 1933, Hannover) auf dem Schützenfest in Braunschweig im Sommer 1942.
Hugo Haase ist heute nahezu vergessen, war aber der wichtigste Karussellbauer und Betreiber seiner Zeit.

Foto: Gerhard Dörries/Walter Dörries
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