Legendäre Boxer Knockouts und Comebacks
Der US-Amerikaner John L. Sullivan schrieb 1885 als erster anerkannter Schwergewichtsweltmeister Boxgeschichte. Seine Kämpfe dauerten bis zu 75 Runden und wurden teils noch ohne Boxhandschuhe ausgetragen. Sieben Jahre lang konnte Sullivan seinen Titel verteidigen. Rund 30 Jahre später
trug Jack Dempsey den Titel des Schwergewichtweltmeisters. Dempsey war für seinen aggressiven Kampfstil und seine Schlaghärte bekannt und wurde in einer Journalistenumfrage der Associated Press 1950 zum besten Boxer der ersten Hälfte des Jahrhunderts gewählt. Die größte deutsche Box-Legende
heißt zweifellos Max Schmeling. "Der schwarze Ulan vom Rhein", so Schmelings Kampfname, konnte sich zwischen 1930 und 1932 Weltmeister im Schwergewicht nennen. In seinem populärsten Kampf ging es allerdings nicht um den WM-Titel: Am 19. Juni 1936 schlug er den als "unbesiegbar" geltenden
Joe Louis K.o. Louis errang ein Jahr später den Weltmeistertitel gegen Jim Braddock und gab ihn zwölf Jahre lang nicht mehr her. Damit ist er der Boxer, der am längsten ununterbrochen Weltmeister war. 25-mal verteidigte er den Titel, darunter auch gegen Schmeling, den er im zweiten Aufeinandertreffen bereits in der ersten Runde ausknockte. Eine beeindruckende...
...Kampfstatistik hatte US-Boxer Rocky Marciano vorzuweisen. Der Sohn italienischer Einwanderer gewann alle seiner 49 Kämpfe, 43 davon durch K.o. Im Kampf um den Weltmeistertitel gegen Jersey Joe Walcott 1952 wurde Marciano in der ersten Runde bereits angezählt und lag nach Punkten klar zurück, ehe er Walcott in der 13. Runde auf die Bretter schickte. Marciano trat 1956 ungeschlagen zurück. Den vakanten Schwergewichts-Titel
schnappte sich Floyd Patterson (rechts). Mit gerade einmal 21 Jahren wurde er zum bis dato jüngsten Schwergewichtsweltmeister. Bereits mit 17 Jahren hatte der US-Amerikaner als Amateur bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille gewonnen. Seinen Weltmeistertitel verlor Patterson zunächst an den Schweden Johansson, eroberte ihn aber im Rückkampf zurück. Damit widerlegte er erstmals die Box-Regel "They never come back". Für seine Härte und...
...Schlagkraft im Ring gefürchtet war Sonny Liston. Der US-Amerikaner, der wegen seiner Kontakte zum organisierten Verbrechen umstritten war, besiegte Patterson gleich zweimal durch K.o. in der ersten Runde. Erst ein selbstbewusst auftretender Newcomer wusste der Aggressivität Listons etwas entgegenzusetzen. Der 22-jährige
Cassius Clay, später besser bekannt als Muhammad Ali, sollte der bekannteste Boxer aller Zeiten werden. Im Weltmeisterschaftskampf gab Liston nach sechs Runden auf, ein Jahr später schickte Ali Liston mit einem kaum erkennbaren "Phantomschlag" auf die Bretter. 1967 wurde Ali der Titel wegen seiner Weigerung aberkannt, im Vietnam-Krieg zu dienen. Drei Jahre später kam es zum Comeback und zu den legendären Kämpfen gegen Joe Frazier und George Foreman. Der Erste, der Muhammad Ali eine Niederlage in dessen Profikarriere bescherte, war...
...Joe Frazier. Das als "Kampf des Jahrhunderts" deklarierte Aufeinandertreffen 1971 ging über 15 Runden und musste durch die Punktrichter entschieden werden. "Smokin' Joe" Frazier lieferte sich zwei weitere umkämpfte Duelle mit Ali, die er aber beide verlor. Für einen weiteren legendären Kampf
sorgte George Foreman, der als amtierender Weltmeister 1974 ebenfalls gegen Ali antrat. Bei dem scheinbar einseitigen Duell war Foreman nach zahllosen Schlagserien allerdings so erschöpft, dass er nach acht Runden von dem bis dahin vollkommen passiven Ali ausgeknockt wurde. Der entthronte Weltmeister schaffte aber 20 Jahre später ein einzigartiges Comeback und wurde als 45-Jähriger ältester Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten. Der jüngste Schwergewichtsweltmeister der Geschichte...
dpa
heißt hingegen Mike Tyson. Mit gerade einmal 20 Jahren schlug er 1986 den Champion Trevor Berbick in der zweiten Runde K.o., mit 21 hatte er alle Schwergewichtstitel eingesammelt. Durch etliche Skandale, eine Verurteilung wegen Vergewaltigung und seine Beißattacke gegen Evander Holyfield hat Mike Tyson sein Bad-Boy-Image manifestiert. Der letzte Schwergewichtsweltmeister,...
der die Titel aller Verbände gewinnen konnte, war Lennox Lewis. Der Brite siegte 2003 in seinem letzten Kampf gegen Vitali Klitschko durch einen umstrittenen Kampfabbruch. Obwohl er noch im Ring einen Rückkampf versprach, gab er kurz darauf seinen Rücktritt bekannt.