Regan, Gage und Samara So sehen die Gruselkinder heute aus
Kleiner Teufel Gerade mal 13 Jahre alt war Linda Blair, als sie 1973 in "Der Exorzist" die von einem Dämon besessene Regan MacNeil spielte. Als kleines Mädchen, das bei lebendigem Leibe zu verfaulen schien, mit wüsten Obszönitäten und Erbrochenem um sich schmiss und die kleinen Glieder auf bizarre Weise verdrehte, verursachte sie Tausenden Zuschauern eine Gänsehaut.
Doch ihr Erfolgsfilm wurde für die Schauspielerin selbst
zum Fluch: Unfähig, sich von ihrer Rolle zu befreien, verdingte Blair sich hauptsächlich in billigen Horrorfilmen, ohne an den Erfolg von "Der Exorzist" je wieder anknüpfen zu können. Der Frust über die gescheiterte Karriere trieb Blair in die Drogensucht.
Heute hat die Schauspielerin die Kurve gekriegt und betätigt sich als Tierrechtsaktivistin mit ihrer eigenen Stiftung, der Linda Blair World Heart Foundation.
Fratz mit Fratze: In der Stephen-King-Verfilmung "Friedhof der Kuscheltiere" wurde 1989 der damals gerade drei Jahre alte Miko Hughes zu einem der jüngsten Zombies der Kinogeschichte.
Er spielte die Rolle von Gage Creed, der als Kleinkind bei einem Autounfall stirbt - und von seinem Vater auf einem mystischen Indianerfriedhof begraben wird, um wieder zu den Lebenden zurückzukehren. Das Experiment gelingt - doch der wiedergeborene Sohn hat sich in eine niedliche, kleine Mordmaschine verwandelt. Nach dieser furchteinflößenden Debütrolle
zog es Hughes später zu weniger blutrünstigen Rollen hin. So spielte er 1998 an der Seite von Bruce Willis in "Das Mercury Puzzle" einen autistischen Jungen oder trat 2000 in der Science-Fiction-Serie "Roswell" auf.
An den Erfolg seines gruseligen Erstlingsfilms konnte Hughes, hier auf einem Bild von 2006, jedoch bisher nicht anknüpfen.
Haarige Sache: 2002 brachte Regisseur Gore Verbinski den Horror-Schocker "The Ring", ein Remake des japanischen Films "Ringu" von 1998, in die Kinos. Darin wurden die Zuschauer eines verfluchten Videobandes von der geisterhaften Erscheinung des langhaarigen Mädchens Samara heimgesucht, das sie verfolgte und sie sieben Tage nach dem Ansehen des Films tötete.
Außerhalb des Filmes wirkte die Darstellerin von Samara jedoch
weit weniger erschreckend: Die damals 12-Jährige Amerikanerin Daveigh Chase, die schon mit sieben Jahren in Werbespots aufgetreten war, hatte das blasse Schreckgespenst verkörpert.
Obwohl sie 2003 bei den MTV Movie Awards als "bester Filmschurke" ausgezeichnet wurde, konzentrierte sich Chase anschließend auf weniger finstere Rollen: Neben Gastauftritten in "Emergency Room" und "Charmed - Zauberhafte Hexen" arbeitete sie als Synchronsprecherin für den Disney-Zeichentrickfilm "Lilo & Stitch" und die daraus entstandene Fernsehserie.
Hitzkopf: Nur mit der Kraft ihrer Gedanken entzündete dieses kleine Mädchen namens Charlie in dem Horrorfilm "Der Feuerteufel" von 1984 Autos, selbst Ziegelwände - und Menschen. Charlie war das Ergebnis eines medizinischen Regierungsexperiments, das an ihren Eltern durchgeführt wurde.
Das kleine goldgelockte Mädchen, das den furchteinflößenden Feuerteufel spielte, sollte in Hollywood Karriere machen. Es war
Drew Barrymore, die auch als Erwachsene im Showgeschäft Fuß fassen konnte. Allerdings hat Barrymore, hier am 4. Juli 2011 im kalifornischen Malibu, sich dabei von Horrorfilmen abgewandt.
In den letzten Jahren war sie vor allem mit dem Actionfilm "3 Engel für Charlie" von 2000, romantischen Komödien wie "50 erste Dates" von 2004 oder "Er steht einfach nicht auf dich" aus dem Jahr 2009 im Kino zu sehen - produziert von ihrem eigenen Unternehmen Flower Films.
Hassprediger: 1984 schlüpfte John Franklin (links) in "Kinder des Zorns" in die Rolle des Jungen Isaac, der als minderjähriger Prediger die Kinder eines kleinen Ortes in Nebraska zu einem religiösen Kult vereinigt - und sie dazu aufwiegelt, alle Erwachsenen zu töten.
Was die meisten Zuschauer nicht wussten: Der seltsam erwachsen wirkende kleine Junge war in Wirklichkeit bereits 24 Jahre alt. Aufgrund einer hormonellen Wachstumsstörung wirkte er nur optisch, als sei er noch ein Kind. Nach seinem Filmerfolg blieb Franklin zunächst
der Schauspielerei treu: So drehte er etwa 1999 mit "Kinder des Zorns 6 - Isaacs Rückkehr" eine Fortsetzung zu dem Horrorfilm, der ihn bekannt gemacht hatte.
Doch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beschloss Franklin, sein Leben umzukrempeln, da ihm die "Oberflächlichkeit des Showgeschäfts" bewusst geworden sei und er das Bedürfnis gespürt habe, die Leben anderer zu verändern. Heute arbeitet er als Englischlehrer an einer Schule im kalifornischen Santa Clarita.
Problemkind: Eine besonders grausame Kinderrolle hatte der Horrorfilm "Mikey" von 1992. Gespielte wurde diese von Brian Bonsall. Als der titelgebende Waisenjunge prügelte er auf der Leinwand seinen Adoptivvater zu Tode, erschoss seine Lehrerin mit einer Schleuder oder durchbohrte seine Angebetete, weil sie ihn abwies, mit Pfeilen.
Die Gewaltexzesse des Films führten dazu, dass er in England verboten wurde. Exzessiv verlief auch das weitere Leben
von Brian Bonsall: Nach einigen weiteren Auftritten - etwa als Sohn des Klingonen Worf in der Science-Fiction-Serie "Star Trek" von 1992 bis 1994 - und ein paar kleineren TV-Filmen warf Bonsall die Schauspielerei hin und wurde Punk-Musiker.
In den vergangenen Jahren machte Bonsall allerdings nur noch durch Konflikte mit dem Gesetz Schlagzeilen - wie etwa im Dezember 2009, als er bei einer Kneipenschlägerei einem Freund einen Barstuhl ins Gesicht schlug.
Ausgeburt des Teufels: Niemand geringeren als den Sohn des Leibhaftigen hatte Harvey Stephens 1976 in dem Film "Das Omen" zu spielen. Um ihn bedrohlicher aussehen zu lassen, ließ ihm Regisseur Richard Donner die engelsblonden Haare rabenschwarz färben.
Doch nicht nur Stephens' Aussehen verfinsterte sich bei dem Dreh - schnell zeigte der kleine Knirps auch Starallüren, die das gesamte Filmteam auf harte Geduldsproben stellte. Die am Dreh beteiligte Tiertrainerin Joan Blackmore erinnerte sich 2005 im Interview, Stephens sei auch im realen Leben "wirklich ein kleiner Teufel" gewesen. Doch inzwischen hat der mittlerweile 41-Jährige...
den Starrummel weit hinter sich gelassen und die Allüren abgelegt. Nach zwei Filmen hängte er die Tätigkeit als Kinderschauspieler an den Nagel.
Heute lacht Stephens, der inzwischen in der Baubranche arbeitet, nur, wenn er heute an seinen kurzen Ausflug ins Filmgeschäft zurückdenkt: "Meine Klassenkameraden haben damals immer mich angeguckt, wenn irgendwo in einer Telefonnummer oder auf einer Rechnung eine 666 auftauchte."
Blonder Alptraum Auf den ersten Blick schien die kleine Rhoda Penmark aus "Böse Saat" von 1956 eine Bilderbuchtochter zu sein: Fröhlich, gelehrig und immer adrett gekleidet ist sie der ganze Stolz ihrer Eltern. Nur allmählich stoßen die Eltern auf die verborgene dunkle Seite ihrer Tochter, die sich als kleine Serienkillerin entpuppt, die kaltblütig Menschen bei lebendigem Leibe verbrennt.
Die Bluttaten wurden der Darstellerin
Patty McCormack, die Rhoda gespielt hatte, aber nicht zum Verhängnis: Anders als viele andere Kinderstars, die als Bösewichter berühmt geworden waren, blieb sie nicht für immer mit dieser Rolle verbunden.
Heute blickt die inzwischen 66-Jährige, hier im November 2007 in New York, auf eine lange Karriere als Schauspielerin zurück - mit Auftritten in Serien wie "Die Straßen von San Francisco" oder "Die Sopranos" und Kinofilmen wie "Frost/Nixon" von 2008. Vielleicht war ihr der Auftritt als Satansbraten Rhoda ja verziehen worden, weil ihre Filmmutter ihr damals im Abspann symbolisch den Hintern versohlt hatte.
Die Straße nach Hollywood: Gerade mal 13 Jahre alt war die kleine Rynn Jacobs, die Hauptfigur des Films "Das Mädchen am Ende der Straße" von 1977. Und doch hatte sie bereits ihre Mutter getötet, versteckte eine Leiche im Keller und sah eiskalt dem Sohn ihrer Vermieterin beim Sterben zu, nachdem sie ihn vergiftet hatte. Dennoch blieb Rynn eine tragische Figur, denn allein unverschuldete Umstände hatten sie in diese Situationen gezwungen.
Für ihre Darstellerin war "Das Mädchen am Ende der Straße" alles andere als eine Sackgasse, denn
Jodie Foster, die ein Jahr zuvor durch ihren genau genommen noch grausameren Auftritt in "Taxi Driver" bekannt geworden war, stand noch eine große Zukunft in der Traumfabrik bevor.
1989 gewann Foster für ihre Rolle als Vergewaltigungsopfer in "Angeklagt" den Oscar als beste Darstellerin, und nach Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" von 1991 oder "Nell" von 1994 gehört Foster, hier auf einem Bild vom Oktober 2011, noch immer zu den gefragtesten Schauspielerinnen Hollywoods.