Legendäre Journalistenschule - DER SPIEGEL
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Legendäre Journalistenschule "J-School fraß mein Hirn auf"

16.000 Dollar für ein Jahr Reporterhölle: Die renommierteste Journalistenschule der Welt wird 100 Jahre alt. Für ihren Gründer war die Columbia Journalism School ein Demokratie-Garant. Absolvent Marc Pitzke dagegen erinnert sich an Mafiosi, Drag-Queens - und selbstverliebte Professoren.
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b>Präsidialer Türsteher: Am Eingang der journalistischen Fakultät der Columbia University in New York begrüßt seit 1914 eine Bronzestatue des dritten US-Präsidenten und Verfassungsvaters Thomas Jefferson die Studenten.

Foto: Spencer Platt / Getty Images
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Class of 1994: Die Absolventen der Columbia Journalism School in New York, Jahrgang 1994, posieren vor dem Schulgebäude für ein Abschlussfoto. Autor Marc Pitzke lugt hinten in der Mitte hervor.

Foto: Marc Pitzke
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Unterhaltsamer Lehrmeister: Als Auslandskorrespondent für die Nachrichtenagentur AP berichtete Seymour Topping aus Krisengebieten der ganzen Welt. Von 1993 bis 2002 war er Chef des Pulitzer-Preiskomitees und lehrte gleichzeitig an der Journalistenschule.

Foto: AP
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Raum mit Aura: Im sogenannten World Room verkündet Sig Gissler, Chef des Pulitzer-Preis-Komitees, am 16. April 2012 die Gewinner des 96. Pulitzer-Preises. Der Saal ist nach der Tageszeitung "New York World" benannt, die dem Schulgründer Joseph Pulitzer gehörte. Die "World" feierte erst Erfolge, nachdem Pulitzer das Blatt aufgekauft hatte und das Konzept änderte: Statt lange Essays zu drucken berichteten Reporter über tagesaktuelle Ereignisse.

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Joseph Pulitzer: Der "New York World"-Herausgeber hatte in seinem Testament von 1904 verfügt, dass zwei Millionen Dollar seines Erbes zur Gründung einer "School of Journalism" und für die Verleihung eines Journalistenpreises verwendet werden sollten. 1912, ein Jahr nach seinem Tod, wurde die Columbia Journalism School in New York gegründet. Seit 1917 wird dort alljährlich der Pulitzer-Preis verliehen.

Foto: AP
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Pulitzer-Lehrspruch: "Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten."

Das Foto zeigt den Eingang der Journalism School der Columbia University

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Watergate-Affäre: Die Zeitungen kündigten bereits am Morgen des 8. August 1974 den bevorstehenden Rücktritt Nixons am Abend an. Für ihre Berichterstattung um die Watergate-Affäre wurden die "Washington Post"-Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward 1973 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

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Investigativjounalist: Carl Bernstein, der die Wategate-Affäre aufgedeckt hatte, sprach in der NBC-Sendung "Meet the Press" über seine Hillary-Clinton-Biografie (2007). Auch Bernstein unterrichtete an der Columbia Journalism School.

Foto: Getty Images
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Prominenter Ex-Schüler: "Washington Post"-Kolumnist Richard Cohen nahm 2005 an einer TV-Diskussionsrunde teil, die den journalistischen Umgang mit geheimen Quellen thematisierte. Sein journalistisches Know-how hatte er selbst an der Columbia Journalism School gelernt. Cohen war viermal in der Kategorie "Kommentar" für den Pulitzer-Preis nominiert.

Foto: AP
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Journalistengarde: Diese elf Herren entschieden 1938, an wen der begehrte Pulitzer-Preis gehen sollte. In den vorderen Reihe sitzen die zwei Pulitzer-Söhne Ralph, Zweiter von links, und Joseph Jr., Zweiter von rechts. Die beiden waren in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und selbst mehrmals mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Für viele Jahrzehnte waren die zwei Brüder die einflussreichsten Publizisten in den USA.

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Molly Ivins: Die amerikanische Bürgerrechtsunion ACLU von Südkalifornien würdigte 2003 die Arbeit der Journalistin Molly Ivins, deren Polit-Kolumne in fast 400 US-Zeitungen veröffentlicht wurde, mit dem "Eason Monroe Courageous Advocate Award".

Ivins hatte in den sechziger Jahren den Master an School of Journalism gemacht - und war später um keinen bissigen Kommentar verlegen. Als Gegnerin des Irak-Kriegs kritisierte sie öffentlich George W. Bush, der ihr die verbalen Attacken offenbar nicht übelnahm. Nach Ivins' Tod 2007 lobte der US-Präsident ihren "leidenschaftlichen Glauben an die Macht des Wortes".

Foto: Getty Images
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Journalisten mit Titel: 1912, im allerersten Lehrjahr der Columbia Journalism School, hatten sich 78 Studenten aus 21 Ländern eingeschrieben. Heute können die Eliteschüler zwischen drei Abschlüssen wählen: dem Master of Science in Journalism, den Doctor of Philosophy in Communications und den Master of Arts in Journalism.

Das Foto zeigt Absolventen der Journalistenschule, die 2005 ihren Abschluss feierten.

Foto: AP
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Im Visier: Ein angehender Bildreporter der Columbia University School of Journalism mit seiner Kamera, aufgenommen in den vierziger Jahren. Einer der berühmtesten Zitate des Altmeisters Pulitzers war: "Was jedermanns Angelegenheit ist, geht keinen etwas an, ausgenommen die Journalisten." Öffentlichkeit sah er als den "größten moralischen Machtfaktor in unserer Gesellschaft".

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Heißes Pflaster: In der Lower East Side im New Yorker Stadtteil Manhattan (hier an einem verregneten Tag 2008), wo sich Junkies, DJs, Drag Queens und Kriminelle tummeln, war Marc Pitzke in den neunziger Jahren im Rahmen seiner Journalistenausbildung täglich als Lokalreporter unterwegs.

Foto: Getty Images
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Recherche am Telefon: Ein Student der Columbia University School of Journalism in Manhattan im "Praxisunterricht", Foto aus den vierziger Jahren. Die angehenden Journalisten der Pulitzer-Einrichtung müssen auch heute noch nicht nur Vorlesungen besuchen, sondern während des Studiums auch selbstgeschriebene Geschichten abliefern. Allerdings ist die Technik der "J-School" mittlerweile moderner geworden: Auf dem Campus gibt es ein eigenes TV-Studio sowie ein Zentrum für digitalen Journalismus.

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Robert Caro: Der Schriftsteller Robert Caro, ebenfalls ehemaliger Student der Columbia Journalism School, signiert hier während der Autorennächte 2010 in der New Yorker East Hampton Library Ausgaben seiner 1975 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Biografie "The Power Broker" über den Stadtplaner Robert Moses. Das Buch war maßgebend für die Standards politischer Biografien.

Foto: Getty Images
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Gastmentor Gore: Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl übernahm Al Gore 2001 einen Lehrauftrag an der Columbia School of Journalism. An der Journalistenschule gab der Politiker Seminare zum Thema "Recherche-Methoden zur Aufdeckung nationaler Affären im Informationszeitalter".

Rechts: Karenna Gore Schiff, Gores Tochter.

Foto: REUTERS
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