Werbeklassiker Bier im Bauchnabel
Bierliebhaber: "Liebe 'Arald", begann der auf wundersame Weise mit französischem Akzent gefaxte Liebesbrief, den der Protagonist dieses Clips 1997 las, "gannst du mier nicht etwas von dier schieckän?". Zum Beispiel "deine 'Emd mit der Parfum von letzte Nacht", hauchte das Fax weiter, "die kleine Silberauto" aus dem Regal wäre außerdem auch nicht übel. Vor allem aber solle er unbedingt "ein Flasche von die Bier" beifügen, "die so schön 'at geprickelt in mein Bauchnabel". Doch obwohl Harald sofort in Erinnerungen an das Saufgelage in selbigem Bauchnabel schwelgt, kippt er sich "die Bier" lieber selbst hinter die Binde. Schließlich handelt es sich dabei um sein heißgeliebtes...
...Schöfferhofer Weizen. Und irgendwo, so scheint 'Arald zu denken, hört die Liebe ja auch auf. Erstaunlicherweise schien seine Verehrerin es ihm jedoch überhaupt nicht nachzutragen, dass eine Flasche Bier ihm wichtiger war als sie: Bis heute treten er und die anonyme Französin in Schöfferhofer-Spots gemeinsam auf.
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Ecstasy für Anfänger: 1994 versuchte eine Werbekampagne, uns zum Kauf kleiner bunter Pillen zu überreden, nach deren Konsum Leute lauter ganz doll verrückte Sachen machten. Als etwa ein junger, blonder Mann am Fußgängerüberweg durch einen zu weit vorgefahrenen Wagen von seinen Freunden getrennt wurde, warf er nur schnell eine der Wunderpillen ein, um einen unfassbar crazy Plan zu schmieden: Er kletterte ins Auto hinein, über die Rückbank hinweg und auf der anderen Seite wieder heraus. Ganz klarer Fall - auf eine so freshe Idee bringen konnte ihn natürlich nur...
..."Mentos - The Freshmaker", so der Slogan des Spots. Die Musiker der US-Rockband Foo Fighters amüsierten sich offenbar so königlich über die Mentos-Spots, dass sie die Clips 1994 in dem Musikvideo zu ihrem Song "Big Me" auf die Schippe nahmen.
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Mit Seemannsgarn um den Finger gewickelt: Eine politisch reichlich unkorrekte Werbefigur erblickte 1985 das Licht der Welt: Ein komischer alter Kauz mit Rauschebart, der als einziger Erwachsener mit einer Crew Minderjähriger durch die Südsee segelte. Während seine Kinderarbeiter mit ihm stramm durch den Dschungel marschierten, mussten sie sogar noch ein Loblied auf ihn singen: "Er kommt von weitem über's Meer und bringt uns unseren Fisch hierher. Für uns hat er die halbe Welt bereist." Erst bei der Rückkehr an Bord wurde das dunkle Geheimnis gelüftet, wie er die jungen Matrosen so gefügig machte - nämlich mit dampfenden, knusprigen
Iglo Fischstäbchen. Ob die Crew auch auf Dauer durch panierte Fischbriketts motiviert werden konnte, blieb unklar. Schließlich orakelte der schwimmende Erlebnispädagoge am Ende des Clips fast drohend: "Für meine Mannschaft gibt's nur noch die saftigen Iglo-Fischstäbchen!" Skorbut Ahoi!
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Affenzirkus: Irgendwo im Dschungel war 1992 etwas Unerhörtes passiert. Sprechende Erdhörnchen schrien es aus ihren Erdlöchern, ein Affe namens Gottfried fasste sich verwundert an den Kopf, und ein männliches Nashorn fiel gleich vor Erstaunen mitten bei der Paarung von seinem Weibchen. Der Grund für all dieses Chaos im Tierreich war ein rotes Auto, das jemand mitten im Urwald geparkt hatte, und zwar ein...
...Toyota Corolla. Voll Inbrunst sang ein Affenchor am Ende des Clips den neuen Toyota-Slogan: "Nichts ist unmöglich - Toyota!"
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Einfach süß: Ach, goldig war er ja, der kleine Michael, der 1989 in diesem Werbespot durch die Tür eines kleinen Tante-Emma-Ladens gestolpert kam. Jede Woche, so erinnerte sich die Verkäuferin Frau Lange, sei er vorbeigekommen - genau wie er es auch heute als Erwachsener noch tue. Und damals wie heute verlange er mit leuchtenden Augen immer das Gleiche:...
..."Storck Riesen bitte, Frau Lange!" Das allererste der Schokoladenbonbons, verriet sie uns, esse er immer noch sofort. In Anbetracht seiner einseitigen Ernährungsgewohnheiten eigentlich erstaunlich, dass auch beim Lächeln des erwachsenen Michaels noch immer makellos weiße Zähne hervorblitzten.
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Werbe-Avantgarde: Dauern Werbespots heute meist nur noch eine halbe Minute, so waren sie 1955 mitunter noch halbe Kinofilme - inklusive Vorspann: "Durch Nacht zum Licht" erschien am Anfang dieses Clips zu düsteren Orchesterklängen auf der Mattscheibe. Dann sah man eine Frau, die sich schwitzend im Schlaf wand. Plötzlich fiel sie durch Nebelschwaden in einen bodenlosen Abgrund. Schreckensbilder von Messern, Pistolen und Totenköpfen blitzten im Nebel auf, krallenbewehrte Hände griffen nach ihr, während sie durch endlose Häuserschluchten stürzte. Schemen stürzten durch dunkle Verliese, ein Orchester knöcherner Musikanten verfolgte die Träumende, doch ihre Schreie blieben stumm. Erlösung kam erst mit dem Morgenlicht, denn in der aufgehenden Sonne erschien ihr...
...eine Flasche Underberg. Zu triumphierender Orchestermusik sprach eine Stimme aus dem Nichts: "Underberg bannt Unwohlsein und beruhigt! Täglich Underberg und du fühlst dich wohl!" Wie viele Fernsehzuschauer sich nach diesem Horrorclip nur noch mit einer Großpackung Magenbitter in den Schlaf trinken konnten, ist nicht überliefert.
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Das Wandern ist des Fahrers Lust: 1991 erlebte dieser Herr den Albtraum jedes Autofahrers: Mitten auf der Landstraße ohne Benzin liegengeblieben - und der Reservekanister ist leer! Doch unbeirrt marschierte er zu den Klängen von Fats Dominos "I'm Walkin'" los, vorbei an Kuhweiden und Wiesen, über Brücken, durch Wälder, Kilometer um Kilometer. Als er aber schließlich die rettende Tankstelle erreichte, sah er sich nur kurz enttäuscht um, zog dann aber frohen Mutes weiter. Denn selbst im äußersten Notfall tankte er als markenbewusster Fahrer nur bei...
...Aral. Vor allem durch seine musikalische Untermalung war der Spot bald in aller Munde. Obwohl die Single "I'm Walkin'" schon 1957 erschienen war, kam sie durch den Benzinwerbefilm nun erneut in die deutschen Hitparaden.
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Raubtierpädagogik: Schon seit 1951 war Tony der Tiger als Werbemaskottchen dieses Lebensmittelherstellers aufgetreten. Aber in den achtziger Jahren wurde er in den Spots des Unternehmens plötzlich zum Motivationstrainer minderjähriger Bullying-Opfer. Beim Surfen, Wildwasserfahren oder - wie hier - Eishockeyspielen stieß er immer wieder auf Täter, die Außenseiter mit Herausforderungen hänselten. Und Opfer, die sich fast immer mit dem gleichen Satz in ihre Unterlegenheitsrolle ergeben: "Ach, Tony das schaffen wir nie!". Doch immer dann holte Tony seine Doping-Wunderwaffe raus: Ein Frühstück mit...
...Kellogg's Frosties. Wie durch ein Wunder machten die zuckerigen Flocken binnen Sekunden noch aus dem letzten Durchhänger einen Champion, der seine Peiniger in jeder Sportart in die Tasche steckte, während der immergleiche Lobgesang erklang: "Lass ihn raus, den Tiger! Zeig ihnen, dass du es kannst! Denn Kellogg's Frosties schmecken so - die wecken den Tiger in dir!" Tony und seine Schützlinge waren sich einig: "Die sind grrrrrroßartig!"
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Zum Schöntrinken: Musik lag in der Luft in diesem Werbespot aus den sechziger Jahren, in dem ein ganzer Balletttrupp den Konsumenten zu Swing-Klängen in Kauflaune bringen sollte. Während sie vor Pappkulissen tanzten, radelten und boxten, sangen sie: "Milch macht schön und Milch macht fit! Wer Milch trinkt, kommt im Leben mit!" Tatsächlich war der Clip jedoch gar keine Werbung für Milch, sondern vielmehr für...
...Nesquik-Kakaopulver. Aber ohne das, so suggerierte der Spot, ist Milch eigentlich auch gar keine richtige Milch. Jedenfalls maunzte eine sprechende Katze am Ende des Spots: "Mit Nesquik trink ich meine Milch viel lieber!" Vierbeiner allzu gutgläubiger Zuschauer dürften nach dieser Kampagne an schweren Verdauungsstörungen gelitten haben.
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Musikalisches Gemüse: Zu den Klängen des Radetzky-Marsches schritt Mitte der achtziger Jahre in diesem Clip eine komplette Marschkapelle aus Maiskolben über den Bildschirm. Tambourmajor, Paukist, Querflöten, Tubaspieler. Und da die Kolben selbst keine Münder hatten, sang ein Kinderchor aus dem Off für sie: "Ja der Mais, der Mais, der Mais marschiert. Der Mais, der Mais, der demonstriert: Ganz famos, sensationell, lecker, lecker...
...Bonduelle!" Und während die Maiskörner vor Freude in der Dose tanzten, setzte der Chor nach: "Jaaa - Bonduelle ist das famose Zartgemüse aus der Dose!" Der Werbespot hielt sich mit seinem Ohrwurm-Jingle so hartnäckig in den Köpfen der Konsumenten, dass er Jahre später noch einmal nachgedreht wurde - als modernisierte Computeranimation.
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Gelber Freund im Diskofieber: Stampfende Electro-Beats dröhnten aus den Fenstern eines zerbeulten blauen Wagens, der in diesem Werbespot von 1999 durch eine Stadt rollte. Der junge Mann am Steuer versuchte, sich auf die Straße zu konzentrieren. Nicht einfach, wenn man einen Beifahrer neben sich hat, der wie wild im Takt der Musik seinen Kopf schüttelt. Insbesondere, wenn dieser Beifahrer nicht menschlich ist, sondern eine quietschgelbe, lebende Plüschfigur. Doch der putzige Spot des französischen Regisseurs Quentin Dupieux war keine Werbung für Kuscheltiere, sondern für...
...Levi's Jeans. Dabei trug der Fahrer des Wagens gar keine Jeans - und sein plüschiger Mitfahrer hatte überhaupt keine Hosen an. Trotzdem wurde der Clip ein solcher Erfolg für die Jeansmarke, dass sie noch weitere Clips mit der niedlichen gelben Handpuppe "Flat Eric" drehten. Auch Regisseur Dupieux profitierte von diesem Erfolg: Er brachte den selbstkomponierten Soundtrack des Clips unter dem Pseudonym Mr. Oizo als Single "Flat Beat" heraus und stürmte damit die europäischen Hitparaden: In Deutschland wurde das Lied ein Nummer-eins-Hit und blieb elf Wochen lang in den Top Ten.
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Männlichkeitsritual: Nicht weniger als das Geheimnis des Erfolgs in allen Lebenslagen schien uns dieser Werbespot aus den achtziger Jahren zu versprechen. Bilder von smarten Männern waren zu sehen, die vom Boss gelobt, von hübschen Frauen geheiratet und mit schicken Oldtimern beschenkt wurden. Dazu erklang ein Popsong: "Du siehst gut aus, man sieht's dir an, du hast es weit gebracht. Und wir geben dir, was dich erfolgreich macht...
...Gillette - für das Beheste im Mahahann!" Warum zum Henker ausgerechnet die Bartstoppeln, die Mann sich Morgen für Morgen schlaftrunken aus dem Bleichgesicht schaben muss, das "Beste im Mann" sein sollten, verriet der Werbefilm nicht.
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LSD-Trip im Vorabendprogramm: Wirre Lichter tanzten 1968 in diesem Spot vor den Augen der Zuschauer. Hinter einer beschlagenen Glasscheibe, an der Eis hinab lief, erschienen Münder, weit aufgerissen, und wie vom Rausch entrückte Gesichter. Über allem hing eine Kakophonie aus kreischenden Streichinstrumenten, einem verstimmten Klavier und verzerrten Trommeln. Eine Frauenstimme hauchte aus dem Off: "Super. Sexy. Mini. Flower. Pop-Op." Was wirkte wie ein Drogenaufklärungsfilm der sechziger Jahre, war in Wirklichkeit jedoch nur ein Werbeclip für...
...Afri-Cola. Mit seinem gewagten Clip, der unter anderem auch Nonnen im "Afri-Cola-Rausch" zeigte, sorgte sein Schöpfer, der Düsseldorfer Fotograf und Werbedesigner Charles Wilp, 1968 für einen handfesten Skandal. Zugleich gelang es ihm aber auch, den Umsatz von Afri-Cola durch seine Kampagne um 30 Prozent zu steigern.
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Ernährungserziehung: 1988 wurde dieser erschreckend verantwortungslose Familienvater von seinen Kindern gefragt: "Papi, kriegen wir was zu naschen?" Ohne nachzudenken antwortete er: "Na gut. Hier, kauft euch irgendwas." Irgendwas? Oh Schreck! Zum Glück für die nichtsahnenden Racker intervenierte die Mutter umgehend - und ermahnte ihren Gatten: "Aber Klaus! Für Kinder gibt's doch...
...Kinder Schokolade. Mit extra viel Milch!" Die Kinder freuten sich, der Gatte war erleichtert - und die Zuschauer glaubten hoffentlich nicht wirklich, die kleinen Zucker-Fett-Riegel seien tatsächlich ein Beispiel für besonders kindgerechte Ernährung.
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Dufter Typ: Ein lauer Sommerabend im Jahr 1988. Eine Frau im schulterfreien Abendkleid betritt eine Party. Blitzlichtgewitter, Menschen, ein Swimming-Pool. In der Menge erblickt sie einen Mann, der sie fasziniert. Sie schnappt sich ein Glas Sekt und geht zu ihm hinüber. Doch ein Kellner stößt sie an der Poolkante an, ihr Glas fällt ins Wasser, sie fällt und wird gerade noch von den starken Armen des Fremden aufgefangen. Schnuppernd zieht sie sich an ihm hoch, denn der gutaussehende Mann entpuppt sich auch als äußerst wohlriechend. Kein Wunder, trägt er doch...
...Axe - den "Duft, der Frauen provoziert", wie der Clip uns sogleich aufklärt. Offenbar fühlt auch sie sich von dem After Shave, das ihr Angebeteter sich im Clip gleich literweise aufgetragen zu haben scheint, sofort provoziert - und zwar dazu, weiteren Unrat in den Swimmingpool zu werfen: Keck lächelnd lässt sie nämlich auch ihr zweites Sektglas ins Becken plumpsen. Allerdings schaut er daraufhin weniger erotisiert als verwirrt-mitleidig aus der Wäsche.
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