Post Mortem Stille Sachlichkeit
Blick in den Ofen eines Krematoriums: Dieses Bild ist im Vergleich harmlos, auf den folgenden sind tote Menschen zu sehen. "Ich hatte vorher eine Reihe über Rechtsmediziner fotografiert", sagt Budenz. "Aber da ging ich noch über die Perspektive anderer Menschen, deshalb blieb noch eine Grenze bei mir selbst. Diese wollte ich noch überschreiten."
Was passiert mit uns nach dem Tod? Der Fotograf Patrik Budenz besuchte für seine Fotoreihe Post Mortem Bestatter, Krematorien, Gerichtsmediziner.
Leichen, die in ihren Särgen auf ihre Bestattung warten: Kunst, die sich mit dem Tod auseinandersetzt, rührt häufig an den größten Ängsten des Betrachters: Denn die Konfrontation mit dem Kunstwerk spiegelt auch immer das eigene Ende.
Budenz zeigt Schrauben, künstliche Hüftgelenke, übriggeblieben von unzähligen Feuerbestattungen; zusammengeworfen wie ein Haufen schartiger Knochen.
Der Blick in den Ofen selbst: Reste von menschlichen Knochen zwischen lodernden Flammen.
Die Finger einer Toten, die manikürt werden.
Vor der Einäscherung: Die Haut wird gelb, wenn sie entwässert: Budenz nähert sich der Vergänglichkeit mit einer stillen Sachlichkeit.
Leiche nach der Obduktion: Früher wurden die Verstorbenen von den Angehörigen gewaschen, im Hause aufgebahrt zur Abschiednahme. Heute wird der Tote häufig zum Bestatter gebracht, die offene Aufbahrung gemieden.