Leihmutterschaft in Griechenland "Das Kind meines Kinds ist doppelt mein Kind."
Oma Anastasia Ontou, 70, mit ihrer Enkelin. Sie war Leihmutter für ihre Tochter Konstantina und trug die heute knapp Dreijährige Maria Anastasia in ihrem Bauch aus. Die Eizelle kam von ihrer Tochter.
Hände von Oma, Tochter, Enkelin: Konstantina ist 37 Jahre alt, als sie zwei künstliche Befruchtungen versucht, beide erfolglos. Fünf Jahre hat sie vorher bereits mit ihrem Partner probiert, auf natürlichem Weg ein Kind zu bekommen. Erst durch die Leihmutterschaft ihrer Mutter Anastasia konnte sie sich den Kinderwunsch erfüllen.
Konstantinos Pantos ist ein bekannter Fertilitätsarzt in Athen. 2002, als das Gesetz für künstliche Befruchtung verabschiedet wurde, hat er seine Klinik gegründet, zwei Jahre später ging sie in Betrieb. "Seither haben wir über 40.000 Babys gezeugt", sagt er. Jedes einzelne mithilfe künstlicher Befruchtung.
An den Wänden seiner Praxis finden sich unzählige Babyfotos und kleine sowie große Heiligenbilder. Obwohl Pantos nicht besonders gläubig ist, gleicht sein Büro einer Kapelle: "Es sind Geschenke von hoffenden Paaren und dankbaren Eltern", sagt er.
Befruchtete Embryonen unter dem Mikroskop: Nachdem die Wahl auf Anastasia als Leihmutter fällt, muss sie Körper und Psyche ein Jahr lang verschiedenen Tests unterziehen. Sie ist gesund, biologisch nicht älter als 60 Jahre, und erst mit 58 in die Menopause eingetreten. Daher kann Dr. Pantos mit Hormonen einen künstlichen Zyklus erzeugen.
Labor-Mitarbeiterin an der Genesis-Klinik in Athen: Beim ersten Versuch setzen die Ärzte drei Embryonen ein. Es klappt nicht. Sie probieren es mit drei weiteren. Eines überlebt. Anastasia ist schwanger, mit 66. Sie ist laut Pantos die älteste Leihmutter der Welt.
Drei Generationen der Familie Ontou: Am 20. Dezember 2016 wurde Anastasia um 7 Uhr früh in einer Privatklinik per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. "Das Kind meines Kinds ist doppelt mein Kind", lautet ein griechisches Sprichwort.