Lesegeräte E-Reader versus Tablet
Amazon-Chef Jeff Bezos: Sein Kindle galt zwei Jahre lang als Wegbereiter für eine neue Qualität digitaler Lesegeräte auf E-Ink-Basis. E-Book-Reader gab es bereits seit 1996 (Rocket Ebook), bis zum Kindle schaffte aber kein einziges Gerät den Weg aus der Nische. Mit dem Kindle ...
... wurde das anders: Das E-Book mauserte sich zum Hoffnungsträger der druckenden Branchen. Für Amazon erwies sich das Gerät als kleiner Goldesel: Es wurde zum meistverkauften Amazon-Artikel. Darüber hinaus schickte sich Amazon mit dem Kindle an, bei den ...
... E-Book-Downloads eine ähnlich monopolhafte Stellung zu erlangen wie Apple bei den Musikdownloads. Bis heute ist Amazons Online-Shop der Hauptumschlagplatz für elektronische Bücher, die dort einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes machen. Und das ...
... trotz immer zahlreicherer und guter Konkurrenzprodukte. Erst im Oktober 2009 stellte Amazon-Konkurrent Barnes & Noble seinen nook-Reader vor. Mit seinem Split-Screen aus monochromer Lesefläche oben und farbiger Navigation unten bot er eigentlich auch nicht mehr als der Kindle, sah aber extrem chic aus. Qualitativ ...
... unterscheiden sich die Displays der zahlreichen E-reader so oder so nur wenig, denn letztlich kommen alle aus nur wenigen Fertigungsstätten. Auch Sony ist mit mehreren Geräten auf dem Markt vertreten, galt lange als Amazons größter Konkurrent. Noch ...
... auf der CES im Januar stellten zahlreiche große Firmen eine ganze Flut an neuen E-Reader-Geräten vor. Zwar pfiffen es die Spatzen längst von den Dächern, dass sowohl Microsoft, als auch Apple mit einer neuen Tablet-PC-Klasse auf den Markt drängen würden, aber ...
... noch galt als ausgemachte Sache, dass die überlegene Display-Qualität der E-Ink-Bildschirme den reinen Lesegeräten eine stabile Marktnische sichern würde. Dann kam Steve Jobs ...
... und warf einmal mehr Apples Verheißungsmaschinerie so erfolgreich an, dass die Veröffentlichung des iPad tatsächlich zu einem heiß herbeigesehnten Event geriet. Der Flachmann-Rechner, um den anfänglich noch ...
... Debatten geführt wurden, wozu man so etwas überhaupt brauchen sollte, wurde schnell zum fast hysterisch gefeierten Kultobjekt. Und siehe da, ...
... zwar ziemlich teures, aber extrem vielseitiges Luxus-Spielzeug, mit dem sich erheblich mehr anfingen ließ, als Skeptiker anfänglich dachten. Jobs' Stategie, externe Entwickler Software entwickeln und gegen Provision an Apple verkaufen zu lassen ...
... sicherte Apple nicht nur einen neuen Dukatenesel, sondern brachte auch eine Vielzahl teils exotischer Nutzungen für das iPad hervor, ...
... an die im Vorfeld niemand gedacht hatte. Im direkten Vergleich damit ist ein E-Reader eine graue Maus, der seine sehr spezifische Fähigkeit zwar weit besser beherrscht als ein Tablet-PC, ansonsten aber nichts zu bieten hat. Ende Juni fiel das Preisniveau für den Kindle auf ein Viertel des iPad-Einstiegspreises. E-Reader werden ihre Nische nun im niedrigeren Preissegment suchen müssen.