Letztes DDR-Länderspiel - DER SPIEGEL
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Letztes DDR-Länderspiel Aufstieg und Abstieg nach dem Abschied

Es war der Abgesang mit dem letzten Aufgebot: Nur 14 Fußballer fanden sich am 12. September 1990 zusammen, um das letzte Länderspiel für die DDR zu spielen. Für Stefan Böger war es der Beginn eines neuen, erfolgreichen Lebens. Für Jörg Stübner der Anfang vom Abstieg - er wurde zum Phantom.
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Jörg Stübner: Er war eines der größten Talente des DDR-Fußballs in den achtziger Jahren. Mit 24 Jahren hatte der in Freiberg geborene Mittelfeldspieler Stübner schon 47 Länderspiele absolviert. Er wurde 1989 und 1990 DDR-Meister mit Dynamo Dresden. Stübner hatte sogar zwei eigene Fanclubs in Dresden - Beleg für die Sympathie, die dem "Rasenmäher" oder "Stübs" genannten Fußballer bei Dynamo entgegengebracht wurde. Das Bild zeigt ihn am 23. März 1990 im Oberliga-Punktspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena. Der Tabellenführer aus Dresden verlor 0:4.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0323-038

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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Stefan Böger: Der Weg des Fußballers war nicht vorgezeichnet wie der großer DDR-Talente wie Ulf Kirsten oder Matthias Sammer. Böger selbst nennt sein Talent überschaubar, er musste mit anderen Qualitäten überzeugen - Kampf, Einsatz, Wille, Lernbereitschaft. Damit schaffte es Böger von der Sportschule in Jena erst in die DDR-Oberliga, in die DDR-Nationalmannschaft und dann auch in die Bundesliga. Das Bild zeigt ihn 1991 am Ball für den FC Hansa Rostock, seiner ersten Station im gesamtdeutschen Profifußball.

Foto: ullstein bild
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Letztes DDR-Länderspiel: Am 12. September 1990 bestreitet die DDR das letzte Länderspiel ihrer Geschichte - nur dass das damals noch niemand weiß. Ursprünglich war noch eine Begegnung gegen die BRD geplant, diese wurde aber wegen befürchteter Fankrawalle abgesagt. In Anderlecht war die DDR-Mannschaft Außenseiter, nur nur wegen des Gegners, der zwei Monate zuvor noch an der WM in Italien teilgenommen hatte. Die Nationalmannschaft der DDR war auch eine Rumpftruppe, der die besten Spieler fehlten, von denen die meisten aus fadenscheinigen Gründen ihr Kommen abgelehnt hatten. Trotzdem gewinnt die DDR im Vanden-Stock-Stadion überraschend 2:0. Beide Tore schießt Mannschaftskapitän Matthias Sammer, dritter von links. Jörg Stübner, zweiter von rechts, wird in der 26. Minute verletzt ausgewechselt, für ihn kommt Stefan Böger ins Spiel.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0913-017

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EM-Qualifikation: Die Aufnahme zeigt die DDR-Nationalmannschaft vor dem Europameisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Frankreich am 19. November 1986 in Leipzig. In der ersten Reihe als zweiter von links sitzt Jörg Stübner. Das Spiel endete 0:0. Die EM 1988 in der BRD konnten sich die DDR-Kicker wieder nur im Fernsehen anschauen - in der Qualifikationsrunde schied das Team von Trainer Bernd Stange aus. Nur einmal konnte sich die DDR für ein großes Fußballturnier qualifizieren: für die WM 1974 in Deutschland. Auch der Versuch ...

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1986-1119-031

Foto: Das Bundesarchiv/Waltraud Grubitzsch (geb. Raphael)
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... an der Weltmeisterschaft 1990 teilzunehmen, scheiterte.: Zwar siegte die DDR-Fußballnationalmannschaft am 8. Oktober 1989 im WM-Qualifikationsspiel gegen die UdSSR in Chemnitz 2:1. Doch nach der 0:3-Niederlage in Wien gegen Österreich 1990 starb auch die Hoffnung auf eine Teilnahme an der WM 1990.

Von rechts nach links Mannschaftskapitän Ronald Kreer vom 1. FC Lok Leipzig, Torwart Dirk Heyne, Dirk Stahmann, beide vom 1. FC Magdeburg, Rainer Ernst vom BFC Dynamo, Matthias Lindner vom 1. FC Lok Leipzig, Matthias Sammer, Matthias Döschner, Ulf Kirsten, alle von Dynamo Dresden, Rico Steinmann vom 1. FC Karl-Marx-Stadt, Jörg Stübner von Dynamo Dresden und Andreas Thom vom BFC Dynamo.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-1011-309

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Oberst
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Eduard Geyer: Er spielte für Dresden, er trainierte Dresden - und 1990 betreute Eduard Geyer auch die Nationalmannschaft der DDR. 1986 wurde er Coach bei Dynamo und gewann mit seinem Team zweimal die Meisterschaft. 1991 qualifizierte sich Dresden für die deutsche Bundesliga. Hier gratuliert Geyer, links, dem Dresdner Andreas Trautmann zum "Silberschuh", mit dem der DDR-Fußballer des Jahres ausgezeichnet wurde. 1990 verließ Geyer Dynamo und ging erst nach Ungarn und dann nach Leipzig. Dort gab er Jörg Stübner eine Chance, die dieser aber nicht nutzte. "Stübner, Sie überholen sich irgendwann noch mal selbst", sagte er zu dem Problemkicker. Geyer machte sich aber erst einen Namen, als er ...

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-0812-013

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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... Energie Cottbus in die Bundesliga führte: Geyer blieb insgesamt zehn Jahre bei Energie, das noch in der dritten Liga spielte, als der Trainer den Club 1994 übernahm. 2000 schaffte er den Aufstieg in die Bundesliga und hielt den Club dort trotz finanzieller Schwäche drei Jahre lang. 2004 wurde Geyer, der bis 1986 bei der Staatssicherheit als IM geführt wurde, entlassen. Das Bild zeigt ihn am 26. Januar 2003 während eines Bundesliga-Spiels gegen Bayer Leverkusen in der BayArena.

Foto: Getty Images
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Dynamo Dresden: Die Mannschaft von Dynamo Dresden, aufgenommen am 9. Januar 1986. Dynamo war der größte Rivale des Serienmeisters BFC Dynamo, der vom Ministerium für Staatssicherheit protegiert wurde. Dresden wurde 1989 und 1990 DDR-Meister, einige Spieler des Achtziger-Teams wie Matthias Sammer und Ulf Kirsten wurden später auch erfolgreiche Bundesligaspieler.

Obere Reihe von links Kapitän Hans-Jürgen Dörner, Roland Rüster, Sven Förster, Andreas Trautmann, Ralf Minge, Steffen Büttner und Ulf Kirsten. Mittlere Reihe von links Assistenztrainer Dieter Riedel, Matthias Döschner, Uwe Kuhl, Bernd Jakubowski, Jens Ramme, Torsten Gütschow und Trainer Klaus Sammer. Sitzend von links Frank Lippmann, Jörg Stübner, Reinhard Häfner und Hans-Uwe Pilz.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1986-0109-029

Foto: Das Bundesarchiv/Matthias Hiekel
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Ulf Kirsten: Eines der größten Dresdner Talente war auch ein Stürmer mit dicken Beinen und schwarzen Haaren. Ulf Kirsten, links, traf in 154 Oberligaspielen 57 Mal für Dynamo, wurde 1989 und 1990 DDR-Meister und wechselte nach der Wende ...

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1986-0823-011

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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... in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen: Kirsten gilt bis heute als der beste Einkauf, den der umtriebige Bayer-Manager Reiner Calmund nach der Wende aus dem Osten verpflichtete. Stürmer Kirsten wurde mit Bayer Pokalsieger und schoss in mehr als der Hälfte aller seiner Bundesligaspiele ein Tor. 182 Treffer in 350 Partien wurden es am Ende. Das Bild zeigt Kirsten am 15. Juni 1993 in Berlin mit dem DFB-Pokal. Seine Mannschaft hatte zuvor die Amateure von Hertha BSC 1:0 geschlagen.

Foto: Getty Images
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Matthias Sammer: Der rothaarige Mittelfeldspieler rechts sollte später als Spieler Europameister, Deutscher Meister, Champions League-Sieger werden und auch als Trainer Erfolge feiern. In den achtziger Jahren war Matthias Sammer aber zunächst nur ein Talent und sein Vater der berühmtere Sammer. Klaus Sammer war in den Siebzigern zweimal DDR-Meister mit Dynamo geworden, Nationalspieler und später Cheftrainer. Sein Sohn sollte ihn später jedoch weit übertreffen. Das Bild zeigt Matthias Sammer bei der überraschenden 3:4-Niederlage im FDGB-Pokal gegen den 1. FC Union Berlin. Sammer scheitert mit diesem Kopfball an Union-Torhüter Wolfgang Matthies.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1986-0507-054

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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Dynamo gegen Dynamo: Die Rivalität zwischen Dresden und Berlin war legendär - und umso schöner waren die Siege gegen den Erzrivalen. Das Bild zeigt den Dresdner Matthias Sammer, vorn, gegen die Berliner Rainer Ernst, rechts, und Hendrik Herzog. Dresden gewinnt am 24. September 1988 gegen den BFC vor 36.000 Zuschauern 2:1. Alle drei Spieler schafften es nach der Wende in die Bundesliga. Sammer ging nach Stuttgart, Ernst nach Kaiserslautern und Herzog nach Schalke.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1988-0924-024

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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Aus Sachsen nach Stuttgart: Nach der Wende suchten fast alle Bundesligaclubs im Osten nach Verstärkungen. Die besten DDR-Fußballer landeten so ausnahmslos im Westen, Matthias Sammer ging aus Dresden nach Stuttgart. Das Bild zeigt ihn bei der Vorstellung am 1. Mai 1990 im Clubraum des VfB Stuttgart. Nach zwei Jahren in Stuttgart und einer Deutschen Meisterschaft 1992 wechselte Sammer nach Mailand und ging von dort nach Dortmund. Beim BVB übernahm er nach seiner Karriere auch den Job als ...

Foto: dpa
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... Dortmunder Cheftrainer: 2000 übernahm Sammer von Udo Lattek und machte aus der Borussia 2002 den Deutschen Meister. Auf diesem Bild feiert der Coach mit Torhüter Jens Lehmann am 4. Mai 2002 im Dortmunder Westfalenstadion den Titel. Seit April 2006 ist Matthias Sammer ...

Foto: dpa
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... Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund: Sammer ist für die Nachwuchsmannschaften des DFB verantwortlich, die unter seiner Leitung beachtliche Erfolge feierten. So wurden sowohl die U19 als auch die U21 Europameister. Sammer verpflichtete 2008 seinen ehemaligen DDR-Nationalmannschaftskollegen Stefan Böger ...

Foto: Getty Images
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... als Trainer der U16: Böger hatte zuvor als Trainer beim HSV, in Rostock, in Lübeck und in Kiel gearbeitet. Das Bild zeigt Böger bei einem Spiel der U17 gegen Ungarn am 25. März 2010 im ESP-Stadion im schweizerischen Baden.

Foto: Getty Images
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Dresdner Trauma: Nach dem 1:0 für Dynamo Dresden gegen Bayer Uerdingen am 5. März 1986 durch Frank Lippmann, rechts, in der 50. Minute jubeln Jörg Stübner mit der Nummer sieben, Matthias Döschner, zweiter von links, und Andreas Trautmann. Dresden gewann das Hinrundenspiel gegen Uerdingen am Ende 2:0, verlor aber das Rückspiel 3:7. Bis heute ist es das vielleicht größte Debakel in der Dresdner Fußballgeschichte. In Uerdingen hingegen wird es auch heute noch als Fußballwunder gefeiert - vor allem auch deshalb, weil Dynamo noch zur Halbzeit 3:1 führte.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1986-0305-053

Foto: Das Bundesarchiv/Ulrich Häßler
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Stübners letzter Titel: Der DDR-Meister Dynamo Dresden gewinnt am 2. Juni 1990 gegen den PSV Schwerin vor 5.700 Zuschauern im Berliner Jahn-Sportpark 2:1. Es ist der letzte große Auftritt von Jörg Stübner, links, der in Berlin zum 1:1 trifft und damit maßgeblich zum Pokalsieg der Dresdner beiträgt. Stübner bleibt auch nach der Wende zunächst in Dresden, kommt aber bis 1993 nur noch auf fünf Bundesligaspiele. Für die unglaubliche Begabung Stübners eine lächerliche Zahl. Sein Abstieg führt ihn in der Folgezeit bis in die Bezirksliga und wird begleitet von Alkohol- und Tablettenproblemen. 2004 will er auf Gran Canaria einen Neuanfang wagen, angeblich lebt Stübner mittlerweile aber wieder in Dresden.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0602-007

Foto: Das Bundesarchiv/Bernd Settnik
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