Leuchtreklame in der DDR - DER SPIEGEL
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Leuchtreklame in der DDR Es werde Licht

Wettleuchten statt Wettrüsten: Um mit dem schillernden Westen mitzuhalten, starteten DDR-Betriebe in den fünfziger Jahren eine Lichtrevolution. Bunte Leuchtreklame sollte die sozialistische Moral und den Absatz von Ost-Produkten beflügeln - leider hatte manche Werbung einen Haken.
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Löffeln für den Sozialismus: Sobald sich die Dunkelheit herabsenkt, leert die Leipziger "Löffelfamilie" an der Karl-Liebknecht-Straße ihre Suppe mit militärisch anmutenden Armbewegungen - der Überschalteffekt macht's möglich. 1973 installiert, wurde die berühmte Leuchtreklame 1993 zum Kulturdenkmal erklärt und 1999 mit Hilfe einer Spendenaktion saniert.

Foto: Sven Knüpfer/Das neue Berlin
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Mein Leipzig lob' ich mir: Johann Wolfgang von Goethe studierte in Leipzig - und pries die Messestadt in seinem "Faust" in den höchsten Tönen. "Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein’ Paris und bildet seine Leute", ließ der Dichter in der Tragödie einen Studenten ausrufen. Die berühmte Reklame, für die vier Kilometer Leuchtröhren erforderlich waren, prangte am Leipziger Brühl - kurz vor dem Abriss des Gebäudes 2007 wurden die Schriftzüge abmontiert und eingemottet.

Foto: Armin H. Kühne/Das neue Berlin
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Erleuchtete Skyline: Blick zur Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke (heute: Carola-Brücke) in Dresden, siebziger Jahre. "Pentacon", der Firmenname des renommierten Dresdner Fotokamera-Herstellers, strahlte weit sichtbar durch die Nacht.

Foto: Wirth/Das neue Berlin
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Lada-Würfel: Die größte Leuchtreklame in Dresden, der fünf mal fünf Meter große Kubus musste per Interflug-Hubschrauber auf das Dach des 17 Stockwerke hohen Wohnhauses transportiert werden. Die Werbung für Sowjet-Fahrzeuge an der Prager Straße (hier ein Foto von 1990) ließ sich die DDR damals fast eine halbe Million Ost-Mark kosten.

Foto: Daniel Biskup/Das neue Berlin
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Messestadt Leipzig: Knapp neun Meter Durchmesser misst der rotierende gelbe Kreis mit den zwei blauen "M". Als Wahrzeichen der Messestadt Leipzig leuchtete das gigantische Doppel-M von dem 1970 erbauten Hochhaus an der Wintergartenstraße.

Foto: Anja Teichert/Das neue Berlin
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Plaste und Elaste: In leuchtenden Lettern warb die DDR einst nahe der Elbebrücke der Transitautobahn Berlin-Hof auch bei den Westdeutschen für ihre Chemieerzeugnisse. Der Schriftzug "Plaste und Elaste aus Schkopau" ist heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin untergebracht.

Foto: JAN BAUER/ AP
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"Dederon - der Faden vollendeter Verlässlichkeit" verkündete die Lichtreklame aus den sechziger Jahren an der Langen Straße in Rostock. Die in den fünfziger Jahren entwickelte Chemiefaser entsprach dem amerikanischen Perlon, wurde in der DDR aber in "Dederon" (DDR plus "on") umgetauft.

Foto: Stadtarchiv Rostock/Das neue Berlin
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Stahl-Diktatur: 1950 beschloss die DDR-Führung den Bau des Eisenhüttenkombinats Ost an der deutsch-polnischen Grenze. Das leuchtende Männchen im Bild wirbt für Roheisen, Stahl - und Josef W. Stalin, den "Vater aller Werktätigen". 1961 wurde der Name des Diktators getilgt.

Foto: Wolfgang Timme/Das neue Berlin
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Fortschrittsklamotten: "Gut angezogen mit Fortschritt Kleidung" lautet der Slogan, der an der Brandenburger Straße in Leipzig prangt.

Foto: Armin H. Kühne/Das neue Berlin
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"Sporett für Sport und Freizeit" - diese Giebelwerbung hängt in der Leipziger Jahnallee. Leipzig gehört zu den DDR-Städten mit besonders viel Leuchtreklame - den Anstoß dazu gab der Legende nach der damalige jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito. Bei einem Besuch in der Messestadt soll er der Legende nach gesagt haben: "Bei euch ist es aber dunkel. Neulich war ich im Westen, da haben sie überall Leuchtreklame. Das fand ich gut."

Foto: Armin H. Kühne/Das neue Berlin
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Fröhlich grinst das "Biermännchen" von einer Hauswand in der Arthur-Hoffmann-Straße in Leipzig auf die Menschen herunter.

Foto: Armin H. Kühne/Das neue Berlin
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HO-Warenhaus: "Ihre Einkaufsstätte" war das Warenhaus am Anger in Erfurt. "HO" steht für "Handelsorganisation" - so hießen die 1948 gegründeten staatlichen Einzelhandelsunternehmen in der DDR.

Foto: Stadtarchiv Erfurt/Das neue Berlin
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"Stasi-Hotel": Das knapp 70 Meter hohe Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde gehörte zu den Prestige-Bauten der DDR. 1971 nahm das Haus seinen Betrieb auf - wenn auch zunächst nur für ausländische, mit harten Devisen zahlende Touristen. DDR-Bürger nannten es hinter vorgehaltener Hand das "Stasi-Hotel", weil dort viele prominente Politiker und Geschäftsmänner aus dem Westen nächtigten – die, so legen es Akten nahe, systematisch ausspioniert wurden.

Foto: Krull/Das neue Berlin
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Milchbar Pinguin: Seit den achtziger Jahren einer der beliebtesten Orte für eishungrige Leipziger - die Milchbar Pinguin in der Katharinenstraße. Der Pinguin leuchtet noch heute, entwickelt wurde er in den siebziger Jahren von der PGH Neontechnik Leipzig.

Foto: Dietmar Kreutzer/Das neue Berlin
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Bibliographische Institut: 1874 wurde das als Verlagsbuchhandlung in Gotha gegründete Bibliographische Institut nach Leipzig, Grimmaische Straße, verlegt.

Foto: Armin H. Kühne/Das neue Berlin
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Mehr lesen, wissen, können: Noch immer hängt das Buchmännchen in der Prager Straße in Leipzig. Mit dem Slogan "Mehr lesen, wissen, können" wirbt das lachende Neon-Kerlchen mit dem Buch in der nach oben gereckten Hand für den Großbuchhandel, den es in diesem Haus einst gab.

Foto: Siegfried G. Müller/Das neue Berlin
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Der Sozialismus siegt: Leuchtreklame diente nicht nur zu Werbezwecken, sondern war auch ein beliebtes Propagandamittel. Pünktlich zum 1. Mai 1968 stellte die Firma Neon-Müller in Dresden diese Polit-Reklame fertig, die bis zum Ende der DDR am Hochhaus Pirnaischer Platz leuchtete.

Foto: Archiv Kreutzer/Das neue Berlin
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"Wie aus dem Ei gepellt ...": Mit diesem Slogan warb der VEB Leipziger Färberei und Chemische Reinigung zu DDR-Zeiten um die Gunst der Kunden. Die Leuchtreklame ziert ein Wohnhaus in der Leipziger Innenstadt.

Foto: dapd
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"Isolator" - DDR-Zündkerzenfirma: Diese Leuchtreklame hing zu DDR-Zeiten an einem Haus in Leipzig.

Sie wurde abgebaut und inzwischen im Museum der bildenden Künste in der Katharinenstraße in Leipzig wieder installiert.

Foto: Thoralf Schade
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