"Leute machen Kleider" von Imke Müller-Hellmann - DER SPIEGEL
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Textilproduktion in Asien Zehn bis zwölf Stunden arbeiten und nur einen Tag frei

Es gibt vietnamesische Fabriken, die jeden Tag 11.000 Jeans produzieren. Es gibt Näherinnen, die zwölf Stunden pro Tag und teilweise sieben Tage pro Woche Kleidungsstücke nähen, die pro Kleidungsstück statt pro Stunde bezahlt werden - und dafür auf Pausen verzichten und Rückenschmerzen sowie ewige Monotonie mit immer gleichen Arbeitsschritten hinnehmen.
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Eine Seidenspinnerin in einer Textilfabrik im vietnamesischen Van Phuc. Das Land zählt zu den größten Textilexporteuren weltweit.

Foto: Luong Thai Linh/ picture alliance / dpa
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Es gibt Näherinnen, die zwölf Stunden pro Tag und teilweise sieben Tage pro Woche Kleidungsstücke nähen. "Es ist eine sehr verdichtete, monotone Arbeit. Oft führen die Näherinnen nur einen einzigen Arbeitsschritt aus", sagt Imke Müller-Hellmann. Sie ist bis nach Bangladesch, Vietnam und China gereist, um die Näherinnen ihrer Kleidungsstücke aufzuspüren.

Foto: Bodo Marks/ picture alliance / dpa
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Am meisten hat Müller-Hellmann der verseuchte Fluss Buriganga in Bangladesch geschockt. Es gibt 3000 bis 4000 Textilfabriken in und um die Stadt Dhaka und viele von ihnen leiten ihre Abwässer in diesen Fluss.

Foto: Suvra Kanti Das/ picture alliance / Suvra Kanti D
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Das Wasser des Buriganga ist tiefschwarz und voller Plastik. Der Müll türmt sich meterhoch an den Ufern und auf den Müllbergen wohnen Menschen.

Foto: Andrew Biraj/ REUTERS
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Häufig werden auch Kinder in den Fabriken in Bangladesch an die Maschinen gesetzt. Doch der Boykott von T-Shirts aus Bangladesch sei nicht die Lösung, findet die Autorin. Damit nehme man den Menschen dort ihre Lebensgrundlage. "Stattdessen müssen wir die Labels großmachen, die sich dahinterklemmen, die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern."

Foto: Km Asad/ picture alliance / Km Asad/ZUMA
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In einigen Fabriken traf Müller-Hellmann Angestellte, die stolz darauf waren, 300 Boxershorts pro Stunde zu schaffen - und dass sie keine Pausen machen, obwohl sie alle zwei Stunden zehn Minuten machen dürften. "Diejenigen, die für unseren wahnsinnigen Kleiderkonsum schuften, haben die Verhältnisse verinnerlicht und akzeptiert."

Foto: Duc Thanh/ picture alliance / dpa
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Die wenigsten Textilarbeiterinnen sind gewerkschaftlich organisiert, weil viele Firmenbesitzer das unterbinden. Müller-Hellmann hat für die Interviews ihres Buchs Gewerkschaftsmitglieder ausfindig gemacht, die trotzdem mit ihr sprechen wollten.

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Der Generaldirektor der Nassa Group, die in Dhaka für Carrefour, Zara, H&M und viele andere produzieren, hat Mülle-Hellmann bei einem Spontanbesuch begrapscht. "Da frage ich mich: Wie ergeht es den Frauen in der Fabrik?"

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Ein Produzent für Jack Wolfskin in Vietnam kämpft gegen die Vorgaben der Fair Wear Foundation, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt. Er führt den Streit offen, das ist korrekt. Aber was sagt die Marke Jack Wolfskin dazu?

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / Arne Dedert/d
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Imke Müller-Hellmann: "Leute machen Kleider - Eine Reise durch die globale Textilindustrie", Osburg Verlag; 250 Seiten; 20 Euro.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?