Libanon Tage des Zorns
Schüsse, brennende Autoreifen und politischer Frust: Im Libanon ist Nadschib Mikati als neuer Regierungschef von Hisbollahs Gnaden ernannt worden. Die vom Westen favorisierten Kräfte um den bisherigen Amtsinhaber Saad Hariri haben das Nachsehen. Hariris Anhänger machen Randale.
Unterstützung für Hariri: Tausende Menschen gingen im Libanon auf die Straßen. Demonstrationen gab es unter anderem in Tripoli im Norden und Sidon im Süden sowie in der Hauptstadt Beirut.
"Tag des Zorns": Im ganzen Land gingen Demonstranten gegen die Machtübernahme der Hisbollah auf die Straße.
Der neue Regierungschef: Die Hisbollah hat dem 55-jährigen Nadschib Mikati den Weg an die Spitze der libanesischen Regierung geebnet. Der Geschäftsmann ist einer der reichsten Männer im Nahen Osten. Das Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen auf 2,6 Milliarden Dollar.
Rafik al-Hariri, Sohn des ermordeten Saad al-Hariri, war seit November 2009 Premier. Sein pro-westliches Lager hat bei den Parlamentswahlen die Mehrheit behaupten können. Die pro-iranische Hisbollah bringt die Koalition schließlich zu Fall, als sie Anfang Januar ihre Minister aus dem Kabinett abzieht.
Das Uno-Tribunal: Ein Sondertribunal der Uno soll klären, wer den früheren libanesischen Regierungschef Rafik al-Hariri tötete. Die Untersuchungen haben die tiefgreifende Regierungskrise in Beirut ausgelöst.
Hisbollah-Fahne in Beirut: Ohne Zustimmung der schiitischen Bewegung läuft im Libanon politisch nichts. Iran und Syrien unterstützen die Islamisten-Partei, deren Hauptthema der bewaffnete Widerstand gegen Israel ist. Schon vor Monaten hatte die Hisbollah Hariri vor die Wahl gestellt: Entweder deine Regierung beendet ihre Zusammenarbeit mit dem Uno-Tribunal oder wir stürzen dich.
Der Anfang vom Ende: Am 12. Januar zog die Hisbollah ihre Minister aus der Koalition ab. Damit brach die Regierung des prowestlichen Hariri zusammen.