Libyen Chronik der Rebellen-Offensive
Das wichtigste Machtsymbol Gaddafis ist erobert: Am Dienstag stürmten die libyschen Rebellen nach hartem Kampf die Festung des Despoten in Tripolis.
Die Eroberung der Residenz Bab al-Asisija ist der vorläufige Höhepunkt einer mehrtägigen Offensive der Rebellen auf die Hauptstadt Tripolis.
Jetzt hoffen die Aufständischen auf einen baldigen Sieg. Nur von Gaddafi selbst fehlte bislang jede Spur. Dieses Bild
Pick-ups rollen über das sechs Quadratkilometer große Gelände, bewaffnet mit Maschinengewehren und Haubitzen auf den Ladeflächen.
Mehrere Aufständische werden während des Kampfs verletzt. Doch am Nachmittag ist die Festung eingenommen.
Gaddafis Kämpfer flüchten. Die Rebellen beginnen, auf dem zerstörten Gelände ihren Sieg zu feiern und den früheren Machthaber zu verhöhnen.
Bilder und Statuen des verhassten Diktators werden zerstört. Rebellen treten den goldenen Kopf einer Gaddafi-Statue mit Füßen.
An vielen Stellen in der Hauptstadt wird die Eroberung umgehend bejubelt. Auf dem ehemaligen Grünen Platz - von den Rebellen inzwischen in Platz der Märtyrer umbenannt - kommen Aufständische und ihre Anhänger zusammen, um zu feiern.
Am Sonntag, rund sechs Monate nach den ersten Aufständen gegen Gaddafi, hatten die Rebellen ihren Vormarsch auf die Hauptstadt gestartet. Es folgte ein erbitterter Kampf mit den Getreuen des Despoten.
Gaddafi hatte seine Scharfschützen auf Dächern platziert. Seine Soldaten verschanzten sich in ihren Maschinengewehr-Nestern und nahmen Brücken, Straßen und Plätze unter Feuer.
Zurückdrängen konnten sie den Vormarsch nicht. Die Rebellen kamen, um zu bleiben.
Enthusiastisch wurden die Aufständischen von den Einheimischen begrüßt. Sie fielen sich in die Arme, vergossen Tränen der Freude.
In den Hochburgen der Rebellen, wie hier in Bengasi, wurde der Sturm auf die Hauptstadt frenetisch gefeiert. Der Geist des Wandels weht durch Libyen.
Auch sein Sohn Saif al-Islam will von einer Niederlage nichts wissen. Nur einen Tag nach seiner mutmaßlichen Festnahme zeigte er sich am frühen Dienstagmorgen überraschend vor seinen Anhängern in Tripolis. Und gab sich - natürlich - siegessicher.