Libyen Land im Krieg
Im Zeichen der Revolution: Ein libyscher Kämpfer gibt sich siegessicher, als er eine Panzerabwehrgranate nahe Adschdabija trägt.
Doch die Gegner des Regimes von Muammar al-Gaddafi kommen trotz der internationalen Hilfe militärisch nicht weiter. Bei Adschdabija, 160 Kilometer südlich von Bengasi, kam die Offensive der Rebellen ins Stocken. Aufständische sind hier auf der Straße zwischen Adschdabija und Bengasi unterwegs.
Gaddafi-Gegner begutachten die Trümmer nach einem Luftangriff der Alliierten auf Gaddafi-Truppen.
Adschdabija war in den vergangenen Tagen heftig umkämpft, ein libyscher Rebell beobachtet am Dienstag die Frontlinie vom Dach eines Autos aus.
Vor den Gefechten flieht diese Familie aus Adschdabija; sie versucht, jetzt nach Bengasi zu kommen.
Diese Männer liegen nahe der Straße zwischen Adschdabija und Bengasi bereit: Sie suchen die Gegend nach Gaddafi-treuen Truppen ab.
Die Gegenseite gibt sich ebenso siegesgewiss - trotz Trümmerfeld. Dieser Offizier der libyschen Marine zeigt stolz das Victory-Zeichen. Im Hintergrund sind die Überreste seiner Basis zu erkennen.
"Wir werden nicht aufgeben. Wir werden sie auf jeden Fall besiegen, auf kurz oder lang": In einer Ansprache im Staatsfernsehen gab Machthaber Gaddafi sich am Dienstagabend gewohnt unbeeindruckt von den Luftangriffen der Alliierten.
Gaddafi forderte die islamischen Staaten auf, sich dem Widerstand anzuschließen: "Alle muslimischen Armeen müssen sich an der Schlacht gegen die Kreuzfahrer beteiligen."
Doch Gaddafi muss schwere Schläge gegen seine Streitkräfte hinnehmen. Dieses Geschütz der Regierungstruppen wurde bei einem der zahlreichen Angriffe der Alliierten zerstört.
Tagelang hatte sich die Nato über den Militäreinsatz in Libyen gestritten. Nun scheinen sich Großbritannien, Frankreich und die USA geeinigt zu haben. Die Allianz könnte künftig die Flugverbotszone kontrollieren. Diese britischen Kampfjets warten in einer italienischen Militärbasis auf ihre Starterlaubnis.
Auch dieses französische Rafale-Kampfflugzeug könnte demnächst Richtung Libyen abheben.
Zuvor hatten die USA die Führungsrolle übernommen - amerikanische, britische und französische Flugzeuge richteten bei den Bombardements auf Gaddafis Truppen schwere Schäden an, wie hier in Tripolis.
Die Nato hat zudem mit der Durchsetzung des Uno-Waffenembargos gegen Libyen begonnen. Awacs-Aufklärungsflugzeuge sind über dem Mittelmeer unterwegs.
Doch auch die Rebellen müssen immer wieder Rückschläge verkraften. Viele Aufständische sind getötet worden. Bei einer Beerdigung eines Mannes, der in Adschdabija starb, hält ein Kämpfer sein Gewehr hoch.
Diese Menschen trauern am Grab eines getöteten Aufständischen.
Voll Trauer sind auch diese Männer in Bengasi, nachdem sie ein Mitglied ihrer Familie in einer Leichenhalle identifiziert haben. Auch er wurde in Adschdabija getötet.
In der Rebellen-Hochburg Bengasi gibt es immer wieder Demonstrationen gegen Gaddafi.
Zehntausende Menschen sind wegen der wochenlangen Kämpfe aus Libyen geflohen. Diese Männer stammen aus dem Sudan, sie arbeiteten in Libyen - jetzt warten sie in einem Flüchtlingscamp in Tunesien.
Auch diese Männer aus Bangladesch haben sich in Tunesien in Sicherheit gebracht. Sie wärmen sich an einem Feuer in einem Flüchtlingscamp.
Ein Ende der Kämpfe in Libyen ist nicht in Sicht. Jede Seite mobilisiert ihre Anhänger - jeder auf seine Art. Dieser junge Mann verkauft Flaggen an Gaddafi-Anhänger auf dem Grünen Platz in Tripolis.
Der große Bruder schaut zu: Ein überlebensgroßes Porträt von Muammar al-Gaddafi hängt in dieser Halle in Tripolis, wo Stammesführer über die Lage im Land beraten.