Ost-Pop Erbe verpflichtet
Die Macher der Revue "Wir treiben die Liebe auf die Weide" Carsten "Erobique" Meyer, Paul Pötsch (Arrangements), Lea Connert (Regie) hinter Schallplattencovern aus der DDR-Amiga-Serie.
Manfred Krug als Sänger 1973 in Ostberlin
Hinter dem Sänger Manfred Krug stand lange der Musiker Günther Fischer. Vier Alben brachte das Duo Fischer/Krug in der DDR heraus.
Die Gesichter ohne Amiga-Cover Connert, Meyer, Pötsch: Beim Kampnagel-Sommerfestival feierte ihre Revue "Weltpremiere".
Nina Hagen kurz nach ihrer Übersiedlung in den Westen: Einer Songzeile ihres Lieds "Komm komm" ist der Titel der Revue entlehnt.
Bunter Reigen mit Discokugel: "Die Kompositionen und Texte aus dem Sozialismus flogen so haarscharf an der Zensur vorbei, dass sie gerade noch als Poesie durchgingen, und grooven so unverschämt hart, dass man damit locker jede Disco zwischen Wismar und Konstanz in ihre Einzelteile zerlegen kann", heißt es in der Kampnagel-Programmankündigung.
Sängerin Veronika Fischer im Studio des DDR-Rundfunks im Jahr 1974: In der DDR Fixstern, im Westen fast tragische Figur.
Die "Amiga-Allstar-Band" mit dem Sänger Sidney Frenz und Gitarrist Pötsch, der eigens für den Song "Sing nur" von Gjon Delhusa verminderte Akkorde auf der Akustikgitarre lernte.
Sänger und Komponist Reinhard Lakomy: In der DDR so eine Art Spiritus Rector der Musikszene und Entdecker vieler Musikerinnen und Musiker. Im Jahr 2013 ist Lakomy in seinem Haus in Berlin gestorben.
Carsten "Erobique" Meyer in gelber Latzhose: Sogar Fender Rhodes und Wah-Wah-Gitarren gab es in der DDR.
Klaus Renft, Stachel im Fleisch der SED. Ihn und seine Combo drangsalierte das System besonders hart.
"Trümmer-Dandy" Paul Pötsch und die Band beschäftigen sich mit einem blinden Fleck der deutschen Kulturgeschichte: dem musikalischen DDR-Erbe der Sechziger- und Siebzigerjahre.
Sängerin Uschi Brüning landete mit dem groovigen Song "Hochzeitsnacht" einen echten Hit.
Komponist und Trompeter Klaus Lenz: Seine Truppe nannte sich in der DDR gar "Modern Soul Big Band"
Holger Biege, nach Meinung von Bernd Begemann "DDR-Soulbrother Nr.1" - Lieder wie "Reichtum der Welt" oder "Sagte mal ein großer Dichter" konnten in der ehemaligen DDR viele Menschen auswendig mitsingen. 1983 ist er geflohen, dann im Westen als Musiker gescheitert. In Hamburg arbeitete er jahrelang bei der Post. 2018 starb er.