Literaturnobelpreis 2009 Herta Müller
Die Literaturnobelpreisträgerin 2009, Herta Müller, posiert am Donnerstag in Berlin für die Kameras: "Ich glaube es noch immer nicht." Viel mehr konnte die Autorin nicht sagen.
"Ich kann noch gar nicht darüber reden, es ist irgendwie noch zu früh", bat Müller in Berlin um Verständnis. "Ich glaube, ich brauche noch Zeit, um das einzuordnen", erklärte sie und verwies darauf, dass es eigentlich nicht sie sei, um die es gehe, "sondern es sind die Bücher".
Müller in Berlin: Auch Kanzlerin Merkel gratulierte der Preisträgerin. Sie bezeichnete es als "wunderbares Signal", dass 20 Jahre nach dem Mauerfall die Berliner Autorin mit dem Literaturnobelpreis geehrt wird.
Überraschende Auszeichnung: Herta Müller bekommt den Literaturnobelpreis 2009, zum Kreis der häufig genannten Favoriten zählte sie bislang nicht.
Im Zentrum von Müllers Werk steht auch die Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus - sie selbst wurde unter dem rumänischen Diktator Ceaucescu von dem Geheimdienst Securitate verfolgt.
Herta Müller habe "mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit gezeichnet", urteilte die Nobelpreis-Jury.
Herta Müllers Roman "Atemschaukel" wurde im August 2009 veröffentlicht und gilt als ihr Meisterwerk - das Buch schildert die Geschichte eines Gefangenen im sowjetischen Lager.
Herta Müller im Gespräch mit Jens Reich - beide gehörten im kommunistisch beherrschten Ostblock Oppositionszirkeln an.