Literaturnobelpreis Die Gewinner seit 2000
Der erste Literaturnobelpreis des neuen Jahrtausends ging an den chinesisch-stämmigen Franzosen Gao Xingjian "für sein Werk von universaler Güte, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum", so die Begründung der Akademie.
V.S. Naipaul, geboren auf Trinidad, wohnhaft in Großbritannien, wurde 2001 ausgezeichnet "für seine Werke, die hellhöriges Erzählen und unbestechliches Beobachten vereinen, und uns zwingen, die Gegenwart verdrängter Geschichte zu sehen".
Der Ungar Imre Kertész konnte sich 2002 über den Nobelpreis freuen.
Der gebürtige Südafrikaner J.M. Coetzee, "der in zahlreichen Verkleidungen die überrumpelnde Teilhabe des Außenseitertums darstellt", so die Akademie, wurde 2003 geehrt.
Der Preis für die österreichische Schriftstellerin und Dramatikerin Elfriede Jelinek 2004 gehörte zu den größeren Überraschungen in der Geschichte des Literaturnobelpreises.
Die Auszeichnung für den britischen Dramatiker Harold Pinter 2005 war dagegen vergleichsweise unstrittig.
Als jemanden, "der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul neue Sinnbilder für Zusammenstoß und Verflechtung der Kulturen gefunden hat", würdige die Akademie 2006 den Türken Orhan Pamuk.
Doris Lessing gehört zu den erst 14 Frauen, die mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurden. Die Britin gewann 2007.
2008 ging der Preis an Jean-Marie Gustave Le Clézio (Frankreich/Mauritius), den "Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation".
Als Schriftstellerin, "die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet", wurde die rumänisch-stämmige Herta Müller 2009 gewürdigt.
2010 folgte auf Müller der Peruaner Mario Vargas Llosa - eine populäre Entscheidung.
Zu den unbekannteren Preisträgern dürfte dagegen der schwedische Dichter Tomas Tranströmer gelten, der 2011 gewann.
"Weil er mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint", wurde Mo Yan (China) 2012 ausgezeichnet.
Die Meisterin der Kurzgeschichte Alice Munro (Kanada) erhielt den Literaturnobelpreis 2013. Eine überfällige Entscheidung, waren sich Leserschaft und Kritik einig.
Der Franzose Patrick Modiano war der Gewinner 2014.
Journalismus oder Literatur? Über das Wesen von Swetlana Alexijewitschs Werk wurde 2015 gestritten, als sie ausgezeichnet wurde. Über die Qualität ihrer Arbeiten allerdings nicht.
2016 machte die Akademie endlich Ernst und verlieh den Preis an den Musiker Bob Dylan, der über Jahre hinweg als Anwärter gegolten hatte.
Kazuo Ishiguro (Japan/Großbritannien) war der Preisträger 2017. Auf ihn wird erst 2019 wieder jemand folgen.