Liu Xia Widerständlerin wider Willen
Mit dem Friedensnobelpreis für ihren Mann Liu Xiaobo hat sich das Leben von Liu Xia drastisch geändert. Polizisten schotten sie streng von der Außenwelt ab.
Der Literaturwissenschaftler und Philosoph Liu Xiaobo ist in den Augen der chinesischen Führung ein Staatsfeind. Er sitzt im Gefängnis, weil er in der "Charta 08" politische Reformen in der Volksrepublik forderte. Für diesen Mut erhält er den diesjährigen Friedensnobelpreis.
Als die Pekingerin Liu Xia ihren Mann 1998 heiratete, spürte sie bereits, dass ihr Leben schwierig werden würde: Damals saß der Bürgerrrechtler schon zwei Jahre im Arbeitslager und hatte noch ein weiteres Jahr vor sich. Die Regierung erlaubte dem Paar die Heirat erst nach Intervention eines Anwalts.
Vergebliches Warten: Nachdem am 8. Oktober bekannt wurde, dass Liu Xiaobo den Friedensnobelpreis erhält, wollten Reporter seine Frau treffen. Doch sie steht unter Hausarrest. Sicherheitskräfte ließen die Journalisten nicht zur Wohnung von Liu Xia durch.
Selbst Fotos vor dem Haus von Liu Xia wollte dieser Sicherheitsbeamte verhindern. Dabei versuchte die 49-Jährige, sich aus der Politik herauszuhalten. Die "Charta 08" hat sie nicht unterzeichnet. "Ich sehe Xiaobo nicht als politische Figur", sagte Liu Xia einmal. "In meinen Augen war und wird er immer ein sperriger und fleißiger Poet sein."