"Living In Style" Pariser Superbuden
In dieser Wohnung haben sich zwei Innenarchitekten verewigt: Caroline Sarkozy und Laurent Bourgois. Für das Kopfteil des Bettes verwendeten sie Strohplatten im Stil der Dreißigerjahre. Der Holzrahmen an der Wand ist im gleichen Farbton und stellt eine optische Verbindung her.
Die Wohnung von Juan Montoya ist eigentlich viel zu schön für einen Zweitwohnsitz, der die meiste Zeit über leersteht. Denn als einer der bekanntesten amerikanischen Innenarchitekten ist der gebürtige Kolumbianer viel in den USA unterwegs. Für seine Pariser Stadtwohnung im Quartier Saint-Germain-des-Prés wählte er warme, weiche Farben wie das Cremeweiß im Bad.
Das hier ist keine Wohnung, sondern die Galerie Vivienne. Gleich ums Eck wohnt Christian Astuguevieille. Den Mann dürften die wenigsten kennen, aber gerochen haben ihn wahrscheinlich viele schon einmal: Astuguevieille entwirft Düfte für Comme des Garcons.
Der Pariser Galerist Jacques Lacoste ist auf Kunst der Fünfzigerjahre spezialisiert. Dementsprechend viele Stücke brachte er für die gemeinsame Wohnung mit der Innenarchitektin Caroline Sarkozy mit. Die Halbschwester des ehemaligen französischen Präsidenten hat eine Leidenschaft für Kunsthandwerk. Aus beiden Sammlungen schuf sie ein harmonisches Gesamtkonzept, das die beiden unterschiedlichen Linien vereint.
Dieses Badezimmer liegt in einer 400 Quadratmeter großen Wohnung in einer der renommiertesten Straßen der französischen Hauptstadt. Hier durfte sich der Architekt Luis Laplace austoben. Seine Auftraggeber waren die Sammlerin Adriana Abascal Schreder und ihr Mann Emmanuel. Wie die gesamte Wohnung ist auch das Badezimmer in dunklen Farben gehalten. Die Fotografie an der Wand wurde passend zum Marmorboden ausgesucht.
Das Himmelbett aus dem 19. Jahrhundert gehört Muriel Brandolini. Ihre Wohnung ist ein Mix verschiedener Kulturen, genauso wie die Innenarchitektin selbst: Ihr Vater stammt aus Vietnam, ihre Mutter ist franko-venezolanisch. Neben Objekten ihres Freundes, des Designers Hervé Van der Straeten, stellt sie in ihrem Zuhause Wandteppiche aus Indien und bedruckte Stoffe aus.
Aus ursprünglich drei Wohnungen wurden diese vom belgischen Architekten Olivier Dwek gestalteten "Räume ohne Grenzen" geformt. Dwek entschied sich für eine von der Farbe Weiß geprägte Linienführung, reduzierte das maßgefertigte Mobiliar auf das absolut Nötigste und ergänzte es durch Kunstwerke von Tony Marsh, Louise Lawler und Gregor Hildebrandt. Das Wandsideboard stammt von dem 1990 verstorbenen Möbelkünstler George Nakashima.
Reinster Purismus: Für sein Projekt im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine verbannte der Architekt Olivier Dwek sämtliche Möbel bis auf einen begehbaren schwarz lackierten Schrank und einen monolithischen Waschtisch aus dem Badezimmer.
In der Avenue Montaigne, der schönsten Straße in Paris, ließen sich zwei Sammler von Innenarchitekt Frédéric Méchiche ehemalige Büros als Zuhause für ihre zeitgenössische Kunst und ihre Familien herrichten: Méchiche verpasste den Räumen ein neoklassizistisches Flair mit Möbeln aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, Säulen und Quecksilberspiegeln.
Der Pariser Architekt und Designer Joseph Dirand liebt klare Linienführung. Seine Wohnung liegt im zweiten Stock eines Pariser Stadtpalais im 16. Arrondissement: Das im 17. Jahrhundert errichtete Gebäude überzeugte Dirand durch seine Schnörkellosigkeit und die rechteckigen Grundrisse. Die gesamte Wohnung ist mit Möbeln aus den Fünfzigerjahren ausgestattet. Esstisch und Stühle sind von dem Schweizer Architekten Pierre Jeanneret, langjähriger Partner Le Corbusiers.
Der Bildband "Living In Style Paris" ist im Prinzip ein Werbekatalog für die Innenarchitekten, deren Arbeit auf den 220 Seiten vorgestellt wird. Das ist nicht weiter verwunderlich bei einem Bildband über Innenarchitektur. Allerdings mutet es komisch an, dass die Herausgeberin gleich mit zwei ihrer Projekte in dem Band vertreten ist. Die von der Journalistin Caroline Clavier verfassten Begleittexte informieren die Leser über die Bewohner und ihre Vorlieben, die Einrichtungskonzepte kommen in vielen Fällen allerdings etwas zu kurz. Für die Bildunterschriften hätte es etwas mehr Gehalt sein dürfen als eine bloße Aneinanderreihung der Designernamen wie bei vielen der 220 Fotos. "Living In Style Paris" ist im Verlag teNeues erschienen.