Lobbyismus "Ein bisschen gaga"
Guido Westerwelle: Der FDP-Chef nennt die Vorwürfe der SPD absurd.
Aquariumssäule im Berliner DomAquaree: Die Freude der Gastrobranche ist groß - ohne die Hilfe einiger FDP-Politiker wäre der Coup nicht gelungen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel: Selbst Unionspolitiker halten die Neuregelung für fragwürdig oder sogar für ein bisschen gaga - aber sie stimmten trotzdem zu.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger: Auch die CDU im Südwesten machte sich für das Steuergeschenk stark. Oettinger schwenkte in einem Stuttgarter Festzelt bei einer Kundgebung des Hotel- und Gaststättenverbandes ein Fähnchen mit der Aufschrift "Pro 7 Prozent".
Unternehmer August von Finck: Die Milliardärsfamilie Finck zählt zu den Großspendern der FDP - und zu denen der CSU. Ist das ein Grund für die Großzügigkeit der schwarz-gelben Koalition gegenüber der Hotelbranche? Die Opposition jedenfalls argwöhnt: Lobbyist wirft Stöckchen, Staat apportiert.
Ins gemachte Bett legen können sich die Hoteliers dieses Jahr - der Hotel-Steuerrabatt soll Arbeitsplätze schaffen, so begründen Union und FDP es. Möglicherweise mehrt er auch einfach die Gewinne der Hoteliers.
Merkel mit Ernst Fischer, dem Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands: Fortan sollen Deutschlands Hoteliers nicht mehr den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent abführen, stattdessen gilt der ermäßigte Satz von sieben Prozent. Der Verband gab die Steilvorlage zur Subvention, Union und FDP verwandelten.
Applaus auch von Ernst Burgbacher: Zusammen mit Ernst Fischer arbeitet der FDP-Tourismuspolitiker bereits daran, möglichst auch die Restaurantbesitzer bei der Mehrwertsteuer zu entlasten.