Lockerbie-Attentat - DER SPIEGEL
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Explosion über Schottland Tragödie in Lockerbie

Tragödie vor Weihnachten: Im Dezember 1988 explodierte ein Pan-Am-Jumbo über dem schottischen Lockerbie, 270 Menschen starben. Aber wer verübte den Terrorakt? Seit 2001 sitzt ein libyscher Geheimagent für das Verbrechen hinter Gittern - jetzt mehren sich die Zweifel an seiner Schuld.
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Ein Dorf in Trümmern: In den Tagen nach dem Unglück lebten die Einwohner Lockerbies inmitten einer Trümmerwüste. Immer wieder mussten auch sterbliche Überreste von Opfern in Vorgärten oder auf Hausdächern geborgen werden. Forensiker dokumentierten alle Funde, um Rückschlüsse auf den Hergang des Unglücks ziehen zu können. Ihr Befund: Es war eine Bombe.

Foto: AP
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Spur des Verderbens: Die am 21. Dezember 1988 abgestürzte Boeing 747 hinterließ in der schottischen Ortschaft Lockerbie einen langen, zehn Meter tiefen Krater. Neben allen 259 Passagieren kamen auch elf Dorfbewohner in den zerstörten Häusern ums Leben.

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Terroranschlag von Lockerbie: Das Cockpit des Pan-Am-Jumbos bei Lockerbie am Tag nach dem Absturz. Am 21. Dezember 1988 war im Laderaum der Boeing 747 in etwa 9500 Metern Höhe eine Bombe explodiert. Bei dem Attentat starben alle 259 Menschen an Bord sowie elf Bewohner der schottischen Ortschaft.

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Rekonstruierte Boeing: In einer Halle im englischen Farnborough stehen die Überreste der Boeing 747, die am 21. Dezember 1988 einem Bombenanschlag zum Opfer fiel. Spezialisten rekonstruierten den Rumpf der Maschine und entdeckten das 50 Zentimeter große Loch im vorderen Laderaum, welches die Explosion gerissen hatte. Die Aufnahme entstand am 15. Januar 2008.

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Spurensuche: Soldaten durchsuchen den Krater, den die abgestürzte Maschine des Pan-Am-Flugs 103 am 21. Dezember 1988 in Lockerbie hinterließ, nach Trümmerteilen.

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Gesucht: Am 30. Oktober 1995 veröffentlichten das US-amerikanische Außenministerium und das FBI diese Fahndungsplakate, auf denen eine Belohnung von bis zu 4 Millionen Dollar für die Auslieferung der tatverdächtigen Lamin Khalifah Fhimah und Abdel Basset Ali al-Megrahi ausgelobt wurde.

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Tatverdächtige: Mordanklage wurde am 13. November 1991 gegen die libyschen Staatsangehörigen Amin Chalifa Fuheima (l.), 1988 Standortchef der Libyan Arab Airlines (LAA) in Malta, sowie Abd al-Bassit Ali al-Mikrahi, Geheimdienstmitarbeiter und Sicherheitschef der LAA, erhoben. Nach langen Verhandlungen und Sanktionen gegen Libyen lieferte der Wüstenstaat die beiden Verdächtigen schließlich aus. Mikrahi wurde im folgenden Prozess für schuldig befunden, Fuheimah freigesprochen.

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Explosiver Rekorder: Zusammen mit Teilen eines Samsonite-Koffers, in dem sich vermutlich die Bombe befunden hatte, wurden Teile eines Radiorekorders der Marke Toshiba geborgen. Zwei Monate vor dem Anschlag auf die Pan-Am-Passagiermaschine hatte die deutsche Polizei ein ähnliches Modell von einer palästinensischen Terrorgruppe beschlagnahmt, die es ebenfalls zum Bau einer Semtex-Bombe benutzt hatte. Die Aufnahme vom 31. Januar 2001 zeigt eine Attrappe eines solchen mit Sprengstoff gefüllten Kassettenrecorders.

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Trauer in Lockerbie: Eine Frau legt an einem Gedenkstein auf dem Drylsdale-Friedhof in Lockerbie Blumen nieder, um der Opfer des Bombenanschlags von Dezember 1988 zu gedenken. Neben den 259 Insassen der Unglücksmaschine waren bei dem Absturz des Pan-Am-Jumbos damals auch elf Bewohner des schottischen Dorfes ums Leben gekommen.

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Beweis in Miniaturgröße: Nach dem Absturz von Pan Am Flug 103 im Dezember 1988 wurden Hunderte Quadratkilometer nach Toten, Flugzeugteilen und anderen Hinweisen auf die Attentäter abgesucht. Die beiden Fragmente, die schließlich zur Verurteilung eines Libyers als Attentäter führten, waren kleiner als ein Fingernagel.

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Riesenpuzzle: Die Rekonstruktion der "Maid of the Seas" aus geborgenen Wrackteilen ergab, dass etwa 300 Gramm des Plastiksprengstoffs Semtex im vorderen Laderaum des Jummbo-Jets detoniert waren und das Flugzeug zum Absturz gebracht hatten.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?