Logbuch eines Wehrmachtsfliegers - DER SPIEGEL
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Logbuch eines Wehrmachtsfliegers Tod zwischen den Zeilen

Was erlebte ihr Vater im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront? Was bekam er von den Verbrechen der Wehrmacht mit? Antworten auf ihre Fragen erhielt Sybil Wagener nie. Dann entdeckt sie sein Flugbuch - und ihr kommt ein schrecklicher Verdacht.
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Kriegsschnappschuss: Bis zu ihrem Tode bewahrte Sybil Wageners Mutter ein Foto ihres toten Mannes, hier links im Bild, in Militäruniform während seines Russland-Einsatzes auf. Anhand der spärlichen vorhandenen Fotos und Aufzeichnungen versuchte Wagener, die Erlebnisse ihres Vaters im Krieg zu rekonstruieren. Es zeichnete sich ein finsteres Bild ab.

Foto: Sybil Henning-Wagener
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Leichenfledderer: Nach der Massenexekution am 29. und 30. September 1941 in der Schlucht Babi Jar in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew liegt die Kleidung der von der SS ermordeten Juden verstreut auf dem Feld der Hinrichtung. Drei Männer in deutschen Uniformen durchwühlen die Habseligkeiten der insgesamt 33.771 Opfer.

Foto: Hamburger Institut für Sozialfoschung
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Letzte Spuren: Eine Nahaufnahme von persönlichen Gegenständen der ermordeten Juden in Babi Jar - ein Paar Damenpumps, eine Geldbörse, ein Handschuh.

Foto: Hamburger Institut für Sozialforschung
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Schauplatz unfassbarer Kriegsverbrechen: Eine Stuka Junkers Ju 87 D über dem Stadtzentrum von Charkow. Im Januar 1942, als in Charkow erste Versuche mit dem Einsatz von "Gaswagen" zum systematischen Massenmord an Juden durchgeführt wurden, machte auch Sybil Wageners Vater hier kurz Station.

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Massenmord an Kleinkindern: Oberstleutnant Helmuth Groscurth, hier auf einem Porträt von 1941, beschwerte sich im September 1941 beim Befehlshaber der 6. Armee, Generalfeldmarschall von Reichenau, darüber, dass in Belaja Zerkow Gräueltaten an Kleinkindern und Säuglingen begangen wurden. Groscurth wurde zurechtgewiesen, das Blutbad fuhr fort. Das Geschwader des Vaters von Sybil Wagener hatte zeitgleich in Belaja Zerkow zu tun. Wusste er von den Bluttaten?

Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-1997-017-20

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Finstere Ahnenforschung: In seinem Flugbuch hielt der Vater von Sybil Wagener minutiös Ort, Datum, Uhrzeit Flugzeugtyp und geflogene Kilometer seiner Kriegseinsätze während des Russlandfeldzugs "Unternehmen Barbarossa" fest. Anhand der Daten versuchte die Tochter zu rekonstruieren, ob ihr Vater mit dem systematischen Massenmord an Juden in Berührung gekommen war.

Foto: Sybil Henning-Wagener
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Vor der Exekution: Von den deutschen Besatzern zusammengetriebene jüdische Männer, Frauen und Kinder müssen am 4. Juli 1941 im ukrainischen Storow ihr eigenes Grab ausheben, bevor sie erschossen werden. Bewacht werden sie von Volksdeutschen und Soldaten. Sybil Wageners Vater befand sich während des Russland-Feldzugs oft an Orten in der Ukraine, an denen zeitgleich oder kurz zuvor Massaker an Juden stattfanden.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-A0706-0018-029

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Flug ins Grauen: Eine Ju 52 im Abflug auf einem Feldflugplatz irgendwo in der Ukraine, August 1942. In einem solchen Flugzeug flog Sybil Wageners Vater im Januar 1942 nach Poltawa und Charkow. In beiden Orten fanden zu dieser Zeit Massenhinrichtungen von Juden im "Gaswagen" statt, einer mobilen Vorform der Gaskammer.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 169-0039

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