Keramik von Lore Kramer Handwerklich perfekt
Lore Kramer formte in ihrer Keramikwerkstatt Gefäße, die aussehen wie leuchtende Edelsteine.
Eine Glasur mit grobem Manganoxid verleiht macht aus dieser freigedrehten Schale (1980 bis 1988) ein Tigerauge.
Freigedrehte Schale (1965 bis 1980) mit Glasur aus Cobaltnitrat und Cobaltoxid.
Lore Kramer formte und goss Objekte so schön wie funktional. Stapel- und kombinierbare Gegenstände - gemacht für die Serienproduktion, aber der Zeit wohl voraus.
Service ABC von Lore Kramer für Wächtersbach Keramik.
Stapelbare Doppelschale für Wächtersbach, gegossen und glasiert (1971): Kein einziges ihrer Designs für Wächtersbach wurde ein Erfolg.
Heutzutage wären die ein halbes Jahrhundert alten Vasen, Doppelschalen, Tassen und Becher vermutlich ein Renner.
Aller guten Dinge sind drei: Feinsteinzeug mit einer Glasur aus Cobaltnitrat und Cobaltoxid (1961 bis 1970).
Lore Kramer 1950 auf der Inseltöpferei auf Juist. Kramer stellte sich vollkommen in den Dienst der Lehre. Ihre Schüler führte sie ein in eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit.
Vorbilder für Lore Kramers Designs sind moderne Gestaltungsreformer wie Christopher Dresser, aber auch ostasiatische Keramiktradition sowie lokale Handwerkskunst. Bei ihren eigenen Arbeiten prägte sie allerdings nicht mal ein eigenes Signet auf die Unterseite. Das war ihr nicht wichtig.
Unaufgeregt, klar und in leuchtenden Farben: Kramers Arbeiten sind handwerklich perfekt und weichen deutlich vom populären deutschen Zeitgeschmack der Siebzigerjahre ab.
"Lore Kramer. Ich konnte ohne Keramik nicht leben", bis 26. August im MAK Frankfurt