Los Angeles Wie starb Michael Jackson?
Gewissheit nach Wochen der Spekulationen: Michael Jackson ist laut Untersuchungen der Gerichtsmediziner an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben.
Dr. Conrad Murray, Michael Jacksons Leibarzt: Gerichtsdokumenten zufolge verabreichte der Mediziner dem unter Schlaflosigkeit leidenden Sänger über viele Wochen hinweg täglich 50 Milligramm Propofol.
Der Tod des "King of Pop" wird vom zuständigen Gerichtsmediziner als Tötungsdelikt gewertet: Gegen den Kardiologen Murray wird zwar ermittelt - bislang wurde aber keine Anklage erhoben.
Vater Joe Jackson: Ein Sprecher der Familie sagte "USmagazine.com", dass die Angehörigen "volles Vertrauen" in den Rechtsweg hätten und sich auf den Tag freuen, "wenn Gerechtigkeit genüge getan wird".
Unter dem Titel "Wie seine Medikamentensucht begann" zeigte das Magazin "US Weekly" ein bisher unveröffentlichtes Video von Jacksons Bühnenunfall, bei dem er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere die Kopfhaut schwer verbrannte. Am 27. Januar 1984 hatte der "Thriller"-Star vor 3000 Fans im Shrine Auditorium in Los Angeles einen Pepsi-Spot aufgenommen. Durch ein fehlgezündetes Bühnenfeuerwerk waren seine Haare in Flammen aufgegangen.
Zwei Tage nach dem Tod Michael Jacksons meldete sich die ehemalige Nanny seiner Kinder, Grace Rwaramba, zu Wort. Sie erzählte in einem Interview mit der britischen "Times", der Popstar habe regelmäßig bis zu acht verschiedene Medikamente zu sich genommen, darunter allein drei Schmerzmittel.
Rwaramba, die in den kommenden Tagen als Zeugin von der Polizei vernommen werden wird, sagte der "Times": "Oft musste ich seinen Magen auspumpen, weil er immer so viel durcheinander genommen hat."
Jacksons Familie - hier ein Archivfoto, das den Star 2005 mit seinem Vater Joe Jackson zeigt - verlangt Aufschluss darüber, welche Rolle Dr. Murray im Leben des Sängers spielte.
Ein Polizeibeamter sperrt am 26. Juni die Zufahrt zur Gerichtsmedizin in Los Angeles ab. Dort wurde der Tote untersucht. Inzwischen sind die Blut- und Gewebetests abgeschlossen - die detaillierten Ergebnisse sollen aber noch bis zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen unter Verschluss bleiben.
Michael Jackson (ganz links) 1972 mit seinen Brüdern: Die Familie hat sich auf ein Anwesen in Encino im Norden von Los Angeles zurückgezogen.
Jackson mit seinen Schwestern LaToya (l.) und Janet. LaToya hat den Verdacht geäußert, der Popstar sei einem Komplott zum Opfer gefallen. "Ich glaube, dass Michael ermordet wurde, ich habe das von Anfang an gespürt", sagte die 53-Jährige in einem Interview mit den britischen Zeitungen "The Mail on Sunday" und "News of the World".
Das Tor zum Anwesen Jacksons in Los Angeles: Der 50-Jährige habe bereits nicht mehr geatmet, als ein Notarzt in seinem Haus in Holmby Hills eingetroffen sei, berichtete ein Sanitäter.
Jackson war am 25. Juni mit einem Rettungswagen in die Universitätsklinik von Los Angeles eingeliefert worden. Um 14.26 Uhr Ortszeit wurde der Tod festgestellt.
Vor dem Krankenhaus versammelten sich nach Bekanntwerden des Todes von Jackson Hunderte von Menschen.
Jackson im März 2005: Zuletzt hatte der Popstar mit reihenweise seltsamen Auftritten von sich reden gemacht - seit Jahren war über seinen Gesundheitszustand spekuliert worden.
Michael Jackson im Sommer 2005: Der "King of Pop" starb vermutlich an Herzversagen aufgrund einer Überdosis des Narkosemittels Propofol.
Jackson bei der Bambi-Verleihung in Berlin (2002): Mediziner warnen ausdrücklich vor der unkontrollierten Einnahme des Narkotikums Propofol.