Lothar Matthäus Bayern, Inter und die Welt
In Deutschland kennt immer noch jedes Kind den Spieler Lothar Matthäus, der das DFB-Team 1990 zum WM-Titel schoss. Doch hierzulande hat Matthäus auch immer polarisiert, das Verhältnis der Deutschen zum Trainer und Menschen ist zwiegespalten. Wie groß das Ansehen des 52-Jährigen in der Welt ist, zeigte die Auslosung der WM-Gruppen im Dezember 2013. Da war es Matthäus, der Deutschland in Brasilien als Losfee vertrat.
Matthäus startete seine Karriere 1979 bei Borussia Mönchengladbach, bevor er 1984 zu Bayern München wechselte. Hier feiert er als Kapitän 1987 mit seinen Teamkollegen Hans-Dieter Flick (links) und Hans Pflügler einen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach.
1988 wechselte er zu Inter Mailand, wo er bis 1992 blieb. Dieses Bild zeigt ihn 1991 beim Rückspiel des Uefa-Cup-Finals Inter gegen AS Rom. Inter verlor die Partie 0:1, hatte aber im Hinspiel 2:0 gesiegt und gewann so den Uefa-Pokal. 1989 hatte Matthäus mit Inter die italienische Meisterschaft gewonnen.
Sein größter Erfolg war der WM-Titel 1990 mit der Nationalmannschaft. Insgesamt kam der Rekordnationalspieler auf 150 Länderspiele und erzielte 23 Tore.
Sportliche Erfolge konnte Matthäus reihenweise erringen: Mit Bayern wurde er sechsmal Deutscher Meister, hier feiert er Titel Nummer fünf im Jahr 1997. Außerdem triumphierte er mit den Bayern zweimal im DFB-Pokal und einmal im Uefa Cup.
Im März 2000 wechselte Matthäus mit 39 Jahren nach New York zu den Metro Stars: "I hope we have a little bit lucky", sagte er auf seiner ersten Pressekonferenz in den USA. Der Satz erlangte Berühmtheit.
Seine Trainerlaufbahn startete er 2001 beim SK Rapid Wien. Am Ende der Saison stand der Verein auf dem achten Tabellenplatz, das schlechteste Ergebnis seit 1911. Es folgten Trainerstationen bei Partizan Belgrad und als ungarischer Nationaltrainer.
Im Januar 2006 ging Matthäus nach Brasilien zu Atlético Paranaense. Ungefähr einen Monat später verließ er den südamerikanischen Kontinent jedoch wieder.
Nach seinem Aufenthalt in Brasilien wechselte er zu Red Bull Salzburg in Österreich. Matthäus betreute den Club zusammen mit dem Italiener Giovanni Trappatoni. Anschließend war der Trainer in Israel bei Maccabi Netanya tätig. Das Engagement endete jedoch im April 2009 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Vereins.
2010 übernahm Matthäus seine vorerst letzte Trainerstation. Er sollte Bulgarien zur Fußball-Europameisterschaft 2012 führen, in der Qualifikation traf sein Team jedoch unter anderem auf England. Nach der verpassten Teilnahme an der EM trennte sich der bulgarische Verband von seinem deutschen Coach.
Comeback im Fernsehen: Matthäus begann seine Fernsehkarriere als Experte des Pay-TV-Senders Premiere, für den er die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 analysierte. Seit 2012 ist er zurück in München, für den Premiere-Nachfolger Sky begleitet der 52-Jährige die Bundesliga und die internationalen Spiele deutscher Clubs.