Loveparade-Katastrophe von Duisburg - DER SPIEGEL
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Loveparade-Katastrophe Duisburg trauert

Es geschah vor seiner Haustür: 2010 wurde Michael Wildberg Zeuge, wie aus einem großen Spektakel eine tödliche Massenpanik wurde. Zwei Jahre nach dem Unglück erinnert sich der Duisburger an die Loveparade-Katastrophe - und wie eine ganze Stadt mit dem Unglück rang.
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Trauer und Demut: Tief erschüttert von den Ereignissen war auch Matthias Roeingh, besser bekannt unter dem Künstlernamen Dr. Motte, der Erfinder der Loveparade (hier am 1. August 2010 am Tunnel). Die Veranstaltungsreihe Loveparade starb bei dem Unglück.

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Öffentliche Trauer: Mit einem Trauermarsch am 1. August 2010 sammelten die Duisburger Spenden für eine Gedenktafel für die Opfer der Loveparade. Im Anschluss legten sie einen Kranz an der Unglücksstelle nieder.

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Grafitti: Schatten an der Wand des Duisburger Tunnels - Erinnerung an die Toten der Loveparade.

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"Nichts mehr, wie es war": Eigentlich war für den 24. Juli 2010 ein fröhliches buntes Fest in Duisburg geplant. Nach einer Pause sollte endlich wieder die Loveparade stattfinden. Doch die Ankündigung zur Feier sollte sich auf schreckliche Weise bewahrheiten.

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Kreisverkehr: Um 14 Uhr hatten sich die 16 Lovemobiles in Bewegung gesetzt, und die Parade startete im Kreis um die alten Güterschuppen herum.

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Liebe und Musik: Wie geplant hatte die Loveparade am 24. Juli 2010 um 11 Uhr vormittags mit der Öffnung des Festgeländes begonnen. Bald tummelten sich Tausende fröhlicher Technofans am alten Güterbahnhof von Duisburg.

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Zertrampelt: Ein Fest der Liebe hatte es werden sollen. Zurück blieben trauernde Angehörige und traumatisierte Besucher. Viele, die sich am Nachmittag noch geärgert hatten, dass sie nicht mehr aufs Festgelände gelassen wurden, waren am Abend froh, dass ihnen die Situation im Tunnel erspart geblieben war.

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Fatale Fehleinschätzung: Interne Berichte ergaben später, dass, obwohl auf dem Gelände nur eine Veranstaltung mit 250.000 Besuchern genehmigt worden war, von den Veranstaltern 485.000 Menschen erwartet wurden. Man glaubte, dass die Besucherströme problemlos - über den Tag und das Gelände verteilt - kontrolliert werden könnten.

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Suche nach den Schuldigen: Die Wut der Menschen über die Katastrophe richtete sich in erster Linie gegen Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. "Sauerland, pack deine Sachen!" forderte etwa diese Demonstrantin am 29. Juli 2010.

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Massentrauer: Die offizielle Trauerfeier für die Opfer fand am 31. Juli 2010 in der Duisburger Salvatorkirche statt. Da jedoch sehr viele Besucher erwartet wurden, wurde die Veranstaltung auf Großbildleinwänden ins Stadion des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg und in mehreren Kirchen der Stadt übertragen.

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Ruf nach Bestrafung: Doch nicht nur Oberbürgermeister Adolf Sauerland stand in der Kritik, auch Veranstalter Rainer Schaller und Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe wurden von der Bevölkerung für das Unglück verantwortlich gemacht.

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Tödlicher Tunnel: Vor allem Geldgier warfen die Trauernden den Loveparade-Verantwortlichen als Grund für die Katastrophe vor.

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Ketchup für Sauerland: Vor allem an Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland entlud sich die Wut der Menschen. So stand er am 11. Oktober 2010 auf dem Marktplatz in Duisburg-Rheinhausen unter Ketchup-Beschuss. Der Täter trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "21 Verstummte klagen an". Nach dem Unglück wies er alle Rücktrittsforderungen zurück, wurde aber nach einem Bürgerentscheid am 12. Februar 2012 aus dem Amt gewählt.

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Umgefallen: Am 26. Juni 2011 wurde in Duisburg das Denkmal für die Opfer der Loveparade-Katastrophe eingeweiht. Der Entwurf dafür stammte von dem Künstler Gerhard Losemann. Auf einer Stahlplatte stehen das Datum des Unglückstags und die Namen der Toten, dahinter türmen sich 21 umgestürzte Stehlen.

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Unvergessen: Mit einer Tafel erinnern Trauernde im Tunnel an die Toten von Duisburg.

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Nicht vergessen: Auch ein Jahr nach dem Unglück richteten Trauernde noch immer Gedenkstätten für die Opfer der Massenpanik ein.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?