Luftfahrt-Legende - DER SPIEGEL
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Luftfahrt-Legende Als die Wale fliegen lernten

Ein Flugzeug, das auch ein Segelboot ist und zur Not per Dampfkatapult in die Luft geschossen wird? Gab es wirklich. Das Flugboot "Wal" des genialen Konstrukteurs Claude Dornier wurde in den zwanziger Jahren weltweit zur Legende. Der geflügelte Wal schaffte es sogar bis zum Nordpol - fast. Von Hans Michael Kloth
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S.A. Navigazione Aerea: Kofferaufkleber der italienischen Luftfahrtgesellschaft SANA, auch sichtbar in einem der Filme über die Passagiersflüge in Italien auf der Seite des Dornier Wal Documentation Centers.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center/Archiv Contessa Maria Fede Caproni
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Der Dornier Wal "Plus Ultra": Nach Ramón Francos erfolgreichem Pionierflug von Palos de Moguer nach Buenos Aires wurde der Dornier Wal "Plus Ultra" im Namen des spanischen Königs an Argentinien übergeben und dort im Transportmuseum von Luján aufgestellt.

Foto: M.Michiel van der Mey
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Vor dem Flug: Der Passagierswal Syndicato Condor "Guanabara P-BAIA", ex D-1647 "Bremerhaven" - ausgestattet mit zwei BMW-VI-Motoren - in Brasilien.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Über Indonesien: Die Dornier Wal Flugboote der königlich niederländischen Marine wurden in Niederländisch-Ostindien (Indonesien) eingesetzt und brachten die Luftfahrt mit gemischten niederländisch-indonesisischen Besatzungen auf das gesamte Archipel, ein Gebiet sechzig mal so groß wie die Niederlande.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Moderner Lizenzbau: Produktionshalle des Flugzeugherstellers "Aviolanda" in Papendrecht (Niederlande) um 1928.

Foto: M.Michiel van der Mey/Instituut Maritieme Historie
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Dornier Wal: Der 8,5 Tonnen schwere Wal "Monsun" D-2069 kriecht zum Landungssegel, um vom Katapultschiff "Westfalen" auf hoher See an Bord genommen zu werden.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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"Deutsche Verkehrsfliegerschule": Hangar der Flugschule in List auf Sylt unter anderem mit dem Flugboot D-1422. Diesen Wal, mit dem schon Roald Amundsen zum Nordpol geflogen war, nutzte 1930 auch Wolfgang von Gronau für seinen Flug nach Amerika. Rechts daneben steht der vor Bornholm gesunkene Dornier Wal D-861 "Hecht".

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Umgebaut: Die Dornier Do 24 diente während des Zweiten Weltkriegs der deutschen Seenotrettungsfliegerei. Das Bild zeigt ein 1982 zur Do 24 ATT ("Amphibischer Technologie Träger") umgebautes Flugboot im Jahr 2008 in Biscarosse.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Stolze Passagiere: Der Passagierswal der Luftfahrtgesellschaft SANA auf dem Strand bei Tirrenia.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Jungfernflug: Der erste Dornier Wal (M-MWAA) wird zwischen den Netzen der Fischer an der Mündung des Arno in Marina di Pisa ins Wasser gerollt.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Die "Westfalen": Das Flugsicherungsschiff der Deutschen Lufthansa mit einem 10 Tonnen schweren Dornier Wal Postflugboot. An Bord des Frachters sind außerdem ein Schleppsegel, ein Wippkran, um das Flugboot an Bord zu heben, eine Zuführbahn zum Katapult sowie ein Heinkel-Katapult.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Wale in Indonesien: Ein Kanonenboot der königlich niederländischen Marine mit einer Gruppe Dornier Wal Flugboote vor dem östlichen Teil des indonesischen Archipels.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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M. Michiel van der Mey: Der Gründer des Dornier Wal Documentation Centers 2008 in Biscarosse. Im Hintergrund ist eine Dornier Do 24 zu sehen.

Foto: M.Michiel van der Mey/Dornier Wal Documentation Center
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Der Dornier "Delphin": Die Dornier "Delphin", der Vorgänger der berühmten "Wal", über der Hafeneinfahrt von Lindau am Bodensee. Claude Dornier hatte seine Karriere als Flugzeugbauer einst in der Firma des Luftschiff-Tüftlers Graf Zeppelin in Friedrichshafen am Bodensee begonnen. Seine eigene Firma gründete er dann 1921 allerdings im italinischen Pisa, weil es Deutschland nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages untersagt war, eine eigene Flugzeugindustrie aufzubauen.

Foto: EADS
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Landung vor Manhattan: Die Landung einer Dornier "Wal" zog immer wieder ein fasziniertes Publikum an. Es war jedes Mal ein beeindruckendes Erlebnis, wenn das Flugboot auf dem Wasser aufsetzte, wie hier vor der Kulisse von New York.

Foto: EADS
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Schnellstart: Eine Dornier "Wal" bei ihrem Start von einem Katapult auf einem Schiff. Die Luft-Hansa übernahm 1926 die Flugboote und machte sie durch transatlantische Postflüge berühmt.

Foto: EADS
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Weitgereist: Die Dornier "Wal" zeichnete sich nicht nur als Transportmittel bei der Atlantiküberquerung aus, sondern erwies sich auch als sicheres Transportmittel bei der Erforschung der Pole.

Foto: EADS
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Amundsens erster Flugversuch zum Nordpol: Titelseite des Echo Continental vom August 1925 (13. Jahrgang, Heft 6). Gezeigt wird Roald Amundsons Flugboot N24, eine Dornier Wal mit Rolls-Royce Motoren, auf dem Weg zum Nordpol. Am 21. Mai 1925 startet das Expeditionsteam in Spitzbergen mit zwei Flugbooten, um als erste den Nordpol auf dem Luftweg zu erreichen. Die Expedition des berühmten Norwegers nimmt einen dramatischen Verlauf und scheitert. Die abgebildete N24 muss beschädigt im Packeis zurückgelassen werden. Ein Jahr später gelingt dem Expeditionsteam der Überflug des Nordpols mit dem Luftschiff Norge. Signiert von Carlo Egler (1896 - 1982).

Foto: Fred Bergmann/MARKENSCHAETZE.DE
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Do 20: Nie gebaut und doch geflogen: 1939 befindet sich das modernste Flugboot von Dornier - eine Do 20 - im Landeanflug auf eine mediterrane Hafenbucht. Im Vordergrund der Szene sehen wir den Typ 540 K von Mercedes-Benz. Diese plakative Illustration befindet sich auf der Umschlagseite eines Automobilprospektes der Daimler Benz AG. Kunstliebhaber sind fasziniert von der schönen Zeichnung und Dornier-Fans leicht irritiert.

Die Do 20 wird zwar 1936 als Nachfolgekonzept der Do X im Modellbauformat auf der internationalen Luftfahrtausstellung in Stockholm vorgestellt. Die Presse berichtet auch ausführlich über die spektakuläre Konstruktion, die den transatlantischen Flugverkehr beflügeln soll. Und auch die Konstrukteure sind davon überzeugt, dass sie einen Entwicklungsauftrag von der Lufthansa erhalten werden. Dornier erhält jedoch keinen Auftrag von der Lufthansa oder einem anderen Kunden und musste das Projekt einstellen. Weder im Dornier-Museum, noch im Archiv der Lufthansa ist heute eine plausible Erklärung für die Ablehnung der Pläne zu finden.

Warum der Illustrator des schönen Mercedes-Prospektes die Do 20 mit Lufthansa-Logo noch 1939 für sein Motiv auswählt, ist ebenfalls unbekannt. Möglicherweise liegt die Begründung in wirtschaftlichen Hoffnungen des Flugmotorenherstellers Daimler Benz. Oder es ist einfach nur eine späte ästhetische Faszination des Künstlers (vermutlich Maiwald), die der Do 20 eine virtuelle Flugstunde gönnt.

Foto: Fred Bergmann/MARKENSCHAETZE.DE
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